• 09.03.2021, 10:31:41
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„WELTjournal / WELTjournal +“: „Fukushima – die endlose Katastrophe“ und „Atom – 100 Jahre Lügen“

Am 10. März ab 22.30 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 10. März ab 22.30 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Am 11. März 2021 jährt sich zum zehnten Mal eine der
schlimmsten Nuklearkatastrophen der Geschichte: der Reaktorunfall von
Fukushima. Das „WELTjournal“ – präsentiert von Patricia Pawlicki –
zeigt dazu am Mittwoch, dem 10. März, um 22.30 Uhr in ORF 2 die
Reportage „Fukushima – die endlose Katastrophe“. Im „WELTjournal +“
folgt um 23.05 Uhr die Dokumentation „Atom – 100 Jahre Lügen“.

WELTjournal: „Fukushima – die endlose Katastrophe“

Nach einem Beben der Stärke 9 auf der Richterskala, dem bisher
stärksten Beben in der Geschichte Japans, traf am 11. März 2011 ein
bis zu 20 Meter hoher Tsunami die Küste Nordostjapans, verwüstete
ganze Landstriche, riss Dörfer weg und Menschen in den Tod. Im AKW
Fukushima führte der Tsunami zu einem Stromausfall, zur dreifachen
Kernschmelze und zum Super-GAU. Rund 20.000 Menschen starben durch
Erdbeben und Tsunami, 200.000 wurden durch die Nuklearkatastrophe zu
Flüchtlingen im eigenen Land. Zehn Jahre später ist das havarierte
Atom-Kraftwerk alles andere als unter Kontrolle – auch wenn die
japanische Regierung das gerne so präsentiert. Es wird weitere 30
Jahre dauern, bis alle sechs Reaktorblöcke sicher abgebaut sind. Bis
auf wenige Kilometer vor dem havarierten Kraftwerk ist die Gegend
mittlerweile für die Rückkehr freigegeben. Nur mehr eine Fläche in
etwa von der Größe Wiens gilt als „Zone unter Evakuierungsbefehl“.
Doch nur wenige Menschen sind bisher zurückgekehrt.

Im „WELTjournal“ hält Japan-Expertin Judith Brandner Nachschau, was
aus den Betroffenen von damals geworden ist: Die Kindergärtnerin
Sadako Monma musste ihren Steiner-Kindergarten in Fukushima aufgeben
und lebt jetzt in Tokyo. Ihr Herz gehört aber nach wie vor den
Kindern von Fukushima. Kenichi Abe hat sein Haus in Hirono im Tsunami
verloren. Da es knapp außerhalb der 20-Kilometerzone vom Kraftwerk
lag, hat er nur geringe Entschädigungszahlungen erhalten und den
japanischen AKW-Betreiber Tepco geklagt. Der aus Fukushima stammende
Maler Akira Tsuboi hält an seiner künstlerischen Kritik am Umgang von
Regierung und Behörden mit der Katastrophe fest. Trotz
internationaler Anerkennung ist er im eigenen Land mittlerweile ein
Geächteter.

WELTjournal +: „Atom – 100 Jahre Lügen“

Nach dem Tsunami und dem Reaktorunfall in Fukushima im März 2011
wurde der amerikanische Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ von Korea
zum Hilfseinsatz nach Japan beordert. Dabei fuhr das Schiff durch die
radioaktive Wolke von Fukushima. Alle 5.000 US-Soldaten an Bord
wurden verstrahlt. Dutzende sind später schwer erkrankt, die meisten
an Krebs, mindestens sieben sind mittlerweile verstorben. Ebenso wie
die Opfer von Fukushima werfen die strahlenkranken US-Soldaten dem
japanischen AKW-Betreiber Tepco vor, Informationen über das Ausmaß
der Gefahr zurückgehalten zu haben. Der Vorwurf, Risiken zu
verschleiern und über Gefahren zu lügen, zieht sich durch die mehr
als hundertjährige Geschichte der Erforschung und Nutzung
radioaktiver Energie.

„WELTjournal +“ geht zu den Anfängen des Atomzeitalters zurück und
stellt weitere Menschen vor, die Opfer militärischer und
industrieller Geheimhaltung tödlicher Gefahren wurden: Fischer, die
bei amerikanischen Atombomben-Tests im Bikini-Atoll verstrahlt
wurden, Hiroshima-Überlebende oder die jungen Arbeiterinnen in den
Radiumfabriken der 1920er Jahre, die mit radioaktiver Farbe
Leuchtziffern auf Uhren malten und dabei die Pinsel mit dem Radium
mit ihren Lippen befeuchten mussten. Die Dokumentation liefert eine
umfassende historische Untersuchung von hundert Jahren
Radioaktivität, erinnert an ihre Opfer – von den Eheleuten Curie bis
Fukushima – und deckt die Lügen der Atomindustrie auf.

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