- 18.12.2020, 12:03:45
- /
- OTS0131
Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich
Jahresrückblick 2020
Utl.: Jahresrückblick 2020 =
St. Pölten (OTS/NLK) - Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich
(KOERNOE) als Teil der Abteilung Kunst und Kultur des Amtes der NÖ
Landesregierung unterstützt Gemeinden, Vereine und Institutionen bei
der Entwicklung, Realisierung, Präsentation und Vermittlung
künstlerischer Projekte im Außenraum. Seit über 20 Jahren konnten so
an die 600 Arbeiten von nationalen und internationalen Künstlern und
Künstlerinnen umgesetzt werden, die von der permanenten Skulptur über
die Stadtmöblierung bis zur Gestaltung ganzer Plätze reichen. Eine
ebenso wichtige Rolle nehmen temporäre oder performative
Interventionen ein, die auch in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung
entstehen. Insgesamt gibt es damit europaweit keine vergleichbare
Region, die wie Niederösterreich ein derart dichtes Netz an
Kunstwerken im öffentlichen Raum bei gleichzeitig starker regionaler
Verankerung aufweist.
Auch die künstlerischen Neuzugänge des Jahres 2020, die realisiert
werden konnten, zeigen eindrucksvoll die Bandbreite und Bedeutung von
Kunst im öffentlichen Raum. Viele der aktuellen Projekte, die zudem
allesamt auf der Website erkundet werden können, eignen sich auch für
winterliche Ausflüge: So weist in Lunz am See der WasserCluster Lunz
seit Juli mit einem Mahnmal von Florian Pumhösl auf die Geschichte
seines Standorts hin, als sich hier während der NS-Zeit ein
Ausbildungslager für Jugendliche befand. Der Künstler hebt dabei mit
seiner als Sgraffito-Wand gestalteten Arbeit die Bedeutung der
demokratischen Bildung der Jugend für die zukünftige Gestaltung der
Gesellschaft hervor; für 2021 sind entsprechende Schul-Workshops
geplant.
In Klein-Meiseldorf wiederum hat das Künstlerduo Nicole Six und Paul
Petritsch im Zuge der Errichtung eines neuen Dorfzentrums eine
„Feuerstelle“ geschaffen, die als Platzgestaltung inklusive Brunnen
und flexiblem Sitzmobiliar mit facettenreichen Nutzungsmöglichkeiten
besticht. Am Seekopf bei Rossatz haben Eldine Heep und Klemens
Schillinger als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Vorgängerbau
unter dem Motto „Die vierte Wand“ eine neue Aussichtswarte errichtet.
Im Schlosspark von Grafenegg ermöglicht die Skulptur „Manufactured
for the Purpose of Fainting (after Screaming)“, ein Sitzobjekt aus
weißem Marmor der aus dem Kosovo stammenden Künstlerin Flaka Haliti,
einen diskursiven Austausch zwischen historischen Möbeln und
gegenwärtigen Gesellschaftsstrukturen.
Im Kunstraum Weikendorf unterzieht die in der Slowakei geborene
Künstlerin Miriam Bajtala ihre eigene Vergangenheit einem
experimentellen Akt der Vergegenwärtigung und Aktualisierung.
Ausgangspunkt für „dichtegeschichte in 18 Räumen“ sind
Rekonstruktionen der Grundrisse ihrer Wohnungen als eine Art
räumlicher Lebenslauf. In St. Pölten laden seit heuer sieben
temporäre Interventionen unter dem Titel „In This Together“ zu einem
Stadtspaziergang zwischen Zentrum und Landhausviertel. Aus Anlass von
25 Jahren Österreich in der EU teilen dabei Aldo Giannotti und
Borjana Ventzislavova ihre Fragen, Perspektiven und Hoffnungen an und
für Europa mit der Öffentlichkeit.
Nach drei Jahren Vorbereitungszeit und 13 Jahre nach dem ersten
Entwurf sorgt seit September in den Ötschergräben das Projekt
„Cliffhanger“ des Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber für
Furore: Das realistisch nachempfundene Geschäftsportal eines
Tourismusbüros hoch oben in einer Felswand neben dem Mirafall
thematisiert bis Oktober 2021 die Vereinnahmung der Natur durch die
Tourismusmaschinerie. Bevor der Naturpark Ötscher-Tormäuer am 1. Mai
2021 wieder öffnet, gibt es die Möglichkeit, den Weg vom
Naturparkzentrum zum Mirafall entlang eines filmischen Parcours von
Silvia Eckermann und Gerald Nestler zu verfolgen, der sich als eine
Art Musical um die schwindende Ressource Wasser dreht.
Dazu kommt, dass KOERNOE bereits während des ersten Lockdowns im
Rahmen von „Kultur Niederösterreich frei Haus“ Künstler, Theoretiker,
Kuratoren und Schriftsteller beiderlei Geschlechts eingeladen hat,
ein Projekt aus den rund 300 permanenten Arbeiten des Archivs
auszuwählen, um mit „private views – Kunst im öffentlichen Raum
Revisited“ eine visuelle, literarische, kunsttheoretische oder gar
musikalische Brücke vom privaten in den öffentlichen Raum zu
schlagen.
Nicht zuletzt wurde ab Oktober das Projekt „Kleine Post“ verteilt,
das es sich zur Aufgabe gemacht hat, stellvertretend für die vielen
Einzelnen einen Teil der in Niederösterreich lebenden und tätigen
Menschen, die durch COVID-19 besonders gefordert wurden, mit einem
Zeichen der Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu erreichen. Gestaltet
wurde diese Botschaft der Anerkennung, Fürsorge und Solidarität von
Imayna Caceres, Nikolaus Gansterer, Thomas Geiger, Anne Glassner,
Sabine Groschup, Manfred Grübl, Daniel Hafner, Andrea Lüth, Maja
Osojnik, Steffi Parlow, Viktoria Tremmel und Urban Subjects.
Nähere Informationen beim Amt der NÖ Landesregierung / Abteilung
Kunst und Kultur – Kunst im öffentlichen Raum unter 02742/9005-13248,
Juliane Feldhoffer, e-mail [email protected] und
www.publicart.at.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NLK






