Europas Indie-Album des Jahres kommt erstmals aus Österreich

Wien (OTS) - Zum elften Mal vergibt IMPALA – der Dachverband der europäischen Indie-Labels – den Preis für das Europäische Independent Album of the Year und erstmals geht dieser prestigeträchtige Preis nach Österreich: My Ugly Clementine erhalten die Auszeichnung für ihr gefeiertes, beim Wiener Label Ink Music erschienenes Debütalbum „Vitamin C“.

Die vom österreichischen Indie-Label-Verband VTMÖ zusammengestellte Jury aus 8 Expertinnen und 6 Experten der österreichischen Musik- und Medien-Szene hatte My Ugly Clementine’s im letzten März erschienenes Debutalbum „Vitamin C“ aus allen von VTMÖ-Mitgliedslabels eingereichten Alben des Jahres 2020 erstgereiht. Die europäische Jury aus allen 25 IMPALA-Mitgliedsländern hat nun für unsere österreichische Nominierung entschieden, was uns umso mehr freut, als sich My Ugly Clementine gegen so hochkarätigen Mitbewerb wie Ane Brun, Blanche, Dubioza Kolektiv oder Sondre Lerche durchsetzen konnten.

In der Reihe der bisherigen Gewinner finden sich große Namen wie Adele, The Xx, Efterklang, Caribou und zuletzt Apparat. Sie zeigen, welchen Stellenwert sich Künstler*innen mit unabhängigen Plattenfirmen an ihrer Seite in den letzten Jahren erarbeiten konnten. Nun gehören mit My Ugly Clementine erstmals Artists aus Österreich in diese Galerie.

Das Non-Male Rock-Quartett wurde 2019 von Sophie Lindinger aus der Taufe gehoben, die auch die Songs geschrieben und das Album produziert hat. Schnell wurde die Band als „Supergroup“ bezeichnet, weil sie ihre ersten Konzerte schon ausverkaufte, ohne überhaupt Musik veröffentlicht zu haben – und eine Reihe szenebekannter Figuren vereint: Neben Lindinger, die bereits als Hälfte des Duos Leyya Preise und internationale Erfolge verbuchen konnte, zählen Mira Lu Kovacs (die auch solo und als Sängerin der Experimental-Jazz-Gruppe 5K HD bekannt ist), Kathrin Kolleritsch (als Kerosin95 auf HipHop-Bühnen unterwegs) und Multi-Instrumentalistin Nastasja Ronck zur Band.

In „Vitamin C“ werden Themen wie Empowerment, Selbstliebe, Respekt und Gleichberechtigung verhandelt, ohne dabei auf den stets gezeigten und gelebten Spaß zu vergessen – eine Mischung „roher, funkelnder Indie-Pop-Juwelen“, wie zuletzt der britische NME vermerkte.

Im letzten September wurden My Ugly Clementine bereits mit einem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet. Die nach der Veröffentlichung des Albums geplante internationale Tournee musste angesichts der herrschenden Pandemie bereits mehrfach verschoben werden und ist nun für Ende 2021 geplant.

Dieser internationale Preis ist eine schöne Anerkennung für die konsequente Aufbauarbeit des Wiener Labels Ink Music, das zu den dienstältesten Mitgliedslabels des VTMÖ zählt.

Sophie Lindinger (My Ugly Clementine): „Wir sind wirklich sprachlos. Dass dieses Album in einem kleinen DIY-Setting in Wien geschrieben und produziert wurde und jetzt an der Seite all dieser großartigen Künstler*innen und Alben steht, ist unfassbar. Umso mehr freuen wir uns auf den Moment, endlich wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Es wird großartig, all die Liebe, die uns und dem Album in diesem Jahr entgegengebracht wurde, zu zelebrieren und zurückgeben zu können.

Hannes Tschürtz (Gründer des Labels Ink Music): „Wir haben viel Kraft und Liebe in die Arbeit an diesem Album gesteckt und arbeiteten über ein Jahr auf die Veröffentlichung am 20.03.2020 hin. Just in der Woche schlossen alle Geschäfte und übernahm die Pandemie das Kommando. Wir haben seither oft gesagt, dass uns „Vitamin C“ sprichwörtlich durch diese Zeit hilft. Und tatsächlich tut es das: Band und Album sprühen vor Energie und positiver Botschaften und sind die bestmöglichen Zeitgenossen in Zeiten wie diesen. Es ist ein Privileg, mit diesen wundervollen Menschen arbeiten zu dürfen und zu sehen, dass sie diese Anerkennung erhalten, die sie redlich verdient haben.

Helen Smith (Geschäftsführerin von IMPALA): „My Ugly Clementine haben sich in einem harten Wettbewerb mit Stimmen unserer Mitglieder aus ganz Europa als klare Sieger durchgesetzt. Das Album und die Band haben eine klare, positive Botschaft und beweisen, welch großartiges Werkzeug Musik ist, um für mehr Toleranz, Inklusion und das Überwinden von Geschlechterklischees zu werben – also holt ‚Vitamin C‘ in eure Playlisten!

Alexander Hirschenhauser (Sprecher des VTMÖ): „Wir reichen jedes Jahr ein herausragendes Musikalbum aus Österreich für diesen Europäischen Independent-Preis ein und stellen dafür immer eine Jury von Expertinnen und Experten aus der heimischen Musikszene zusammen. Ist es ein Zufall, dass wir heuer erstmals eine mehrheitlich nicht-männliche Jury hatten und gleichzeitig das von dieser Jury nominierte Album erstmals den Award nach Österreich bringt? Es ist jedenfalls eine tolle Bestätigung für die kreative Qualität der Independent-Label-Szene in Österreich und für die Vielfalt in der Musikwirtschaft.

Tatjana Domay (Austrian Music Export / Österr. Musikfonds): „Wir gratulieren My Ugly Clementine und Ink Music von ganzem Herzen zu dieser wohlverdienten Auszeichnung. Insbesondere in diesen schwierigen Zeiten bestätigt der Preis, dass langjährige Entwicklungsarbeit, künstlerische Beständigkeit und Ausdauer letztendlich zu internationaler Anerkennung führen. Die unglaubliche Menge an Talenten in Österreich und ihr weltweiter Ruf sind nicht nur eine Inspirationsquelle für uns, sondern bestätigen uns in dem Bemühen, eine möglichst breite finanzielle und strukturelle Unterstützung für die Musikschaffenden und ihr wirtschaftliches Umfeld zur ermöglichen.“

Über den VTMÖ:

Der Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzent*innen Österreichs ist seit 2003 die Interessensvertretung der KMU’s und EPU’s aus der österreichischen Musikwirtschaft und der produzierenden Musikszene. Viele der Mitglieder des VTMÖ sind sehr kleine, oft nur aus einer Person bestehende Kreativzellen mit entsprechenden Nachteilen bei Kreation, Produktion und Vermarktung von musikalischen Werken. Typischerweise werden all diese Aufgaben selbst erledigt – Eigenverlag, Eigenproduktion und Selbstvermarktung sind jene Elemente, die oft genug zu prekären Verhältnissen führen. Gleichzeitig tragen die österreichischen „Independents“ den allergrößten Teil zum qualitativ hochwertigen heimischen Musikschaffen bei.

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