- 19.01.2021, 10:58:25
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Trauer um früheren Kathpress-Chefredakteur Erich Leitenberger
Journalist, Kirchenexperte und Pressessprecher dreier Wiener Erzbischöfe im 77. Lebensjahr verstorben - Schönborn: Leitenberger war "Stimme der katholischen Kirche in Österreich" - Ökumene-Bischof Scheuer: Leitenberger war Brücke zu Medien und Ökumene
Utl.: Journalist, Kirchenexperte und Pressessprecher dreier Wiener
Erzbischöfe im 77. Lebensjahr verstorben - Schönborn:
Leitenberger war "Stimme der katholischen Kirche in
Österreich" - Ökumene-Bischof Scheuer: Leitenberger war Brücke
zu Medien und Ökumene =
Wien (KAP) - Die Kirchen in Österreich trauern um Erich Leitenberger.
Der katholische Publizist, Journalist und langjährige frühere
Kathpress-Chefredakteur sowie Pressesprecher der Erzdiözese Wien ist
verstorben. Leitenberger stand im 77. Lebensjahr und wurde am Montag
tot in seiner Wiener Wohnung aufgefunden. Wiewohl er schon seit
Längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, kam sein
Tod überraschend.
Kardinal Christoph Schönborn hat sich tief betroffen über den Tod
Leitenbergers gezeigt. Dieser sei viele Jahre die "Stimme der
katholischen Kirche in Österreich" gewesen - als Pressesprecher
dreier Wiener Erzbischöfe (König, Groer, Schönborn) und Chefredakteur
von Kathpress. "In Journalistenkreisen genoss er aufgrund seiner
unaufgeregten Klarheit, der Zuverlässigkeit seiner Information und
seinem überragend umfassenden Wissen hohes Ansehen", erinnerte
Schönborn. Bis zuletzt habe Leitenberger durch sein ökumenisches
Engagement unschätzbare Dienste geleistet.
Persönlich fügte der Kardinal hinzu: "Für mich war er all die Jahre
eine unverzichtbare Stütze, ein kluger Berater, Krisenmanager und ein
Mann mit einem treffsicheren Gespür und Urteil. Sein unsagbar
umfassendes Wissen war in vielen Situationen eine nicht wegzudenkende
Hilfe." Für viele sei der Tod Leitenbergers der Verlust eines guten,
langjährigen Freundes. "Auch mir ist er im Lauf der Jahre zu einem
lieben, hochgeschätzten Freund geworden", so der Wiener Erzbischof,
der für den Verstorbenen auch bereits in seiner Morgenmesse am
Dienstag betete.
Bischof Scheuer würdigt Leitenberger
Betroffen über das Ableben von Prof. Leitenberger und zugleich
dankbar für sein Wirken zeigte sich auch Bischof Manfred Scheuer:
"Erich Leitenberger war als kirchlicher Mensch eine Brücke in die
Welt der Medien, in die Ökumene, aber auch zur Politik und
Gesellschaft", so der Ökumene-Bischof. Zuletzt als Sprecher des
Ökumenischen Rats der Kirche und der Stiftung "Pro Oriente" sowie als
Vizepräsident der Kardinal König Stiftung sei Leitenberger auch nach
Ende seiner aktiven Dienstzeit in der Kathpress und in der Erzdiözese
Wien "stark präsent und sehr engagiert" gewesen.
Wie selten jemand habe Leitenberger Überblick und Kenntnis vor allem
von den orthodoxen und altorientalischen Kirchen gehabt. Durch seinen
Intellekt und seine breite kulturell-theologische Bildung habe
Leitenberger "nicht schablonenhaft gedacht". Seine Gabe, rasch,
differenziert und wohlwollend zu formulieren verbunden mit seiner
persönlichen Frömmigkeit machten ihn zu einem, der für Verständnis,
Vermittlung und Kompromiss stand, so der Linzer Bischof.
Kathpress trauert
Tiefe betroffen vom Heimgang ihres früheren Chefredakteurs zeigte
sich auch die gesamte Kathpress-Redaktion. "Fast 30 Jahre stand Erich
Leitenberger als Chefredakteur an der Spitze der Kathpress und hat
mit journalistischer Expertise und innerer Verbundenheit die Höhen
und Tiefen der Kirche in dieser Zeit verlässlich und profund
begleitet", so Kathpress-Chefredakteur Paul Wuthe über seinen
Vorgänger.
Wuthe: "Leitenberger nutzte vor 1989 diskret und beharrlich die
Möglichkeiten der Kathpress mit Sitz in Wien und der kräftigen
Unterstützung von Kardinal Franz König, um denen eine Stimme zu
geben, die aufgrund ihres Glaubens hinter dem Eisernen Vorhang
verfolgt wurden. Er blieb besonnen, loyal und weitblickend, als die
innerkirchliche Situation in Österreich nach der Ära König für viele
zum Weinen war. Er lebte auf, wenn er katholische Weite und
Weltkirche sehen und thematisieren konnte, und er hatte in der Welt
der Ostkirchen speziell des Nahen und Mittleren Ostens eine zweite
geistige Heimat."
Bis zuletzt sei Leitenberger der Kathpress-Redaktion menschlich und
journalistisch eng verbunden gewesen. "Dass seine ehemalige
Sekretärin in der Kathpress sowie ein Kathpress-Redakteur
Leitenberger gestern in seiner Wohnung aus Sorge um ihn aufgesucht
und dort nicht mehr lebend aufgefunden haben, zeigt die enge
Verbindung bis zuletzt. Wir verlieren mit Leitenberger nicht nur
einen ehemaligen Chef, sondern auch einen
väterlich-freundschaftlichen und inspirierenden Menschen", so Wuthe.
Ein Leben für die Kirchen
Erich Leitenberger wurde am 7. August 1944 in Wien geboren und war
vor Eintritt in den kirchlichen Dienst von 1967 bis 1974 Redakteur
bei der Tageszeitung "Die Presse". 1974 bestellte ihn Kardinal Franz
König zum Pressereferenten bzw. Pressesprecher der Erzdiözese Wien;
diese Aufgabe hatte Leitenberger - mit Unterbrechung von 1996 bis
1999 - bis zum Mai 2011 inne. Von 1981 bis 2009 war er zudem
Chefredakteur der Katholischen Presseagentur "Kathpress". Die
Republik würdigte seine Verdienste u.a. mit der Verleihung des Titels
"Professor" sowie mit dem "Großen Ehrenzeichen". Kirchlich wurde er
mit dem päpstlichen Gregoriusorden ausgezeichnet.
Nach Beendigung seiner hauptamtlichen Tätigkeiten übernahm der
ausgewiesene Experte für die vielfältige kirchliche Situation im
Nahen und Mittleren Osten im Jahr 2011 ehrenamtlich die Pressearbeit
bei der Stiftung "Pro Oriente". Darüber hinaus fungierte Leitenberger
über viele Jahre und bis zuletzt auch als Pressesprecher des
"Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich" (ÖRKÖ), dessen Vorstand
er angehörte. Neben vielen weiteren Tätigkeiten war er u.a. auch
Vizepräsident der Kardinal-König-Stiftung.
Mehr: https://www.kathpress.at/goto/meldung/1978952
((forts. mgl.)) GPU/PWU/PER
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