Grüne Wien/Ellensohn, Berner: Stadtrechnungshof zeigt untragbare Situation für Mitarbeiter*innen und Kinder in Krisenzentren auf

Wien (OTS) - Der aktuelle Bericht des Stadtrechnungshof Wien zeigt eine untragbare Situation für die Mitarbeiter*innnen und die untergebrachten Kinder und Jugendlichen in den Krisenzentren der Stadt Wien auf. So wurden, wie es im Bericht heißt, "im Jahr 2019 in den Krisenzentren insgesamt rund 1.900 Überstunden und somit die doppelte Anzahl der in den beiden Vorjahren geleisteten Überstunden erbracht."

Kritikpunkte sind auch fehlende Supervision in den Teams, keine einheitlichen Qualitätsstandards und stark verzögerte Genehmigungsverfahren für die Wohngemeinschaften an einzelnen Standorten. Beispielsweise gilt die 2001 ausgestellte Genhemigung für eine WG in Simmering trotz Übersiedlung an einen neuen Standort 2016 noch immer. Der Stadtrechnungshof kritisiert wie folgt: "In den regionalen Krisenzentren waren in einigen Fällen bis zu 14 Kinder aufgenommen, was einer Überbelegung von sechs Kindern und einer Auslastung von 175 % entsprach. Im gesamten Jahresverlauf und über alle Krisenzentren betrachtet, kam es 2.539 mal zu einer Überschreitung der genehmigten Gruppengröße, was bedeutet, dass die einzelnen Einrichtungen an durchschnittlich 43,5 % aller Tage überbelegt waren."

Die Auslastung war sehr unterschiedlich und hat aufgrund des langen und hohen Überbelags des Krisenzentrums "Am Fuchsenfeld" in Meidling auch zu Personalproblemen und der Schließung geführt. Aus dem Bericht des Stadtrechnungshofes: "Im gesamten Jahresverlauf und über alle Krisenzentren betrachtet, kam es 2.539 mal zu einer Überschreitung der genehmigten Gruppengröße, was bedeutet, dass die einzelnen Einrichtungen an durchschnittlich 43,5 % aller Tage überbelegt waren. Zusammenfassend war zu bemerken, dass die Auslastung der Krisenzentren im Vergleich zum Einschauzeitraum der Vorprüfung gestiegen war und es in den Jahren 2017 bis 2019 zu einem hohen Ausmaß an Überbelegungen kam."

Als dringend erforderlich sieht der Stadtrechnungshof Wien, dieser Entwicklung der systematischen Überbelegung der Krisenzentren entgegenzusteuern. "Auswirkungen auf die Belagszahlen der Krisenzentren hätten dabei u.a. die Schaffung zusätzlicher Krisenzentren, eine Stärkung der Sozialen Arbeit, der ambulanten Ressourcen sowie vermehrte Kapazitäten in Folgeeinrichtungen.

„Der Stadtrechnugshof Bericht zeigt nochmal deutlich, wie unterversorgt Kinder und Jugendliche in Not in Wien sind. Es gibt zu wenige therapeutische und zu wenig ambulante Angebote und es gibt zu wenig aufsuchende Arbeit. Gemeinsam koordiniert könnten alle diese Interventionen präventiv wirken und notwendige Kindesabnahmen reduzieren. Ein erprobtes Konzept dafür gibt es - es heißt „Frühe Hilfen“, so Gemeinderätin Ursula Berner und Klubobmann David Ellensohn von den Grünen Wien.

„Derzeit können in Wien aber nur Kinder und Familien, die im Westen der Stadt wohnen, mit den Frühen Hilfen unterstützt werden. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch unsinnig“, betont Ellensohn. „Für eine gute Versorgung und damit für eine Prävention, die die Chancengleichheit für alle Kinder in Wien gewährleistet und das Sozialsystem der Stadt auch in Zukunft entlastet, ist es notwendig, dieses frühe Präventionsprogramm auf ganz Wien auszudehnen. Deshalb haben wir vor Weihnachten einen Antrag auf Ausbau der Frühen Hilfen für ganz Wien gestellt - dieser wurde von SPÖ und Neos abgelehnt: Die Sensibilität für diesen wesentlichen Bereich der Prävention dürfte hier nicht gegeben sein“, so Berner.

"So kann es nicht weitergehen. Es braucht dringend mehr Personalressourcen in dem Bereich und eine Reorganisation der bestehenden Prozesse", so Ellensohn und Berner abschließend.

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