Keine Impfungen für Betroffene und Angehörige im Burgenland?

Menschen mit Behinderungen im Impfplan noch immer nicht angeführt

Eisenstadt (OTS) - Das Gesundheitsministerium und das nationale Impfgremium haben die Impfung von Menschen mit Behinderungen und deren persönlichen Assistent/-innen für Phase 1 empfohlen.

Der Burgenländische Landtag hat sich dazu bekannt.

Die Priorisierung wurde am 27. Jänner per Verordnung erlassen.

Bis heute (03.03.2021) werden auf der offiziellen Informationsseite des Landes Menschen mit Behinderungen und deren persönliche Assistent/-innen im Impfplan des Burgenlandes nicht angeführt.

Es gibt keine Aussicht, wann Menschen mit Behinderungen und deren persönliche Assistent/-innen sowie pflegende Angehörige im Burgenland geimpft werden. In Wien startet bereits die 2. Impfreihe für diese Personengruppe.

Viele Menschen mit Behinderungen zählen aufgrund ihres Gesundheitszustandes zu einer Hochrisikogruppe. Um das Gesundheitsrisiko zu reduzieren, verzichten Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen seit mittlerweile 1 Jahr in vielen Fällen auf jegliche soziale Kontakte.

Als Verband erleben wir, dass vor allem unsere jungen Mitglieder zunehmend an Einsamkeit und dem Verlust des sozialen Anschlusses leiden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen sind oft auf die Unterstützung von pflegenden Angehörigen oder persönlicher Assistent/-innen angewiesen. Sie benötigen Hilfeleistungen beim An- und Ausziehen, bei der Körperhygiene oder bei alltäglichen Erledigungen.

Was wenn die Angehörigen erkranken? Wie geht es dann weiter?

Es ist unmöglich, mit pflegenden Angehörigen oder persönlichen Assistent/-innen den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einzuhalten. Dadurch können bei einem COVID-bedingten Ausfall der Angehörigen dramatische Versorgungsengpässe für Menschen mit Behinderungen entstehen.

Wie unser Mitglied Michael S. berichtet:

"Bei einer Erkrankung meiner Frau müssten mich im schlimmsten Falle meine Kinder (17 und 12 Jahre alt) versorgen - auch während der Schulzeit. Wir leben seit Beginn der Pandemie in ständiger Sorge und brauchen endliche eine Lösung"

Menschen mit Behinderungen stehen mitten im Leben. Sie gehen zur Schule, sie studieren, sie arbeiten. Sie haben Familien und ein soziales Umfeld. Sie sind ein gleichwertiger Teil unserer Gesellschaft.

"Es ist endlich Zeit zu handeln, den Plan anzupassen und den Betroffenen und pflegenden Angehörigen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Gespräche mit den Zuständigen führten zu keinem befriedigenden Ergebnis.

Deshalb bitten wir Sie, geschätzter Hr. Landeshauptmann Doskozil, um eine Perspektive aus der Isolation, sowie Sicherheit und Zuversicht. Eine Behinderung ist genug!" mahnt ÖZIV Burgenland Präsident Manfred Seifert.

Über den ÖZIV Burgenland

Der ÖZIV Burgenland ist eine im Jahr 1978 gegründete Interessensvertretung von und für Menschen mit Behinderungen. Ziel des ÖZIV Burgenland ist es, die selbstbestimmte und gleichberechtigte Lebensführung von behinderten Menschen zu ermöglichen. Das Angebot des ÖZIV Burgenland ist vielschichtig und reicht von der Beratung und Rechtsvertretung über Veranstaltungen, Hilfsmittelverleih, Sportangeboten bis hin zur Unterstützung von Unternehmen und Organisationen.

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