• 11.12.2020, 10:39:41
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  • OTS0111

Seroprävalenz-Studie: 4,7% mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2

Faßmann: „Besiegen Pandemie langfristig nur mit einer Impfung“

Utl.: Faßmann: „Besiegen Pandemie langfristig nur mit einer Impfung“ =

Wien (OTS) - Seit Beginn der Corona-Pandemie haben rund 350.000
Personen eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht und damit
Antikörper gegen SARS-CoV-2 gebildet. Die Seroprävalenz beträgt damit
4,7% bis zum Untersuchungszeitraum Mitte/Ende Oktober.

Rund 61 % der in der Studie entdeckten Fälle sind behördlich
unerkannte Infektionen. Das ergab eine Hochrechnung der
Stichprobendaten zu bisher durchgemachten Infektionen auf Basis der
gebildeten Antikörper (Seroprävalenz) im Rahmen der bundesweiten
COVID 19 Prävalenz¬studie, die Statistik Austria und die Medizinische
Universität Wien im Auftrag des Bundes¬ministeriums für Bildung,
Wissenschaft und Forschung und in Zusammenarbeit mit dem
Österreichischen Roten Kreuz durchgeführt hat.

Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und
Forschung, sagt: „Die sehr geringe Seroprävalenz zeigt, dass eine
Durchseuchung der Bevölkerung auf natürlichem Weg – ohne eine hohe
Anzahl von Erkrankten und Toten – eine Illusion ist. Die vorliegende
Studie bestätigt, dass wir die Corona-Pandemie nur mit einer Impfung
langfristig in den Griff bekommen und besiegen können.“

Die Seroprävalenz ist in Westösterreich (Tirol, Vorarlberg, Salzburg,
Oberösterreich: 5,7%) höher als in Ostösterreich (Wien, Burgenland,
Niederösterreich, 3,8%).
Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas: „Zwischen Mitte und
Ende Oktober hatten 4,7% der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16
Jahren Antikörper gegen SARS-CoV-2 und damit seit Beginn der Pandemie
eine Infektion durchgemacht. Drei von fünf Infizierten blieben dabei
behördlich unentdeckt.“

„Die insgesamt niedrige Prävalenz von neutralisierenden Antikörpern
unterstreicht, wie lange es bei der notwendigen Verlangsamung der
Virusausbreitung und ohne Impfung dauern würde, bis es in der
österreichischen Bevölkerung zum Zustand der sogenannten
Herdenimmunität kommen würde", ergänzen die Projektleiter der
Medizinischen Universität Wien, Robert Strassl und Lukas
Weseslindtner.

Die genauen Daten der Studie: Von 12. bis 14. November 2020 wurde bei
2.229 Personen Blut abgenommen. Bei 92 Proben wurden
neutrali¬sierende, also gegen eine Infektion schützende Antikörper
gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen. Auf Basis wissenschaftlicher Studien
kann davon ausgegangen werden, dass virusspezifische Antikörper nach
einem Zeitraum von rund drei Wochen verlässlich nachgewiesen werden
können. Dementsprechend spiegelt der Testzeitraum von 12. bis 14.
November 2020 die Infektionssituation in Österreich bis Mitte/Ende
Oktober wider.

Erste Zwischenergebnisse zum Anteil der infizierten Personen im
Zeitraum 12. bis 14. November 2020 wurden bereits präsentiert. Diese
Ergebnisse wurden mittlerweile mit Daten des Epidemiologischen
Meldesystems (EMS) validiert. Die hochgerechnete Gesamtzahl der
SARS-CoV-2-Infektionen von 12. bis 14. November 2020 beträgt 233.000
(3,1% der in Privathaushalten lebenden Bevölkerung ab 16 Jahren).
Unter Berücksichtigung der statistischen Schwankungsbreite liegt
dieser Wert zwischen 195.000 und 261.000 (2,6% - 3,5%) infizierten
Personen Mitte November.

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