„Agrarförderungen an bessere Arbeitsbedingungen knüpfen“

Versorgungssicherheit ist mit mehr Nachhaltigkeit vereinbar

Wien (OTS) - Um die Lebensmittelproduktion in Österreich zukunftsfit zu machen, müssen wir aus der Krise lernen, sagt AK Expertin Maria Burgstaller anlässlich der Wintertagung des Ökosozialen Forums. Soziale und ökologische Nachhaltigkeit sind dabei die Wegweiser. „Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen in der Agrarbranche. Eine konkrete AK-Forderung zu den EU-weit problematischen Arbeitsbedingungen bei der Erntearbeit ist die Agrarförderungen an die Einhaltung von Arbeitsbedingungen und an gerechte Löhne zu knüpfen“, sagt Maria Burgstaller. Auch die Europäische Kommission spricht in ihrem Schreiben an Österreich diese Probleme an und empfiehlt, etwas dagegen zu unternehmen. Bessere Arbeitsbedingungen sind krisenfester und nützen zudem der gesamten Branche.
Damit KonsumentInnen eine Chance haben zu wissen, was sie essen, brauchen wir für Lebensmittel eine umfassende Kennzeichnung. Herkunftsangaben auf Fleischprodukten sollten auch die Herkunft der Futtermittel beinhalten. Wenn Tiere mit klimaschädlichen Sojafuttermitteln aus dem Regenwald gemästet werden, sollten sie nicht als regionale Produkte gelten dürfen. Denn Regionalität muss für die gesamte Lebensmittelkette gelten. Eine aktuelle repräsentative Umfrage vom Jänner 2021 anlässlich der Grünen Woche zeigt, dass hohe Arbeits-, Tierschutz- und Umweltstandards bei Lebensmitteln als immer wichtiger gelten. „Höhere Standards sind auch eine Chance für die Branche“, ist Burgstaller überzeugt. Besonders dann, wenn alle an einem Strang ziehen. Beispielsweise haben wir in Österreich die Käfige in der Eierproduktion viel früher abgeschafft als die Nachbarländer. Die Produktion ist nicht zurückgegangen, wie so manche befürchtet haben. Im Gegenteil. Die Eierproduktion in Österreich stieg seither in allen Kategorien: Bio, Freiland und Bodenhaltung. Versorgungssicherheit ist mit mehr Nachhaltigkeit vereinbar.
Zudem müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die österreichische Agrar- und Lebensmittelproduktion klimaneutral zu machen. Denn eine Klimakrise, die mit allen Mitteln zu verhindern ist, würde - anders als die derzeitige Krise - die Versorgungssicherheit mit Lebensmittel tatsächlich gefährden.

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