Schulen brauchen mehr denn je gesunde und psychosozial gestärkte Lehrer/innen

Eine Online-Tagung bildet den Auftakt für ein Schwerpunktjahr zur Förderung der psychosozialen Gesundheit von Pädagogen/innen

Wien (OTS) - Schulische Gesundheitsförderung ist ein integraler Aspekt von Schulentwicklung und von schulischem Qualitätsmanagement. Zu einer qualitätsvollen Schule, in der alle Beteiligten effektiv lernen und arbeiten können, gehört die psychosoziale Gesundheit von Lehrkräften und Schulleiter/innen. Sie hängt eng mit gegebenen Arbeits- und Lernbedingungen, dem sozialen Setting sowie mit Wertschätzung und gelungener Kommunikation am Schulstandort zusammen.

Studien belegen Unterstützungsbedarf

Die Rahmenbedingungen des schulischen Lehrens und Lernens aus der Sicht von Schulleiter/innen und Pädagog/innen steht im Fokus der internationalen TALIS-Studie, an der auch Österreich teilnahm. Hier sind 26 % der Befragten überzeugt, ihre Arbeit werde von der Gesellschaft wertgeschätzt. Eine/r von zwei Pädagog/innnen empfindet jedoch die administrative Belastung als einen zentralen Stressfaktor.An der Universität Wien liegen auch erste Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „Unterrichten unter Covid 19 – Bedingungen“ vor, die von Univ.-Prof. Christiane Spiel und Julia Holzer, BEd MSc, von der Fakultät für Psychologie durchgeführt wurde. Sie zeigt, dass Pädagog/innen mit dem Unterricht von zu Hause aus gut zurechtgekommen sind. Die soziale Verbundenheit mit zentralen Kontaktpersonen und den Schüler/innen war für das eigene Wohlbefinden als auch für die Erreichung von Lernerfolgen ein wichtiger Faktor in der Phase des Home Schoolings. „Soziale Nähe und Unterstützung kann gerade in herausfordernden Zeiten sehr viel zur Reduktion von Ängsten beitragen“, betont auch Mediziner und Psychologe Prof. DDr. Alfried Längle, der auch bei der Online-Tagung referieren wird. Eine Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) unter 4.000 Lehrern belegt, dass sich 79% während der aktuellen Pandemie mehr Unterstützung von Seiten der Schulpsychologie oder Schulsozialarbeit und 73 % mehr Unterstützung von Stütz- oder Integrationslehrer/innen gewünscht hätten.

Schule kann Gesundheit fördern

Schule als sozialer Raum kann und soll die psychosoziale Gesundheit aller fördern. Lehrer/innen, die selbst psychosozial in Balance sind, können auf das Wohlbefinden der Schüler/innen positiver einwirken. Dazu braucht es gerade in Zeiten großer Unsicherheiten und neuer Herausforderungen eine Sensibilisierung sowie eine Stärkung von Lehrer/innen im konstruktiven Umgang mit Alltagsbelastungen und Krisen. Eine Online-Tagung am 23.11.2020 thematisiert als Auftakt eines Schwerpunktjahres die Förderung der psychosozialen Gesundheit von Pädagogen/innen. Eine Online-Seminar-Reihe folgt der Auftaktveranstaltung. Thematisiert werden dort unter anderem die Auswirkungen von Krisen auf die psychosoziale Gesundheit, die Wirkung von Lehrer/innengesundheit auf die Schulqualität und das Wohlbefinden von Schüler/innen sowie Methoden zur Förderung von Lehrer/innen- bzw. Schüler/innengesundheit. Auf dem Programm stehen außerdem die Rolle der Lehrer/innengesundheit im Kontext von Gewaltprävention und die notwendige Stärkung der Lehrer/innen im Umgang mit Gewalt und (Cyber-)Mobbing. Veranstaltet werden die Tagung sowie die Online-Seminar-Reihe vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung gemeinsam mit der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) und dem Fonds Gesundes Österreich (FGÖ).

Termin: 23. November 2020, 13.00 – 16:00 Uhr,

Information: https://wohlfuehlzone-schule.at/konferenz2020

Link zum Livestream: https://web-event.at/wohlfuehlzone-schule

Rückfragen & Kontakt:

Fonds Gesundes Österreich
Renate Haiden, Tel.: (01) 895 04 00, E-Mail: renate.haiden@goeg.at
www.fgoe.org

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