- 18.01.2021, 11:00:01
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- OTS0064
Einbruch am Automarkt
Schlechtestes Jahr für die Automobilwirtschaft seit 33 Jahren – Gesamt-Markt um ein Viertel eingebrochen – Aufschwung bei elektrifizierten Fahrzeugen
Utl.: Schlechtestes Jahr für die Automobilwirtschaft seit 33 Jahren
– Gesamt-Markt um ein Viertel eingebrochen – Aufschwung bei
elektrifizierten Fahrzeugen =
Wien (OTS) - Die Automobilwirtschaft hat ein schwieriges Jahr hinter
sich. Die Zahlen dazu hat die österreichische Automobilwirtschaft –
Automobilimporteure und Fahrzeughandel – heute, Montag, gemeinsam mit
der Statistik Austria im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz
vorgestellt.
Dr. Peter Laimer, verantwortlich für die Kfz-Statistik bei Statistik
Austria: „Die COVID-19-Pandemie beeinflusst auch die Kfz-Industrie
maßgeblich. Die Pkw-Neuzulassungen sind 2020 um ein Viertel
zurückgegangen“, so Laimer. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr
248.740 Pkw neu zugelassen, was einem Rückgang von 24,5 Prozent
gegenüber 2019 entspricht. „Während sich die Zulassungszahlen benzin-
und dieselbetriebener Pkw deutlich rückläufig entwickelten, legte die
Zahl der mit alternativen Kraftstoffen betriebenen Pkw um fast das
Doppelte auf 50.060 Fahrzeuge zu“, erläutert Laimer weiter. Diese
Zunahme ist zum überwiegenden Teil auf Benzin-Hybrid-Pkw
zurückzuführen (+105,5 Prozent auf 25.380 Fahrzeuge), ausschließlich
elektrisch betriebene Pkw verzeichneten einen Zuwachs von 72,8
Prozent auf 15.972 Fahrzeuge. „Neuzulassungen einspuriger Kfz lagen
im Jahr 2020 mit 46.099 Fahrzeugen um 13,4 Prozent über dem
Vorjahreswert und damit wiederum vor den Lkw-Neuzulassungen, die mit
40.042 gegenüber 2019 um 16,7 Prozent zurückgingen“, führt Peter
Laimer aus.
Kerle: Entwicklung dramatisch
Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure,
nennt in erster Linie die Corona-Pandemie und die damit verbundene,
anhaltend schlechte Wirtschaftslage sowie die schwierigen politischen
Rahmenbedingungen mit permanenten Steuererhöhungen als Gründe für den
Einbruch am Automarkt. „All diese Faktoren haben zusammen zum
schlechtesten Jahr für die Automobilwirtschaft seit 33 Jahren
geführt“, so Kerle. Diese Entwicklung sei dramatisch, da die
Automobilwirtschaft eine Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in
Österreich ist und für 315.000 Arbeitsplätze sorgt. „Wir müssen
leider davon ausgehen, dass auch 2021 ein schwieriges Jahr wird. Um
die Lage am Automarkt zu stabilisieren, dürfen jedenfalls keine neuen
finanziellen Belastungen für Unsicherheit sorgen. Stattdessen sollten
wir auf Maßnahmen setzen, die den Markt ankurbeln. Darüber hinaus
sollte eine Verlängerung der Investitionsprämie angedacht werden, die
als Corona-Maßnahme einen positiven Input gebracht hat. Grundsätzlich
wünschen wir uns, dass es zwischen Politik und Wirtschaft wieder mehr
zu einem Miteinander kommt und wir uns wegbewegen von der
Bestrafungspolitik und der rein ideologischen Politik, wie wir es
derzeit häufig erleben. Sowohl die Wirtschaftskrise als auch Fragen
der Klimapolitik werden wir nur dann lösen, wenn wir gemeinsam an
einem Strang ziehen“, so Kerle. Für 2021 rechnet Kerle zumindest im
Bereich der elektrifizierten Fahrzeuge erneut mit einem großen
Aufschwung, von Seiten der Hersteller sei jedenfalls ein wahres
Produktfeuerwerk zu erwarten.
Edelsbrunner: Betriebe brauchen Perspektiven und Planbarkeit
„Nach einem für unsere Branche enttäuschenden Jahr 2020 heißt es
jetzt nach vorne blicken“, resümiert der Obmann des Bundesgremiums
des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich, Klaus
Edelsbrunner, anlässlich der Bekanntgabe der Kfz-Zulassungszahlen.
Auch der Start ins neue Jahr sei für den Fahrzeughandel bis jetzt
eher stotternd verlaufen: „Der Lockdown im normalerweise
zulassungsstarken Jänner trifft unsere Branche voll. Was die
Unternehmen jetzt brauchen, sind Planbarkeit und klare Perspektiven,
um ins Frühjahr starten zu können“, unterstreicht der
Branchensprecher. Die Kundennachfrage sei derzeit noch schwach. Auch
die Entwicklung des Gebrauchtwagenhandels sei 2021 schwierig, so
Edelsbrunner. Belastend wirken die laufenden Kosten für die
Gebrauchtwagenlager, zudem steige allgemein die Insolvenzgefahr, da
auch die gestundeten Steuern bezahlt werden müssten. Edelsbrunner
kritisiert auch die NoVA-Erhöhung bzw. Einführung für leichte
Nutzfahrzeuge ab 1.7.2021: „Generell sind Steuererhöhungen wie diese
Gift für den Markt, bringen aber auch der Umwelt nichts, weil alte –
und damit schadstoffreichere – Fahrzeuge einfach länger auf der
Straße bleiben. Eine NoVA für Kleintransporter ist nur eine
Zusatzbelastung für die Wirtschaft“, betont Edelsbrunner abschließend
und verweist darauf, dass die NoVA seinerzeit als Ersatz der
„Luxussteuer“ eingeführt wurde.
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