Rollenspiele zur Medienethik für Schülerinnen und Schüler

Wien (OTS) - Der Österreichische und der Deutsche Presserat haben heute Unterrichtsmaterialien veröffentlicht, die die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schüler stärken sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei Rollenspiele, die an sechs medienethischen Entscheidungen der Presseräte aus Belgien, Deutschland, Finnland, Österreich und der Schweiz anknüpfen. Die Entscheidungen der beteiligten Presseräte beruhen auf tatsächlichen Fällen und wurden lediglich aus didaktischen Gründen leicht adaptiert. In den Rollenspielen werden die Fälle im Rahmen einer fiktiven Presseratssitzung mit verteilten Rollen durchgespielt. Dabei werden verschiedene ethische Probleme aufgearbeitet, die z.B. die Privatsphäre, den Ehrenschutz, die Menschenwürde oder die Diskriminierung von gesellschaftlichen Randgruppen betreffen.

Die Materialien zum Rollenspiel sind ausschließlich auf Englisch und nur für Lehrerinnen und Lehrer auf der Webseite www.presscouncils.eu erhältlich.

Darüber hinaus wurden auch zwei Erklärvideos auf Englisch veröffentlicht, die auf derselben Webseite frei zugänglich sind. In dem einen Video geht es um die Diskriminierung von größeren gesellschaftlichen Gruppen (z.B. Schwarze, Homosexuelle) durch die Medien; in dem anderen um die korrekte Berichterstattung über Suizide.

Die Unterrichtsmaterialien sollen dazu beitragen:

*) einerseits die Bedeutung von freiem Journalismus für die Demokratie, andererseits aber auch die damit verbundene Verantwortung der Journalistinnen und Journalisten zu erkennen;

*) Medienberichte kritisch zu hinterfragen und ein Gefühl für medienethische Themen zu entwickeln;

*) Schülerinnen und Schüler mit ethischen Standards des Journalismus vertraut zu machen;

*) zwischen glaubwürdigen Berichten und Desinformationen unterscheiden zu können;

*) Schülerinnen und Schüler für Diskriminierungsthemen zu sensibilisieren.

Die Unterrichtsmaterialien wurden im Rahmen des Pilotprojekts „Medienräte im digitalen Zeitalter“ realisiert, gefördert von der Europäischen Kommission (DG CONNECT). Das Projekt wird von einem Konsortium getragen, das sich u.a. aus mehreren europäischen Presseräten (Belgien, Deutschland, Irland, Finnland und Österreich) und der „European Federation of Journalists“ zusammensetzt.

Der Presserat ist ein Verein, der sich für verantwortungsvollen Journalismus einsetzt und dem die wichtigsten Journalisten- und Verlegerverbände Österreichs angehören. Die Mitglieder der Senate des Presserats sind weisungsfrei und unabhängig.

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