Ö1-Jahresschwerpunkt zum „Jahrzehnt der Ozeane“

Wien (OTS) - Ö1 widmet dem von den Vereinten Nationen weltweit ausgerufenen „Jahrzehnt der Ozeane“ einen ganzjährigen Schwerpunkt. Im Jänner beschäftigen sich die „Hörbilder“ (16.1.), „Ambiente“ (17.1.), ein „Radiokolleg“ (18.-21.1.) und „Dimensionen“ (18.1.) mit dem Thema. Das Programm ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/ozeane.

Die Vereinten Nationen haben mit 1. Jänner dieses Jahres das Jahrzehnt der Meeresforschung für Nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Im Zentrum steht die Chance, die größte, noch weitgehend ungenutzte und unerforschte Ressource unseres „Blauen Planeten“ zu bewahren. Den Auftakt des Ö1-Jahresschwerpunktes machen am Samstag, den 16. Jänner die „Hörbilder“ (9.05 Uhr) mit dem Titel „Wandel war unsere einzige Chance“ über den Besuch einer Hafenstadt im Jahr 2047. Eine Zukunftsvision: Der Alltag im Jahr 2047 wird von der verheerenden Umweltverschmutzung dominiert. Im Meer breiten sich die Todeszonen aus und allerorts wüten Wetterextreme. Dürre, Stürme, Überschwemmungen und der kontinuierliche Anstieg des Meeresspiegels setzen immer neue Migrationsbewegungen in Gang. Und trotzdem gibt es in der fiktiven Hafenstadt „Turnton“ Grund zur Hoffnung: Die Menschheit hat - spät aber doch - ihr Schicksal in die Hand genommen. Der Neoliberalismus ist Geschichte. Er wurde durch Gemeinwohlökonomie abgelöst und die Nutzung erneuerbarer Energien hat sich durchgesetzt. Reisepässe sind abgeschafft, kein Mensch ist mehr illegal, denn 2047 ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil immer mehr Landstriche vertrocknen oder im Meer versinken. Die Künstler/innen des Linzer Kollektivs „Time‘s Up“ haben diese Hafenstadt der Zukunft gebaut. Mit dem Kunstprojekt „Turnton 2047“ zeigen sie, wie trotz Klimakrise und Artensterben soziopolitische Erneuerung möglich sein könnte.

Am Sonntag, den 17. Jänner besucht „Ambiente - von der Kunst des Reisens“ (10.05 Uhr) das Meeresschildkröten-Projekt Tamar an der brasilianischen Küste, die Inselwelt Thailands mit ihren Müllproblemen und das Reich der Fregattvögel auf der Karibik-Insel Barbuda.

„Patient Meer“ lautet der Titel des vierteiligen „Radiokolleg“ von Montag, den 18. bis Donnerstag, den 21. Jänner jeweils um 9.05 Uhr. Insgesamt sind 71 Prozent der Erdoberfläche von Meeren bedeckt, wobei man im allgemeinen Sprachgebrauch nicht von den sieben Weltmeeren spricht, sondern nur von drei Ozeanen: Atlantischer Ozean, Indischer Ozean und Pazifischer Ozean. Sie sind gigantische Klimaschützer und speichern sehr viel Kohlendioxid. Damit fungieren die Ozeane als Klimapuffer, die den Temperaturanstieg in der Atmosphäre mäßigen. Allerdings wie lange noch und mit welchen Auswirkungen? Das Eis am Nordpol war im September 2020 auf die zweitkleinste Sommerfläche seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 geschrumpft. Weniger Eis bedeutet weniger Weiß. Und damit weniger reflektiertes Sonnenlicht. Je dunkler die Oberfläche, desto höher die Temperatur, weil die Oberfläche die Wärme aufnimmt. Ein Kriterium, das den Klimahaushalt beeinflusst. Mit steigenden Temperaturen in der Luft erwärmt sich das Wasser und erhöht sich der Kohlendioxidgehalt. Das führt zur Versauerung des Wassers. Was bedeutet das für die marine Lebewelt? Wärmere Zeiten rufen auch stürmischere Zeiten hervor. Mehr Energie -mehr Wirbelstürme. Und unter Wasser bewegen sich die Kontinentalplatten. Die Folge? Seebeben und Tsunamis. Der blaue Planet könnte sein blaues Wunder erleben. Dann nämlich, wenn seine Schätze gehoben und rücksichtslos nach Erdöl, Erdgas, Mangan, Salz und Seltenen Erden gesucht wird. Auf seiner Oberfläche bringt sich die Schifffahrt in Stellung. Eisfreie Passagen bedeuten immer weniger Tabuzonen auf dem Globus. Die Arktis als neue Handelsroute - ein Hoffnungsgebiet vieler. Es gibt also Begehrlichkeiten ohne Ende. Die Ozeane als röchelnder Atem der Erde: Geht dem Meer bald die Luft aus?

„Klimawandel unter Wasser“ ist Thema der „Dimensionen“ am Montag, den 18. Jänner ab 19.05 Uhr. Der Klimawandel führt zu höheren Meerestemperaturen. Und die wiederum bewirken, dass viele Korallenriffe erkranken oder absterben. Um diese Biotope zu retten, verfolgen Meeresbiolog/innen auch unkonventionelle Ansätze. Im Atlantik, vor der Küste Floridas, tauchen sie hinunter auf den Grund des Ozeans und forsten Korallenriffe von Hand künstlich auf. Auf der anderen Seite der Welt, am australischen Great Barrier Reef, experimentieren Forscher/innen mit Korallenhybriden, die stärker und temperaturtoleranter sind. Eine besondere Art von Schneekanonen soll außerdem dafür sorgen, dass sich über dem Pazifik Wolken bilden, die die empfindlichen Riffe vor der Sonneneinstrahlung schützen. Das Programm im Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/ozeane.

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