Aktuelle Unternehmen Zukunft-Studie zu flexiblem Arbeiten

76 % der Unternehmen und MitarbeiterInnen sehen problematische Rahmenbedingungen bei Homeoffice

Wenn Homeoffice sich auch nicht für alle Unternehmensbereiche und MitarbeiterInnen eignet, so ist es dennoch gekommen, um zu bleiben. Wo Unternehmen und Beschäftigte sich einig sind: Beide wünschen sich mehr Spielraum beim flexiblen Arbeiten und sehen einen hohen Handlungsbedarf bei der Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen. 84 Prozent der befragten Unternehmen, die in Zukunft Homeoffice nutzen wollen, halten die derzeitigen Regelungen für ungeeignet.
Sophie Karmasin, Studienautorin Unternehmen Zukunft

Wien (OTS) - Eine im November durchgeführte repräsentative telefonische und Online- Befragung bei 500 österreichischen Unternehmen und 529 Beschäftigten zu den Erfahrungen mit Homeoffice seit Ausbruch der Corona-Krise Anfang 2019 zeigt: Wenn Homeoffice sich auch nicht für alle Unternehmensbereiche und MitarbeiterInnen eignet, so ist es dennoch gekommen, um zu bleiben. Wo Unternehmen und Beschäftigte sich einig sind: Beide wünschen sich mehr Spielraum beim flexiblen Arbeiten und sehen einen hohen Handlungsbedarf bei der Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen. 84 Prozent der befragten Unternehmen, die in Zukunft Homeoffice nutzen wollen, halten die derzeitigen Regelungen für ungeeignet. Folgende Maßnahmen müssten aus Sicht der Arbeitgeber am dringendsten umgesetzt werden, um die Flexibilisierung der Arbeitswelt voranzutreiben: der rasche Ausbau von Breitband-Internet auch in ländlichen Regionen (75 %), eine bessere steuerliche Absetzbarkeit von Betriebsmitteln bzw. Anerkennung von Mietkosten auf Seiten der ArbeitnehmerInnen (65 %), ein dauerhafter Versicherungsschutz bei Betriebsunfällen im Homeoffice (58 %) als auch ein gesicherter Betreuungsplatz für Kinder aber dem 1. Lebensjahr (58 %). Für 7 von 10 Unternehmen wäre eine zeitgemäße Neuregelung hybrider Arbeitsformen darüber hinaus ein wichtiger Impuls für den Wirtschaftsstandort.

Barrieren aus Sicht der Unternehmen

Der Ausbau von mobilem, flexiblem Arbeiten bedeutet für Unternehmen ein wichtiges Gestaltungsinstrument, das durch die zunehmende Digitalisierung zukünftig noch leichter umzusetzen sein wird. Folgende Faktoren stellen aus Sicht der Unternehmen die größten Hemmnisse für den Ausbau von flexiblem Arbeiten dar:

  • Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit (53 %)
  • Eingeschränkte Betreuungsmöglichkeiten für (Klein-)Kinder (43 %)
  • Haftungsfragen in Schadensfällen (40 %)

Fehlende Rahmenbedingungen aus Sicht der MitarbeiterInnen

Der Ausbau von Homeoffice und hybriden Arbeitsformen ist für MitarbeiterInnen nicht nur zur Bewältigung von Krisensituation wie die Corona-Pandemie geeignet, sondern generell ein wesentlicher Faktor, um Beruf und Familie auch langfristig besser vereinen zu können. Erschwerend empfinden Beschäftigte im Homeoffice:

  • Die geringe bis fehlende Kostenübernahme bei der technischen Ausstattung (34 %)
  • Eine unzureichende Internetanbindung bzw. -leistung (30 %)
  • Keine bzw. eine unzureichende steuerliche Anerkennung von Betriebsmitteln oder Mietkosten (28 %)

Zur aktuellen Studie von Unternehmen Zukunft

Das Ziel der Befragung zum Thema Homeoffice war es, die Erfahrungen mit flexiblem Arbeiten im heurigen Jahr sowie die Stärken und Schwächen der derzeitigen Rahmenbedingungen aus Sicht von Unternehmen und MitarbeiterInnen herauszuarbeiten. Im Zeitraum von 9.11. bis 2.12. 2019 wurden dazu einerseits 500 GeschäftsführerInnen von Unternehmen aus allen Branchen und Regionen ab einer Größe von fünf MitarbeiterInnen telefonisch befragt (Ausnahme: öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung, Landesverteidigung und Landwirtschaft), andererseits online 529 unselbstständig Beschäftigte. Die Befragung wurde von Karmasin Research & Identity GmbH durchgeführt.

Über die Initiative „Unternehmen Zukunft“

Mehrere standortrelevante Unternehmen, die Familien- und Frauenfreundlichkeit in ihrer Organisation bereits verankert haben und weiter ausbauen wollen, haben sich im Frühsommer 2019 auf Anregung von Sophie Karmasin zur Initiative Unternehmen Zukunft zusammengeschlossen: Die Verkehrsbüro Gruppe, Magenta Telekom, Casinos Austria – Österreichische Lotterien, Atos Österreich, Post AG, Infineon und die MTH Retail Group, zu der in Österreich Libro und Pagro Diskont zählen. Als neues Mitglied stieß 2019 die Kreditversicherung Acredia dazu und auch Boehringer Ingelheim trägt die Ziele und Anliegen der Initiative mit. Sie alle verstehen Familien- und Frauenfreundlichkeit nicht als „Wohlfühlthema“, sondern als Schlüsselfaktor für den Standort.

Weiterführende Informationen inkl. Zusammenfassung der Studienergebnisse finden Sie hier

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Karin Wiesinger
Kommunikation und Medien Unternehmen Zukunft
karin.wiesinger@wiesingerpr.com
Mob.: +43 690 801 29 43

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0005