• 15.03.2021, 11:54:53
  • /
  • OTS0087

Niederösterreich soll im Bereich „Aktive Mobilität“ Beispiel-Projekt für andere Regionen Europas werden

LR Schleritzko stellte „Strategie Aktive Mobilität“ vor

Utl.: LR Schleritzko stellte „Strategie Aktive Mobilität“ vor =

St. Pölten (OTS/NLK) - Im Bereich der „Aktiven Mobilität“ will
Niederösterreich zu den Top-Regionen in Europa aufsteigen und hat
dazu eine eigene Strategie entwickelt. Landesrat Ludwig Schleritzko
präsentierte heute gemeinsam mit Werner Pracherstorfer, dem Leiter
der Abteilung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten, und
Julia Krenn vom NÖ Straßendienst diese Strategie zur Steigerung des
Anteils der zu Fuß und auf dem Fahrrad zurückgelegten Wege.

Niederösterreich sei als ein Land der Pendler bekannt, es sei aber
noch nicht bekannt dafür, ein Land der Radfahrer sowie Fußgänger zu
sein. „Das wollen wir nun ändern. Ich freue mich sehr darüber, dass
wir heute erstmals für das Land Niederösterreich eine Strategie
vorlegen können, die sich ausschließlich mit der Förderung von
aktiver Mobilität auseinandersetzt“, eröffnete der Landesrat die
Pressekonferenz. Man hebe damit die Bedürfnisse von Radfahrer und
Fußgänger auf eine Ebene mit jenen der PKW-Nutzer und der Fahrgäste
in den Öffis.

Man habe diese Strategie entwickelt, um ein klares Ziel zu verfolgen:
„Wir wollen den Anteil der zu Fuß und auf dem Fahrrad zurückgelegten
Wege in Niederösterreich in den 20er-Jahren auf 44 Prozent
verdoppeln. Das ist uns wichtig, weil es für jeden von uns gesünder
ist. Und es ist auch wichtig, weil es gut für die Umwelt ist. Was
Städte wie Amsterdam und Kopenhagen im urbanen Raum vormachen, nehmen
wir uns für das Flächenbundesland Niederösterreich vor. Wir wollen
das Radland Niederösterreich zum Beispiel-Projekt für andere Regionen
Europas machen.“

In dieser Strategie sind fünf Handlungsfelder herausgearbeitet
worden, die mit Maßnahmen unterlegt sind. Das erste Handlungsfeld
umfasse die Infrastruktur. „Sichere Infrastruktur ist die
Grundvoraussetzung für einen steigenden Anteil an Rad- und
Fußgänger-Verkehr im Land. Man geht erst dann zu Fuß oder fährt mit
dem Rad, wenn eine Verbindung ohne größere Umwege vorhanden ist und
wenn man sie ohne Angst um sich oder die Familie zu haben benutzen
kann“, sagte der Landesrat. Eine dazugehörige Maßnahme wurde bereits
im Herbst in Umsetzung geschickt: die neue Radwegförderung speziell
für die Errichtung von Radschnellwegen. Weiters wolle man mit den
Gemeinden alle Rad-Basis-Netze ausbauen. Ein weiteres Handlungsfeld
stelle die Multimodalität dar. Über 40 Prozent der Pendler in
Niederösterreich hat einen Arbeitsweg, der länger als 20 Kilometer
ist. „Diese Wege sind natürlich zu lange für den Radverkehr, aber sie
eignen sich für die Kombination von Öffi und Rad. Wir wollen daher
die Wege zu den Bus- und Bahnhaltestellen für Radfahrer und Fußgänger
attraktivieren: Bahnhofsumbauten werden in Zukunft nur noch
unterstützt, wenn die Anbindung von Rad- und Fußwegen mitgedacht
wurden“, ergänzte Schleritzko. Gleichzeitig soll die Anzahl von
23.000 Bike&Ride-Plätze bis 2025 auf 30.000 erhöht werden. Alle
Bahnhöfe mit mehr als 2.000 Einsteiger pro Tag sollen zudem mit
Radboxen ausgestattet werden.

Ein weiteres Handlungsfeld erkennt Schleritzko im Bereich
Digitalisierung & Elektromobilität: Alltags-Rad- und -Gehwege sollen
zukünftig in allen Routing-Apps umfassender dargestellt werden.
Zusätzliche Akzente setze man mit neuen Leihangeboten für Lastenräder
und einem Begleitpaket für E-Mobilität. Auch im Hinblick auf
Bewusstseinsbildung werden Angebote geschnürt. Zudem soll noch dieses
Frühjahr eine eigene Service-Stelle für Aktive Mobilität geschaffen
werden, die sich insbesondere um das Thema Radfahren kümmern soll.
„Wir wollen damit alle Partner, speziell die Gemeinden, besser
ansprechen können und eine zentrale Anlaufstelle haben. Derzeit sind
die Radfahragenden auf mehrere Organisationen aufgeteilt, was
Ressourcen bindet und eine Abstimmung hemmt“, unterstrich
Schleritzko. All diese Maßnahmen würden entsprechende Mittel
brauchen, Niederösterreich habe für 2021 deshalb erstmals ein eigenes
Radfahrbudget beschlossen. „Diese Landes-Ausgaben wollen wir unter
Ausnutzung von allen Bundesförderungen weiter steigern, Fördertöpfe
und -abwicklung optimieren und somit die Investitionen vervielfachen.
Wir werden mit diesem Weg in den kommenden zehn Jahren Investitionen
für die Aktive Mobilität in Niederösterreich in Höhe von rund 100
Millionen Euro auslösen können“, so Schleritzko abschließend.

Werner Pracherstorfer erkenne ein hohes Potenzial, Menschen zur
aktiven Mobilität zu bringen: „Es zeigt sich durch die Verkaufszahlen
von Fahrrädern, dass es einen positiven Trend hin zur aktiven
Mobilität gibt und damit das Potential der kurzen Wege offenbar auch
immer stärker genützt wird.“ Eine aktuelle Umfrage würde das
unterstreichen: Die Bereitschaft der Niederösterreicher künftig das
Rad nützen zu wollen, liegt bei 59 Prozent, die Bereitschaft häufiger
zu Fuß zu gehen bei 72 Prozent. Julia Krenn ging nochmals auf die
Radverkehrsinfrastruktur ein und betonte die Wichtigkeit von
Radschnellwegen, den Ausbau der Rad-Basisnetze und der ländlichen
Erschließung. „In den zahlreichen Gesprächen, die wir seit Einführung
der neuen Förderung führen durften, wurde das große Interesse an gut
ausgebauten Radwegen sehr deutlich“, sagte sie abschließend.

Nähere Informationen beim Büro LR Schleritzko unter 02742/9005-13546,
Florian Krumböck, und E-Mail florian.krumboeck@noel.gv.at.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NLK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel