• 21.01.2021, 13:12:08
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Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag: Preisgekrönte „dokFilm“-Premiere „Liebe war es nie“

ORF-kofinanzierte Kinodoku über tragische Liebesgeschichte zwischen Jüdin und SS-Unteroffizier in Auschwitz – am 24. Jänner um 23.05 Uhr in ORF 2

Utl.: ORF-kofinanzierte Kinodoku über tragische Liebesgeschichte
zwischen Jüdin und SS-Unteroffizier in Auschwitz – am 24.
Jänner um 23.05 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Es war eine verbotene Beziehung, die das Leben der
jungen, in Auschwitz inhaftierten Jüdin Helena Citron und dem
österreichischen SS-Unteroffizier Franz Wunsch täglich in Gefahr
brachte. Rund 30 Jahre nachdem sich der Lebensweg der beiden am Tor
des Konzentrationslagers trennte, sehen sie einander im Wiener
Gerichtssaal wieder – Helena als Zeugin, Franz als Angeklagter. Zum
Internationalen Holocaust-Gedenktag 2021 (27. Jänner) zeigt der
„dokFilm“ am Sonntag, dem 24. Jänner, um 23.05 Uhr in ORF 2 den vom
ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten
Kinodokumentarfilm „Liebe war es nie“ von Maya Sarfaty. Ehemalige
Mithäftlinge erzählen mit Abscheu, mit Anteilnahme oder sogar mit
etwas Neid von der Liebesaffäre. Der damalige Staatsanwalt und einer
der Schöffen berichten von der Begegnung des einstigen Paars beim
Prozess in Wien. Helena Citron hat schließlich das letzte Wort:
„Liebe war es nie.“
Der Film hat den Frank Lowy Award am DocAviv Festival 2020 in Tel
Aviv gewonnen und wurde als israelischer Beitrag für den besten
fremdsprachigen Oscar eingereicht.

Mehr zum Inhalt:

Die Jüdin Helena Citron ist jung, schön und lebenshungrig, als sie
nach Auschwitz-Birkenau deportiert wird. Dort ist der österreichische
SS-Unterscharführer Franz Wunsch bald von ihrer Schönheit und ihrer
schmeichelnden Gesangsstimme betört. Zwischen den beiden entflammt
eine verbotene Liebe – umgeben von Gaskammern, Erniedrigung und
brutalster Gewalt. Auch Wunsch geht rücksichtlos gegen andere
Häftlinge vor, Helena und deren Schwester Rosa kann er aber vor dem
Krematorium bewahren. Für die beiden Kinder von Rosa gibt es keine
Rettung. Eine Wunde, die lebenslang in Rosas Herzen klafft.
Unter dem ständigen Risiko aufgedeckt und exekutiert zu werden, hält
die Beziehung des Liebespaars zweieinhalb Jahre lang, bis zur
Befreiung von Auschwitz. 30 Jahre später sehen Helena Citron und
Franz Wunsch einander in einem Wiener Gerichtssaal wieder – sie als
Zeugin, er als Angeklagter.
Soll Helena den Mann retten, der sie gerettet hat, oder von seinen
Schandtaten berichten, denen unzählige zum Opfer gefallen sind?
Maya Sarfaty gelingt es, die unglaubliche Geschichte mit gebotener
Distanz zu erzählen und den handelnden Personen dennoch nahe zu
kommen. Sie bedient sich dazu eines Tricks, den sie Franz Wunsch
abgeschaut hat. Dieser schnitt das Gesicht seiner Geliebten aus Fotos
aus, um es in Postkartenidyllen wiedereinzusetzen und sich die
Fiktion einer Liebe in glücklicheren Tagen zu konstruieren. Genauso
stellt nun auch Sarfaty Szenen der gefährlichen Liebschaft im Lager
von Auschwitz nach. Was für Wunsch Ausdruck seiner in die Zukunft
gerichteten Sehnsüchte war, ist für Sarfaty das Mittel, um
Erinnerungen lebendig werden zu lassen.

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