Österreichs Musikschaffende profitieren nicht vom Streaming-Boom

Fehlende Live-Veranstaltungen bedrohen Existenz von Musikverlagen und Musikschaffenden. Zielgerichtete Unterstützung seitens der Bundesregierung dringend nötig.

  • Österreichs Musik- und Bühnenverlagen ist durch Corona die Existenzgrundlage weggebrochen. Für 2020 beträgt der Umsatzrückgang aus dem direkten Rechtegeschäft rund 15 Mio €, zusätzlich fehlen 70% der Einnahmen von den Verwertungsgesellschaften. Wenn es weiterhin keinen Umsatzersatz seitens der Bundesregierung gibt, werden (viele) Musikverlage diese Krise nicht überleben.
    E. Krupka-Dornaus, Musikverleger Union Österreich
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  • von Streaming allein kann kein Kreativschaffender leben
    Harald Hanisch, Austrian Composer Association
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  • Wir wollen wieder auftreten – lassen Sie uns gemeinsam die dafür notwendigen Schritte setzen
    Hans Ecker, Verband Österreichischer Textautoren
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Wien (OTS) - Sowohl die kürzlich veröffentlichte EY Studie zur Lage der Kunst- und Kulturwirtschaft in der Europäischen Union als auch die Zahlen zum Österreichischen Musikmarkt 2020 zeigen die massiven Auswirkungen von COVID-19 auf diesen bedeutenden Wirtschaftszweig.

Der Musikmarkt ist kleinteilig und facettenreich. Neben den an vorderster Front stehenden Interpretinnen und Interpreten, Labels und Produzenten sind es vor allem die Musikverlage sowie die TextautorInnen und KomponistInnen, ohne deren kreatives Schaffen es gar keine Musik gäbe. Ihre Existenz ist durch das Verbot von öffentlichen Aufführungen und nicht stattfindenden Live-Veranstaltungen bedroht, deren Ausfall durch Streaming-Einnahmen in keinster Weise kompensiert werden kann.

Daher fordern diese Gruppen erneut zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen. Die bisher geleisteten Direktzahlungen an KünstlerInnen waren wichtig, aber nicht ausreichend. Es braucht eine Änderung der Rahmenbedingungen für Hilfsmaßnahmen, diese müssen auch die Infrastruktur umfassen und bedürfen einer Adaptierung der vorhandenen Finanzinstrumente (Umsatzersatz). Andernfalls stehen die Musikverlage mittelfristig vor dem Aus.

Edith Michaela Krupka-Dornaus, Vorstand Musikverleger Union Österreich, führt zur drastischen Situation der Verlage aus: „Österreichs Musik- und Bühnenverlagen ist durch Corona die Existenzgrundlage weggebrochen. Für 2020 beträgt der Umsatzrückgang aus dem direkten Rechtegeschäft rund 15 Mio €, zusätzlich fehlen 70% der Einnahmen von den Verwertungsgesellschaften. Wenn es weiterhin keinen Umsatzersatz seitens der Bundesregierung gibt, werden (viele) Musikverlage diese Krise nicht überleben.

Harald Hanisch, neu gewählter Präsident der Austrian Composer Association (vormals Österreichischer Komponistenbund) und Hans Ecker, Vorstand des VOET Verband Österreichischer Textautoren, weisen darauf hin, dass „Musik von KomponistInnen und TextautorInnen gemacht wird. Wenn diese nicht zur Aufführung gebracht wird, fehlt ihnen ihre größte und wichtigste Einnahmequelle, denn von Streaming allein kann kein Kreativschaffender leben.“ Sie fordern die Verantwortlichen im Staatssekretariat für Kultur auf, die Bedürfnisse dieser Gruppen genau zu betrachten und darauf zugeschnittene Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen wieder auftreten – lassen Sie uns gemeinsam die dafür notwendigen Schritte setzen“ fordern sie abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

MUÖ: E. Krupka-Dornaus 0664/2216138
ÖKB: H. Hanisch 0699/17140978
VOET: H. Ecker 0699/10436024

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