ÖGV: Gesundheit ist wichtig. Aber jetzt geht es um‘s Überleben.

Trotz steigender Infektionszahlen müssen alle Betriebe jetzt öffnen dürfen.

Wien (OTS) - Österreichs Betriebe leiden immer intensiver am langen Lockdown und dem schleppenden Krisenmanagement der Regierung. Die Krise kann offenbar nicht nur auf kollektiver Basis bewältigt werden. Wir brauchen individualisierbare Lösungsansätze um ein Durchstarten für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sofort zu ermöglichen, fordert der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).

„Die Bundesregierung muss jetzt eine klare Entscheidung treffen: Entweder ist es allen Unternehmen und Institutionen sofort gestattet aufzusperren oder wir gehen nochmal alle in einen kompletten Lockdown bis nach Ostern. Halbe Maßnahmen, das zeigen die Zahlen, wirken zusehends kontraproduktiv,“ stellt Peter Lieber, Präsident des Österreichischen Gewerbevereins, fest. „Wir sind aber davon überzeugt, dass diese Entscheidung nur ‚Aufsperren!‘ heißen kann. Dass trotz kluger Präventionskonzepte die Gastronomie, die Theater oder die Hotels nicht aufsperren dürfen, bleibt unerklärbar.“

Die Betriebe sind nicht daran interessiert auf den letzten Kilometern dieses Virus-Marathons zu straucheln. Deshalb setzen sie bereits sehr sorgfältig auf Corona-Schutzmaßnahmen, um Mitarbeiter und Produktion abzusichern: regelmäßige Tests, FFP2-Schutzmasken, Einhalten der Abstandregeln und der Hygienemaßnahmen sind Standard. „Natürlich wollen wir gesund bleiben, das hat höchste Priorität. Aber die Betriebe müssen Ihr Überleben jetzt selbst in die Hand nehmen dürfen, um eine Chance zu haben, es überhaupt noch durch die Krise zu schaffen,“ fordert Lieber.

Corona-Regeln individualisieren

Da die Corona-Regeln für alle Bezirke, alle Betriebe und alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen gelten, werden sie dort, wo es gerade besser läuft, leichtfälliger ignoriert. Das führt wiederum dazu, dass es auch dort, wo es Not tut sie zu befolgen, immer schlechter funktioniert. „Der ÖGV empfiehlt daher das Potenzial der Ampel endlich zu nützen und den Weg regional spezifischer Einschränkungen oder Lockerungen zu beschreiten. Im selben Moment macht auch ein ‚grüner Pass‘ Sinn, der nicht nur Genesenen und Geimpften, sondern auf einer Zwei-Tagesbasis auch Getesteten mehr Freiheiten gestattet und so die gezielte Kontrolle erleichtert. Eine sichere Softwarelösung wäre in einer Woche leicht zu realisieren,“ regt Lieber einen unternehmerischen Zugang zur Krisenbewältigung an.

Das monatelange Zusperren treibt Unternehmen – trotz staatlicher Unterstützungsleistungen – in den wirtschaftlichen Absturz bis hin zur Insolvenz. Fixkosten wie Miete, Betriebsmittel und Lohnkosten über Monate weiter bezahlen zu müssen, ohne Umsatz zu machen – das geht auf Dauer einfach nicht. Dasselbe gilt für Kultur, Events und besonders für die Bildungseinrichtungen, die zur Zeit zwar gut getestet, bei halber Kraft aber nur einen Bruchteil ihres Auftrags erfüllen können.

Öffnung trotz COVID-Mutationen

Zwar steigen die Infizierten-Zahlen wieder und die Corona-Mutationen verbreiten sich in Österreich rasant – doch mit steigender Anzahl der Geimpften und einer erhöhter Anzahl von Testungen sinkt auch das Infektions-Risiko, insbesondere für die stark gefährdete ältere Bevölkerung. Natürlich wäre es schön, wenn es mit den Impfungen etwas schneller voranginge. „Wir appellieren aber an die Regierung, den Unternehmern die unternehmerische Eigen-Verantwortung zuzugestehen. Jeder Betrieb wird schon allein aus Eigeninteresse dafür sorgen, seine Mitarbeiter und Kunden bestmöglich zu schützen – und will sie keinesfalls gefährden“, argumentiert Lieber.

Österreichs Wirtschaft stürzt ab, wir halten dagegen

Die Position als EU-Schlusslicht zeigt, dass das wirtschaftliche Krisenmanagement bisher schon nicht gut gelaufen ist. Nach dem überdurchschnittlichen Einbruch der österreichischen Wirtschaft im Vorjahr droht eine Pleite- und Insolvenzwelle. „Aus dieser Lage können uns nur noch rasche Öffnungsschritte helfen,“ schließt Lieber. „Ein längeres Verharren im Lockdown ist wirtschaftlich und sozial nicht mehr verkraftbar.“

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