• 20.12.2020, 09:56:46
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  • OTS0012

Schnabl/Hundsmüller: 100 Kindern aus griechischer Flüchtlingshölle sichere Unterkunft geben

Wer zusieht, macht sich am Leid mitschuldig

Utl.: Wer zusieht, macht sich am Leid mitschuldig =

St. Pölten (OTS) - „Holen wir die Kinder raus“, richtet der
niederösterreichische SPÖ-Vorsitzende, LHStv. Franz Schnabl, wenige
Tag vor Weihnachten einen dramatischen Appell an die ÖVP
Niederösterreich. Die schreckliche Lage in den Flüchtlingslagern auf
der griechischen Insel Lesbos spitze sich immer mehr zu. Es sei eine
humanitäre Katastrophe, was sich derzeit dort auf europäischem Boden
abspiele, so Schnabl. „Niederösterreich darf nicht zusehen und sich
mitschuldig machen. Setzen wir ‚gemeinsam‘ ein Zeichen der
Menschlichkeit und geben wir zumindest 100 Kindern eine sichere und
menschenwürdige Unterkunft in unserem Bundesland“, pocht Schnabl
darauf, sich nicht der humanitären Verantwortung zu entziehen.

„Wir müssen sie aus dieser Hölle befreien. Die Zelte sind nicht
winterfest und nach fürchterlichen Regenfällen liegen die Kinder am
kalten, nassen Boden. Zudem berichteten vor Ort im Einsatz
befindliche Ärzte, dass die am häufigsten zu versorgenden
Verletzungen Rattenbisse seien, weil Kinder im Schlaf angebissen
werden würden“, unterstreicht Franz Schnabl die Dringlichkeit, kurz
vor dem „Fest der Nächstenliebe“ auch „Menschenliebe“ zu zeigen.

Jedes weitere Zuwarten verschlimmere das Leid der Kinder, meint
SPNÖ-Klubobmann Reinhard Hundsmüller. „Die Lager machen krank und die
Kinder durchleben derzeit ein Trauma, das sie ihr Leben lang
begleiten wird“, ist der Klubobmann im Zusammenhang mit der Ablehnung
einer sozialdemokratischen Aufnahme-Initiative in der dieswöchigen
Sitzung des NÖ Landtages noch immer bestürzt. Vor allem ärgere ihn
die Doppelmoral, die betrieben werde, so Hundsmüller: „Einerseits
setzt die ÖVP für ihre Zwecke mit Vorliebe auf die Popularität
bekannter Persönlichkeiten, andererseits stellt man sich taub, wenn
diese Prominenten zur Rettung der Kinder aufrufen“, bezieht sich
Hundsmüller auf den aktuellen, dramatischen Hilferuf der beliebten
Schauspielerin Katharina Stemberger, die kürzlich die griechischen
Flüchtlingslager besuchte.

„Das Land Niederösterreich hat genügend Kapazitäten, um zumindest 100
schutzbedürftige Kinder aus den Lagern aufzunehmen und zu versorgen.
Es ist jetzt eine Frage des humanitären Verantwortungsbewusstseins,
nicht zuzuschauen, sondern zu helfen“, so Hundsmüller abschließend.

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