• 27.11.2020, 09:19:41
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  • OTS0027

ÖAMTC: FIA-Studie zeigt Verbesserungsmöglichkeiten bei Assistenzsystemen

Assistenten tragen viel zu Verkehrssicherheit bei – müssen aber breitere Akzeptanz finden

Utl.: Assistenten tragen viel zu Verkehrssicherheit bei – müssen
aber breitere Akzeptanz finden =

Wien (OTS) - Dass moderne Fahrassistenzsysteme die Verkehrssicherheit
erhöhen, haben Tests des Mobilitätsclubs und seiner Partner immer
wieder gezeigt. "Einige der elektronischen Helfer sind bereits seit
einiger Zeit vorgeschrieben, beispielsweise
Reifendruckkontrollsysteme. Weitere kommen ab 2022 für neu typisierte
Autos und ab 2024 für alle Neuwagen hinzu", erklärt ÖAMTC-Techniker
Friedrich Eppel. Fünf Systeme müssen demnach in wenigen Jahren zur
Serienausstattung gehören: automatischer Notbremsassistent,
Spurhalteassistent, intelligenter Geschwindigkeitsassistent,
Müdigkeitsassistent und Notbremswarnung.

Um herauszufinden, wie die neuen Assistenzsysteme bestmöglich zur
Steigerung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden können, hat die
FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) eine umfangreiche
Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. "Neben den
genannten fünf Systemen wurde im Rahmen der Studie auch der adaptive
Tempomat untersucht. Der kommt zwar nicht verpflichtend, ist aber
bereits jetzt in vielen neuen Autos verfügbar", hält der
ÖAMTC-Experte fest.

Die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen aus der
FIA-Studie

* Wissen schaffen: Autolenker müssen sich klar darüber sein, was ein
System kann und wo die Einschränkungen liegen. Aktuell ist es laut
Studie noch so, dass mangelhaftes Wissen zur Überschätzung der
tatsächlichen Leistung von Assistenzsystemen führt. Daher sollte der
Umgang mit den Assistenten auch verpflichtend in die
Führerscheinausbildung aufgenommen werden.

* Vertrauen bilden: Die Systeme müssen zuverlässig, genau und
intuitiv bedienbar sein. Eine geringere Fehlerquote kann das
Vertrauen der Nutzer maßgeblich steigern.

* Standardisierung vorantreiben: Alles, was ein System dem Fahrer
anzeigt, sollte eindeutig und intuitiv sein – und zwar international
und über Herstellergrenzen hinweg. Technische Mindestanforderungen
müssen ebenfalls harmonisiert werden, außerdem sollte festgelegt
werden, welche Infos Fahrzeughändler ihren Kunden im Verkaufsgespräch
verpflichtend geben müssen.

* Kosten-Nutzen-Frage kommunizieren: Assistenzsysteme machen Autos in
der Anschaffung teurer, aber auch die Wartungs- und Reparaturkosten
steigen. Das kann Kunden abschrecken. Umgekehrt sinkt durch gute
Systeme die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, der in der Regel um ein
Vielfaches teurer kommt.

* Ganzheitlich arbeiten: Das gesamte Sicherheitspotenzial kann nur im
Zusammenspiel zwischen Fahrer, Fahrzeug und Infrastruktur optimal
genutzt werden. Das bedeutet z. B., dass auch Infrastrukturbetreiber
ihre Straßen physisch und digital ausbauen müssen, damit Systeme
lückenlos funktionieren.

So wurde die FIA-Studie durchgeführt

Die Studie wurde von den niederländischen Organisationen Royal
Haskoning DHV, HAN University of Applied Sciences und TNO
(Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche
Forschung) durchgeführt. Neben Experteninterviews,
Roundtable-Gesprächen, Mystery-Shopping und On-/Offline-Recherche
wurde eine Online-Befragung in Dänemark, Deutschland, Frankreich,
Italien, den Niederlanden und Österreich durchgeführt. Über 9.200
Personen wurden zu Wissen über, Erwartungen an und Zufriedenheit mit
Assistenzsystemen befragt.

Infos dazu gibt es auch unter www.oeamtc.at. Die Studie steht bei der
FIA unter www.fiaregion1.com/adas zum Download zur Verfügung.

Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial zu diesem Thema gibt es unter
www.oeamtc.at/presse.

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