Ernst-Dziedzic warnt vor Schließung des bosnischen Flüchtlingslagers Lipa

Grüne: Es braucht mehr Unterkünfte, nicht weniger, um eine Katastrophe zu verhindern

Wien (OTS) - „Mitten im Winter ein Flüchtlingslager zu schließen und damit tausende hilfsbedürftige Menschen buchstäblich auf die Straße zu setzen ist ein Akt der Grausamkeit, den wir schwer tolerieren können. Noch weniger, wenn es ein paar Stunden von Wien entfernt passiert“, sagt die außenpolitische und Menschenrechtssprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, zu der drohenden Schließung des Flüchtlingslager Lipa in Bosnien und ergänzt: „In der gegenwärtigen Situation, in der nur die aufopfernde Hilfe zahlreicher NGOs geflüchtete Menschen vor Hunger oder gar dem Tod durch Erfrieren in den bosnischen Wäldern bewahrt, braucht es rasch mehr Unterkünfte, nicht weniger. Wir kritisieren schon lange die furchtbaren Zustände an der bosnisch-kroatischen Grenze, wo die dortige Politik schon lange die Verantwortung auf die Zivilgesellschaft und Freiwillige abwälzt. Die EU-Kommission ist über die Migrationslage in Bosnien und Herzegowina alarmiert. Über 3.300 Flüchtlinge könnten dort bald ohne Unterkunft sein. Alternative Lösungen seitens der Behörden fehlen bisher. Ich schließe mich deshalb der Forderung der Kommission an, zumindest das Flüchtlingslager Bira wieder zu öffnen.“

Es brauche hier jetzt dringend Kooperation mit anderen Staaten. Die internationale Gemeinschaft, aber auch Österreich dürften Bosnien und Kroatien bei der Bewältigung der prekären Lage nicht alleine lassen, so die Vizeklubchefin weiter. Aus ihrer Sicht brauche es hier auch die Bereitschaft der Behörden in diesen Ländern, sich des humanitären Problems anzunehmen anstatt es durch untragbare Maßnahmen noch weiter zu verschärfen. „Hier zeichnet sich schon lange der nächste Menschenrechtsskandal ab“, meint Ernst-Dziedzic. „Wenn es nicht rasch Unterkünfte für die obdachlosen Flüchtlinge gibt, wird der Winter Menschenleben kosten“, sagt Ernst-Dziedzic. Diese Menschen in den Wäldern Bosniens ohne Nahrung und Kleidung ihrem Schicksal zu überlassen, sei schlicht verantwortungslos, meint die Menschenrechtssprecherin, die mehr Druck auf die dortigen Behörden fordert und mehr Unterstützung seitens der Kommission, aber auch Österreichs, für die „Nachbarn in Not“ für unumgänglich hält.

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