Welttag der Kinderrechte: Kinder schützen - Eltern unterstützen

Die Österreichischen Kinderschutzzentren sind auch in Zeiten des Lockdowns da - Kinderschutz ist ein Kinderrecht

  • Wir sind Ansprechpartner*innen, wenn Kinder und Jugendliche und ihre Bezugspersonen nicht mehr weiter wissen oder jemand sich Sorgen um ein Kind macht
    Dr.in Adele Lassenberger, Vorsitzende Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
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  • Regierungsvorhaben „Kinderschutzzentren absichern und ausbauen“ rasch umsetzen
    Martina Wolf, Geschäftsführerin Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
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  • Beziehungsarbeit ist der Schlüssel für einen Weg aus der Gewalt
    Dr.in Adele Lassenberger, Vorsitzende des Bundesverbandes Österreichischer Kinderschutzzentren
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  • Symptomatiken, die ohnehin da sind, verstärken sich massiv durch die Covid-Krise
    Dr.in Adele Lassenberger, Vorsitzende
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  • Was schon an Belastungen da war, vermischt sich mit der Belastung, die durch die Covid-Krise hinzu kommt
    Dr.in Adele Lassenberger, Vorsitzende Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
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Die Österreichischen Kinderschutzzentren sind auch in Zeiten des Lockdowns da und begleiten Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen durch diese schwierigen Zeiten – Kinderschutz ist ein Kinderrecht.

Mit dieser Woche ist Österreich in einen neuerlichen Lockdown gegangen. Kindergärten sind geschlossen, Schulen im Distance-Learning, dort wo es möglich ist, kehren die Erwachsenen ins Home-Office zurück, der Handel ist weitgehend ebenfalls zu und alle körperbezogenen Dienstleistungen – bis auf jene im medizinischen Bereich, können in dieser Zeit nicht angeboten werden. Das Gesundheitssystem ist durch die Covid-19-Krise bereits unter Druck und soll durch den dreiwöchigen Lockdown eine deutliche Entlastung finden.

Was brauchen Kinder und Jugendliche ganz grundsätzlich in dieser Zeit:
Kinder brauchen sichere Orte, Strukturen, Bezugspersonen, die geduldig für sie da sind, ihre Fragen beantworten und ihnen Zuversicht vermitteln. Sie brauchen Raum für ihre Ängste und Sorgen und einen Kontakt zu Gleichaltrigen – zumindest mit Abstand.
Diesen Rahmen zu halten, ist für Familien eine große Herausforderung.

Was die Covid-Krise für Kinder und Jugendlichen und deren Familien bedeutet, die bereits belastet sind, können die Österreichischen Kinderschutzzentren besonders gut einschätzen – sind sie doch spezialisiert auf die Begleitung von Familien mit unterschiedlichsten Belastungen

Kinderschutzzentren sind Beratungseinrichtungen – mit dem speziellen Fokus auf Gewaltproblematiken. Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen, können in einem Kinderschutzzentrum Beratung, Krisenintervention und Psychotherapie bzw. Psychologische Behandlung erhalten, aber auch Pädagog*innen oder Nachbar*innen, die sich Sorgen um ein Kind machen, können Beratung in einem Kinderschutzzentrum in Anspruch nehmen.
Die Beratung ist kostenlos und auch anonym möglich.
Viele Kinderschutzzentren bieten zudem Anzeigenberatung und psychosoziale Prozessbegleitung an. In manchen Kinderschutzzentren gibt es auch das Angebot von Besuchsbegleitung oder Kinderbeistand.

Kinderschutzzentren sind häufig mit sehr komplexen Gewaltdynamiken in Familien beschäftigt und bisweilen offenbart sich die Dimension einer Belastung erst im Laufe der Begleitung. Das braucht Zeit, ein fundiertes Know-How und eine Methodenvielfalt. Manches zeigen Kinder nur im Spiel, für anderes ist das Gespräch der richtige Rahmen. Manchmal fungieren die Mitarbeiter*innen in Kinderschutzzentren wie Dolmetscher*innen für Kinder und Jugendliche, wenn diese gar nicht benennen können, wie es ihnen geht und was sie brauchen.
Beziehungsarbeit ist der Schlüssel für einen Weg aus der Gewalt“, betont Dr.in Adele Lassenberger, Vorsitzende im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren.

Symptomatiken, die ohnehin da sind, verstärken sich massiv durch die Covid-Krise

Die aktuelle Krise verschärft die Situation für Familien; besonders für Familien, die bereits belastet sind. Familien kommen beispielsweise wegen akuter Überforderung oder auf Grund von Kontaktrechts-Konflikten in die Kinderschutzzentren, Jugendliche mit depressiven Verstimmungen, Kinder mit massiven Ängsten. Was schon an Belastungen da war, vermischt sich mit der Belastung, die durch die Covid-Krise hinzu kommt. Und verstärkt sie. Die Isolation ist ein weiterer Faktor aber auch Ängste der Erwachsenen.

Die jetzige Situation ist für viele Familien viel dramatischer, als im Frühjahr und es gibt massive Nutzungsbarrieren. „Umso wichtiger ist, dass Familien wissen, wohin sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen“, betont Lassenberger. Und dass diese Hilfe auch gewährleistet werden kann. Über 30 Kinderschutzzentren gibt es in ganz Österreich und sie sind auch während des Lockdowns da und erreichbar. „Wir sind Ansprechpartner*innen, wenn Kinder und Jugendliche und ihre Bezugspersonen nicht mehr weiter wissen oder jemand sich Sorgen um ein Kind macht“.

Regierungsvorhaben „Kinderschutzzentren absichern und ausbauen“ rasch umsetzen

Durch die Covid-Krise verzeichnen die Österreichischen Kinderschutzzentren bereits jetzt einen steigenden Bedarf. Damit die Kapazitäten in den Zentren auch ausreichen, appellieren die Österreichischen Kinderschutzzentren an die Politik, das Regierungsvorhaben „Kinderschutzzentren absichern und ausbauen“ so rasch wie möglich umzusetzen. Durch die entsprechenden Angebote können die psychosozialen Auswirkungen der Krise auf Familien gut aufgefangen und langfristige psychische Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen verhindert werden.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
Martina Wolf
(Geschäftsführung)
Martina.wolf@oe-kinderschutzzentren.at
+43 664 887 36 462

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