Qualitätsdefizite an den Hochschulen? Die AQ Austria zieht aus dem Fall Aschbacher keine voreiligen Schlüsse

Die Plagiatsvorwürfe gegen die ehemalige Bundesministerin werfen Fragen nach der Qualität der beteiligten Hochschulen auf. Die AQ Austria wird den Fall beraten.

  • Wir wollen nicht im Detail in Hochschulen eingreifen, müssen jedoch hinschauen, wo Prozesse oder Strukturen zur Sicherung von Qualität nicht mehr passen oder in der Praxis nicht funktionieren.
    Anke Hanft, Präsidentin der AQ Austria
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  • Im Rahmen des Europäischen Hochschulraumes sind Abschlüsse akkreditierter Bildungseinrichtungen anzuerkennen. Wir gehen aber davon aus, dass die zuständigen Stellen in der Slowakei ebenso aktiv werden
    Jürgen Petersen, Geschäftsführer der AQ Austria
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Wien (OTS/AQ Austria) - Die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) hat für die Qualitätssicherung des Hochschulbereichs in Österreich eine zentrale Stellung inne. Zwar ist die Sicherung der Qualität hochschulischer Abschlüsse primär Aufgabe der Hochschulen selbst, doch überprüft die Agentur, ob Hochschulen über ein funktionierendes Qualitätssicherungssystem verfügen, das dazu führt, dass die akademischen Abschlüsse im Europäischen Hochschulraum anerkannt werden.

Neben der Organisation von wissenschaftsgeleiteten Akkreditierungsverfahren, Audits und anderen Instrumenten, kann die AQ Austria zusätzlich aus eigener Initiative in konkreten Fällen Prüfverfahren einleiten.

Dazu betont Professorin Anke Hanft (Präsidentin der AQ Austria), dass die Hauptverantwortung in der Autonomie der Hochschulen liegt und sieht die AQ Austria aber ebenso dem öffentlichen Interesse verpflichtet: „Wir wollen nicht im Detail in Hochschulen eingreifen, müssen jedoch hinschauen, wo Prozesse oder Strukturen zur Sicherung von Qualität nicht mehr passen oder in der Praxis nicht funktionieren.“ Ob aus einer möglicherweise problematischen Begutachtung einer Abschlussarbeit im Jahr 2006 Rückschlüsse auf die derzeitige Situation an der FH Wiener Neustadt gezogen werden können, sei zwar fraglich, doch wird sich die AQ Austria unverzüglich mit der Fachhochschule in Verbindung setzen.

Die Plagiatsvorwürfe gegen die Dissertation von Frau Aschbacher sind für die AQ Austria hingegen nicht direkt prüfbar, da der akademische Grad von einer slowakischen Universität verliehen wurde. „Im Rahmen des Europäischen Hochschulraumes sind Abschlüsse akkreditierter Bildungseinrichtungen anzuerkennen. Wir gehen aber davon aus, dass die zuständigen Stellen in der Slowakei ebenso aktiv werden“, sagt Dr. Jürgen Petersen (Geschäftsführer der AQ Austria).

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