- 19.03.2021, 10:20:57
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„Orientierung“: Verfolgt und vernichtet – Die erste jüdische Gemeinde Wiens
Am 21. März um 12.30 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 21. März um 12.30 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 21. März 2021, um 12.30 Uhr in ORF 2
folgende Beiträge:
„Nein“ zur Segnung: Der Vatikan und gleichgeschlechtliche Paare
Viel Aufregung gibt es dieser Tage über ein Dekret, das Anfang der
Woche die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre
veröffentlicht hat. Der Inhalt in knappen Worten: Katholische
Geistliche dürfen gleichgeschlechtliche Paare nicht segnen. Was nicht
wundernimmt in Anbetracht der Sätze, die im Weltkatechismus der
römisch-katholischen Kirche schon lange zu lesen sind: „Homosexuelle
Handlungen sind (….) in keinem Fall zu billigen (…). Homosexuelle
Menschen sind zur Keuschheit gerufen.“ Doch im Blick auf „Projekte
und Vorschläge“, die es in einigen kirchlichen Bereichen gebe, sah
sich – nach einer diesbezüglichen Anfrage – die Glaubenskongregation
zur entsprechenden Einschärfung veranlasst. Der Vatikan hält dabei
aber auch fest, dass Homosexuelle mit „Würde und Respekt“ behandelt
werden müssten. Die Erklärung beziehe sich auf „die Wahrheit des
liturgischen Ritus“ und sei nicht als Diskriminierung zu verstehen.
Anders sehen das offenkundig zahlreiche Priester, aber auch viele
Bischöfe v. a. in Europa, die sich für eine Fortführung der Segnung
von gleichgeschlechtlich Liebenden einsetzen wollen. Bericht: Marcus
Marschalek.
Gutachten zu Missbrauchsfällen: Heftige Debatten im Erzbistum Köln
Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki kann vorerst
aufatmen: Ein brandneues Gutachten zum Umgang der Kirchenleitung mit
Fällen sexualisierter Gewalt stellt fest, dass er sich keiner
Pflichtverletzung schuldig gemacht habe. Woelkis Vorgänger, Kardinal
Joachim Meisner, wird hingegen – so wie einige andere Verantwortliche
– schwer belastet. Sie hätten nicht adäquat auf Missbrauchsfälle
reagiert, heißt es. Die Studie geht für die Jahre 1975 bis 2018 von
mehr als 200 Beschuldigten aus. Die Ergebnisse einer ersten
Untersuchung in dieser Sache hatte Erzbischof Woelki unter Berufung
auf „methodische Mängel“ unter Verschluss gehalten, was zu einer
schweren Vertrauenskrise zwischen Gläubigen und der Amtskirche
geführt hatte. Bericht: Verena Gleitsmann.
Verfolgt und vernichtet: Die erste jüdische Gemeinde Wiens
Anno 1421, im März vor 600 Jahren, wurden auf der damaligen
„Gänseweide“ von Wien mehr als 200 Jüdinnen und Juden auf dem
Scheiterhaufen verbrannt. Herzog Albrecht V. hatte den Befehl zu
diesem Massenmord gegeben. Heute erinnert eine Gedenktafel im dritten
Wiener Gemeindebezirk an die sogenannte „Wiener Gesera“. Der
Ermordung waren Verfolgung, Vertreibung und Zwangstaufen
vorangegangen. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Rolle, die die
Theologische Fakultät von Wien bei der Gesera gespielt hat. Das
gestand die Universität kürzlich in einer Stellungnahme ein:
Theologen hatten lange Zeit ein verächtliches Bild von Jüdinnen und
Juden gezeichnet und sie als Ketzer verunglimpft. Und Steine der im
Jahr 1421 zerstörten Synagoge wurden etwa für den Bau von
Universitätsgebäuden verwendet. In einer neuen Dauerausstellung im
Museum Judenplatz steht nun aber nicht nur das Sterben, sondern vor
allem das Leben der ersten jüdischen Gemeinde im Fokus. Bericht:
Clara Akinyosoye.
„Übernationale Freiheit“: Stefan Zweigs Briefe zum Judentum
„Für mich ist es die Größe des Judentums, übernational zu sein,
Ferment und Bindung aller Nationen (…) und ich sehe in jedem
Nationalismus die Gefahr der Entzweiung, des Stolzes, der Eingrenzung
und der Eitelkeit“, so Stefan Zweig im Jahr 1917 in einem Brief an
den österreichisch-israelischen Schriftsteller Abraham Schwadron. Die
zionistische Antwort auf die jüdische Not hat Stefan Zweig ein Leben
lang abgelehnt und dennoch hat er sich dem Judentum zugehörig
gefühlt. Bislang ist darüber jedoch wenig bekannt. Der Autor, der mit
Werken wie „Sternstunden der Menschheit“ und „Die Welt von Gestern“
Weltruhm erlangte, äußerte sich nur selten und einem engen
Personenkreis gegenüber zu seinen jüdischen Wurzeln. Der
deutsch-israelische Historiker und Archivar Stefan Litt unternimmt
jetzt erstmals den Versuch, Zweigs Stellung zum Judentum genauer zu
erschließen. Er hat den Briefwechsel des Autors aus den Jahren 1900
bis 1940 – u. a. mit Martin Buber, Abraham Schwadron und Chaim
Weizmann – durchforstet. Die soeben erschienene, von ihm
zusammengestellte und kommentierte Edition umfasst 120 großteils
unveröffentlichte Korrespondenzen und ermöglicht seltene Einblicke in
Stefan Zweigs Gedankenwelt zu Zionismus und Judentum. Ein Team der
„Orientierung“ hat Stefan Litt in Israel besucht und mit ihm über die
im Suhrkamp Verlag erschienene Briefedition gesprochen und mit dem
Direktor des Stefan-Zweig-Zentrums in Salzburg ein Gespräch über die
Salzburger Zeit und das ambivalente Verhältnis des Autors zu dieser
Stadt geführt. Bericht: Karoline Thaler.
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