BELVEDERE: Joseph Beuys - Denken. Handeln. Vermitteln.

Ausstellung von 4. März bis 13. Juni 2021 im Belvedere 21

  • Joseph Beuys auszustellen bietet auch die Chance, die traditionelle Rolle des Museums und die eigene Museumsarbeit einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Beuys’ ökologisches Verständnis, der Aspekt der Partizipation sowie der Anspruch, ein uneingeschränkt breites Publikum zu erreichen, sind zeitgemäß und für die Institution Museum von existenzieller Bedeutung, auch in Zukunft.
    Stella Rollig, Generaldirektorin Belvedere
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  • Mit seiner Arbeit wollte Joseph Beuys vermitteln, wie ein Weg vom Denken zum Handeln führen könnte. Beuys trat für eine Radikalität im Denken ein, für die er oft missverstanden wurde. Mit seinen Aktionen versuchte er, ein Handeln auszulösen, aus dem etwas Neues, Besseres entsteht. Sein Werk ist von ungebrochener Aktualität.
    Harald Krejci, Kurator der Ausstellung und Chefkurator Belvedere
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Wien (OTS) - Beuys in Wien: Der 100. Geburtstag von Joseph Beuys im Mai dieses Jahres ist Anlass für eine pointierte Werkschau. Der Ausnahmekünstler veränderte die Kunst nach 1945 maßgeblich und entwickelte die Definition des erweiterten Kunstbegriffs. Das Belvedere 21 zeigt Hauptwerke von Joseph Beuys und seine Beziehung zu Wien in einer umfangreichen Ausstellung.

Generaldirektorin Stella Rollig: Joseph Beuys auszustellen bietet auch die Chance, die traditionelle Rolle des Museums und die eigene Museumsarbeit einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Beuys’ ökologisches Verständnis, der Aspekt der Partizipation sowie der Anspruch, ein uneingeschränkt breites Publikum zu erreichen, sind zeitgemäß und für die Institution Museum von existenzieller Bedeutung, auch in Zukunft.

Joseph Beuys’ Credo war zeitlebens, die Kunst als Arbeit an der Gesellschaft zu sehen, die alle in die Pflicht nimmt. Die Menschen sollten in und durch seine Kunst am Prozess der Erneuerung der Gesellschaft teilhaben. Beuys’ Aussage „Jeder Mensch ist ein Künstler“ steht exemplarisch für seinen erweiterten Kunstbegriff und die Idee der Sozialen Plastik.

Die Schau zeigt, wie Beuys’ Schaffen mit Wien in Verbindung steht, und gibt mit 64 Kunstwerken sowie 123 Exponaten einen umfassenden Einblick in sein Lebenswerk. Neben frühen filmischen Arbeiten und Dokumenten aus den 1960er-Jahren werden mehrteilige Installationen präsentiert, darunter Hirschdenkmäler (1958/82), Honigpumpe am Arbeitsplatz (1977) und Basisraum Nasse Wäsche. Dieser wurde 1979 in der Galerie nächst St. Stephan in Wien realisiert.

Wien war für Joseph Beuys wegen der geografischen Lage und der Neutralität Österreichs ein politisch symbolträchtiger Ort. Er hielt sich mehrmals in der Stadt auf und war mit Ausstellungen, Aktionen und Vorträgen präsent, seine Gastauftritte an der Hochschule für angewandte Kunst sind legendär.

Für Beuys war Kunst eng mit Konzepten von Politik und Bildung verknüpft. Sein politisches Engagement beinhaltete auch eine ökologische Dimension. Anlässlich der documenta 7 konzipierte Beuys 1982 eine partizipative Arbeit im Außenraum, die das Stadtbild von Kassel nachhaltig prägen sollte und seinen erweiterten Kunstbegriff veranschaulicht: 7000 Eichen. Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung. Für die damalige Zeit sehr fortschrittlich, sind die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit heute weiterhin höchst aktuell. Die spektakuläre Aktion von Baumpflanzungen erreichte 1983 auch Wien.

Im Rahmen der Pressekonferenz wird am 3. März 2021 im Skulpturengarten des Belvedere 21 zu Ehren von Joseph Beuys eine Stieleiche gepflanzt.

Mit seiner Arbeit wollte Joseph Beuys vermitteln, wie ein Weg vom Denken zum Handeln führen könnte. Beuys trat für eine Radikalität im Denken ein, für die er oft missverstanden wurde. Mit seinen Aktionen versuchte er, ein Handeln auszulösen, aus dem etwas Neues, Besseres entsteht. Sein Werk ist von ungebrochener Aktualität.“, so Kurator Harald Krejci.

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