GW/Urheberrechtsnovelle: Kreativwirtschaft stärken, Rechtssicherheit und faire Bedingungen schaffen

Grüne Wirtschaft erneuert Forderung nach Berücksichtigung der Anliegen der Kreativwirtschaft

  • In den vergangenen Monaten hat es in der Branche massive Einbrüche gegeben. Die Novelle zum Urheberrecht darf den Kulturstandort Österreich nicht gefährden, sondern muss ihn stärken.
    Sabine Jungwirth
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  • Das gemeinsame Ziel muss sein sowohl für die Kulturschaffenden als auch für die Kreativwirtschaft faire Bedingungen zu schaffen.
    Sabine Jungwirth
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Wien (OTS) - Aus Anlass der bevorstehenden Umsetzung europarechtlicher Vorgaben zur Modernisierung des europäischen Urheberrechts findet heute auf Einladung von SPÖ, FPÖ und NEOS ein runder Tisch statt. Die Grüne Wirtschaft hat sich bereits im vergangenen Herbst im Konsultationsverfahren des Justizministeriums eingebracht und erneuert die Forderung, die praxisbezogenen Bedürfnisse der Kreativwirtschaft bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Urheberrecht zu berücksichtigen.

Georg Tomandl, Musikproduzent und stellvertretender Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikwirtschaft: „Die Urheberrechts-Novelle 2021 soll mehr Verantwortung großer Plattformen für kreativen Content bringen und damit die heimischen Musiklabels und Urheber*innen stärken. Jegliche Vergütungen (auch die über Plattformnutzungen) ausschließlich über Verwertungsgesellschaften abzurechnen, kann weder im Sinn der Künstler*innen und Autor*innen noch der Produzent*innen und Verleger*innen sein. Es muss hier die Möglichkeit geschaffen werden, den Künstler*innen und Produzent*innen die Wahl zu lassen.”

Sonja Franzke, Buchproduzentin und Mitglied des erweiterten Präsidiums der WKO: „Die beabsichtigte und wichtige Eindämmung der Macht der US-Konzerne darf nicht dazu führen, dass das Erfolgsmodell der österreichischen Verlagslandschaft zerstört wird. Aktuell vorgesehene Punkte wie das Rückrufsrecht und die Möglichkeit der Verbandsklage würden der Vielfalt der österreichischen Verlagslandschaft den Todesstoß versetzen.”

Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Filmproduzent, Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikwirtschaft und Vorsitzender der Fachvertretung Wien: „Für die Filmwirtschaft ist Rechtssicherheit ein zentrales Anliegen. An der Produktion des Gemeinschaftswerks Film sind zahlreiche Filmschaffende und Urheber*innen kreativ beteiligt; diese Rechte müssen im Rahmen des Kollektivvertrags so wie bisher übertragen und von der Filmproduktion gebündelt werden können. Nur so können wir sicherstellen, dass österreichische Filme und Serien sowohl in Österreich als auch international finanziert und verwertet werden können.”

Sabine Jungwirth, Unternehmensberaterin und Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft: „In den vergangenen Monaten hat es in der Branche massive Einbrüche gegeben. Die Novelle zum Urheberrecht darf den Kulturstandort Österreich nicht gefährden, sondern muss ihn stärken. Ohne Kreativwirtschaft können die Werke der Autor*innen, Musiker*innen, Regisseur*innen und Schauspieler*innen den Weg zum Publikum nicht finden. Das gemeinsame Ziel muss sein sowohl für die Kulturschaffenden als auch für die Kreativwirtschaft faire Bedingungen zu schaffen. Das ist im heute diskutierten Entwurf aber nicht sichergestellt.”

Die Kreativwirtschaft war bis zum Beginn der Coronakrise mit einem Anteil von 11% der Unternehmen und € 19,9 Mrd. Wertschöpfung ein bedeutender und stetig wachsender Faktor im kulturellen und wirtschaftlichen Leben Österreichs, sie beschäftigte über 300.000 Menschen und hat hohe Wirkungskraft sowohl im Land als auch international. Die Novelle des Urheberrechts muss die Anliegen der Branche berücksichtigen, damit diese wieder zu alter Stärke zurückzukehren kann. Das schafft Arbeit und Wertschöpfung sowohl für Kulturschaffende als auch für die Kreativwirtschaft.

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