BELVEDERE: Bedeutende Sammlungszugänge

Barock, Konstruktivismus, Surrealismus und zeitgenössische Kunst: Neue Schenkungen und Dauerleihgaben aus vielen Epochen bereichern den Bestand des Museums

Die Neuzugänge ergänzen unsere Bestände hervorragend, tragen unseren Forschungsschwerpunkten wie dem Kulturraum Zentraleuropa Rechnung und erweitern die Dauerausstellung um einige ganz herausragende Werke.
Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere

Wien (OTS) - Das Belvedere verzeichnete auch im Krisenjahr 2020 eindrucksvolle Neuzugänge. Ausgewählte Werke werden ab der Wiedereröffnung der Museen in der Schausammlung des Oberen Belvedere zu sehen sein.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere: Die Neuzugänge ergänzen unsere Bestände hervorragend, tragen unseren Forschungsschwerpunkten wie dem Kulturraum Zentraleuropa Rechnung und erweitern die Dauerausstellung um einige ganz herausragende Werke.

Mit knapp 800 Objekten aus der Zeit vom späten Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert ist die Schenkung des Ehepaars Ingeborg und Wolfgang Maurer die umfangreichste in der jüngeren Geschichte des Belvedere. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Barock mit Arbeiten von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) und Johann Carl von Reslfeld. Ab der Wiedereröffnung im Oberen Belvedere zu sehen: das Gemälde Der gekreuzigte Jesus und sieben biblische Szenen von Reslfeld. Zusätzlich zu 174 Gemälden gehören nun 61 Miniaturen, 375 Zeichnungen, zudem Skulpturen, Uhren – zwei von ihnen ebenfalls im Museum ausgestellt –, Prunk- und Sportwaffen sowie Möbel zum Bestand des Belvedere.

Die hochkarätige Dauerleihgabe aus der Sammlung Carl Laszlo zum ungarischen Konstruktivismus vertieft und erweitert den Forschungsschwerpunkt zum Kulturraum Zentraleuropa. Der ungarisch-schweizerische Kunsthändler, Sammler, Psychoanalytiker, Autor und Holocaust-Überlebende Carl Laszlo war ab Mitte des 20. Jahrhunderts eine schillernde Persönlichkeit in der Kunstwelt. Arbeiten seiner Sammlung aus der Epoche ab der Zwischenkriegszeit von Künstler_innen wie László Moholy-Nagy, Anna Lesznai, Etienne Beothy, Lajos Kassák, Józef Csáky oder Sándor Bortnyik stellen eine wesentliche Erweiterung der Sammlung des Belvedere dar. Silard Isaak Sipos, der Erbe von Laszlo, stellt dem Haus diese einmalige Sammlung von Zeichnungen, Skulpturen und Gemälden zur ungarischen Avantgarde zur Verfügung.

Ein weiteres neues Highlight der Belvedere-Sammlung entstammt dem 20. Jahrhundert und wurde vom einzigen österreichischen Mitglied der Pariser Surrealisten, Wolfgang Paalen, geschaffen: Nuage articulé II. Das Regenschirmobjekt aus Naturschwamm gelangte als Dauerleihgabe aus Privatbesitz ins Museum. Zuletzt war es 2019/20 in der Schau Wolfgang Paalen (1905–59). Der österreichische Surrealist in Paris und Mexiko im Unteren Belvedere zu sehen. Seit Beginn des Jahres ist es im Raum zur surrealen Sachlichkeit im Oberen Belvedere ausgestellt.

Anlässlich der Ausstellung Herbert Brandl. Exposed to Painting. Die letzten zwanzig Jahre, die zu Beginn des Jahres 2020 eröffnet wurde, gelangte eine beachtliche Schenkung in die Belvedere-Sammlung: Der Künstler selbst überließ dem Museum zwei seiner großformatigen Landschaftsansichten.

Außerdem neu seit vergangenem Jahr: die Installation The Wearer of Clothes von Anna-Sophie Berger. Bereits seit Herbst ist sie im Oberen Belvedere zu sehen.

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