- 07.12.2020, 11:16:05
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Grüne: Kaineder: Neos-Haltung zur Forcierung der Atomkraft ist brandgefährlich
Gerade Oberösterreich ist durch die Nähe zu Temelin und die drohenden Atommüllendlager an der tschechischen Grenze unmittelbar von der der Atomkraft bedroht
Utl.: Gerade Oberösterreich ist durch die Nähe zu Temelin und die
drohenden Atommüllendlager an der tschechischen Grenze
unmittelbar von der der Atomkraft bedroht =
Linz (OTS) - Die Aussagen von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zur
Zukunft der Atomkraft in einem Interview lassen mehr als aufhorchen.
In diesem meint Meinl-Reisinger, dass der deutsche Atomausstieg, der
in Deutschland nach der verheerenden Atom-Katastrophe von Fukushima
beschlossen wurde, ein Fehler gewesen sei und dass weiter öffentliche
Gelder in die Erforschung der Atomenergie fließen sollen. „Ich bin
ehrlich gesagt schockiert über die Aussagen der NEOS-Chefin zur
Atomkraft. Ich war der Annahme, dass über alle politischen Lager
hinweg ein Konsens gegen diese Hochrisikotechnologie herrscht. Wer
sich nur ein wenig damit beschäftigt, sollte in den letzten 35 Jahren
mitbekommen haben, welch unermessliches Leid bereits angerichtet
wurde und welch enorme Umweltschäden von dieser Art der
Energiegewinnung ausgehen“, betont der stell. Bundessprecher,
Landessprecher der Grünen OÖ und Umweltlandesrat Stefan Kaineder.
Für Kaineder stehen die ausschließlich negativen und drastischen
Folgen der Atomkraft außer Frage. „Jegliche und damit auch neue
Investitionen in die Atomkraft sind ein schwerer Schaden für den
Klimaschutz. Sie ist zu teuer, zu langsam, zu gefährlich und
verhindert den dringend notwendigen Ausbau der erneuerbaren
Energien“, betont Kaineder und verweist dabei auch auf die besondere
Rolle Oberösterreichs. „Unser Bundesland ist durch die Nähe zu
Temelin und die drohenden Atommüllendlager an der tschechischen
Grenze unmittelbar von der Atomkraft bedroht. Wir haben hier in
Oberösterreich eine lange Tradition des Anti-Atomkampfes mit den
Grünen an der Spitze. Wir stellen uns daher mit aller Kraft gegen
jegliche Relativierung der Atomgefahr und gegen jegliche
unterstützende Stimme für diese Energiegewinnung“, betont Kaineder.
„Allein für den Ausbau von Dukovany müssten die tschechischen
Steuerzahlerinnen und -zahler rund 7 Milliarden Euro aufbringen. Und
selbst dann wird man frühestens 2035 ans Netz gehen können. Um die
Klimakrise wirksam zu bekämpfen, müssen wir bei der Stromproduktion
zu diesem Zeitpunkt schon 5 Jahre CO2 neutral sein. Die Forderung von
Meinl-Reisinger zur weiteren Beforschung der Atomkraft ist daher
völlig abwegig. Eine tote Technologie darf nicht gefördert werden.
Außerdem müssen radioaktive Abfälle für 1 Million Jahre endgelagert
werden. Wie das gefahrlos funktionieren soll, kann nach wie vor
niemand schlüssig beantworten“, zeigt Kaineder eine weitere
bedrohliche Auswirkung der Atomkraft auf.
Österreich hat sich durch einen klugen BürgerInnenentscheid vor
Jahrzehnten entschieden, nicht auf die Nutzung von Atomkraft zu
setzen. Und noch mehr sehen wir, wie unverantwortlich es ist,
weiterhin auf diese lebensbedrohliche Hochrisikotechnologie zu
setzen. „Wir müssen uns daher weiter mit aller Kraft gegen den Ausbau
dieser hochriskanten Technologie wehren. Diesen politischen Diskurs
wieder zu öffnen, halte ich für brandgefährlich und
verantwortungslos“, so Kaineder.
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