HOSI Salzburg zu weltweiten Morden an Transgender-Personen

Anton Cornelia Wittmann: Die dokumentierten 350 Morde pro Jahr sind nur die Spitze des Eisbergs

Salzburg (OTS) - „Beinahe jeden Tag wird eine trans* Person brutal ermordet, lediglich, weil sie nicht in das normierte Geschlechterbild passt. Vielfach handelt es sich dabei um trans* Women of Color und Sex-Arbeiter*innen", sagt Anton Cornelia Wittmann, Geschäftsführung und Leitung des Trans*-Referats der HOSI Salzburg, mit Verweis auf die aktuellen Ergebnisse des Trans Murder Monitoring-Projekts am internationalen Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit. "Die Dunkelziffer ist um ein vielfaches höher, da die Polizei und Angehörige die wahre Identität der Verstorbenen oft verheimlichen oder keine Meldungen der Taten existieren", so Wittmann.

"Österreich ist in der Pflicht, sich international für den Schutz der Grundrechte von transidenten und nichtbinären Menschen einzusetzen. Gleichzeitig müssen aber auch europäische Staaten vor der eigenen Haustür kehren“, so Wittmann. Dass ermordete trans* Menschen in Europa oft Migrations- oder Fluchterfahrung haben, zeige, dass diesen besonders vulnerablen Gruppen auch hierzulande nicht ausreichend Schutz geboten werde. "Gerade trans* und nicht-binäre Asylwerber*innen sind als besonders vulnerable Gruppe auf besonderen Schutz angewiesen. Es braucht geschulte und sensibilisierte Mitarbeitende im BFA, in den Gerichten, den Unterkünften sowie in der Sprachvermittlung", erklärt die Leitung des Transgender-Referats der HOSI Salzburg.

Gewalttaten gegen trans* Personen seien auch in Österreich keine Seltenheit. So gab beinahe jede fünfte befragte trans* Person in einer aktuellen Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA) an, in den letzten 5 Jahren physische oder sexuelle Gewalt wegen ihres trans* Seins erfahren zu haben. Angezeigt würden diese wegen der Angst vor weiterer Stigmatisierung durch Behörden jedoch nur selten. "Beim Schutz von trans* Personen gibt es dringenden Handlungsbedarf auch in Österreich. Es braucht Sensibilisierung von Behörden und Gewaltschutz-Einrichtungen und eine landesweite Erfassung queer- und trans*feindlich motivierter Hassverbrechen", so Wittmann abschließend.

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