Medieninformation zur „Ermittlungsgruppe 2. November“

Zeit: 13.11.2020, 11:00 Uhr Ort: Landespolizeidirektion Wien, 1010 Wien, Schottenring 7-9 (Festsaal)

Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Ermittlungen rund um den Terroranschlag in Wien am 02.11.2020 fand am heutigen Tag in der Landespolizeidirektion Wien eine Pressekonferenz statt.

Über den aktuellen Ermittlungsstand berichteten die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Mag. Nina Bussek, sowie der operative Leiter der „Ermittlungsgruppe 2. November“, Oberstleutnant Michael Lohnegger.

Die Ermittlungsgruppe wird zukünftig im Sinne größtmöglicher Transparenz anlassbezogen über die gesicherten Erkenntnisse rund um den Terroranschlag in Wien informieren. In diesem Zusammenhang wird auch um Verständnis ersucht, dass darüber hinaus aus ermittlungstaktischen und strafprozessualen Gründen keine weiteren Details bekanntgegeben werden können. Auch ist die „Ermittlungsgruppe 2. November“ ausschließlich für die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zuständig. Die Evaluierung der Vorgänge vor dem Anschlag wird – wie von der Bundesregierung angekündigt – von einer unabhängigen Untersuchungskommission vorgenommen.

Der operative Leiter der Ermittlungsgruppe, Oberstleutnant Lohnegger, ist leitender Beamter beim Landeskriminalamt Steiermark und dort für Ermittlungs- und Assistenzbereiche zuständig. Für die Dauer der Ermittlungen ist er zum Landesamt für Verfassungsschutz- und Terrorismusbekämpfung Wien dienstzugeteilt. Die Ermittlungsgruppe umfasst Ermittler und Experten (z.B. Analysten, Forensiker und Techniker) aus ganz Österreich und aller relevanter Dienststellen.

Zum Ermittlungsstand:
• Den Täter mit eingeschlossen wird gegen 21 namentlich bekannte Beschuldigte ermittelt, von denen sich insgesamt zehn aufgrund der vorliegenden rechtlichen Gründe in Untersuchungshaft befinden.

• Es wird nach wie vor – auch aufgrund der über 20.000 Videos und Fotos, die ausgewertet werden konnten – von einem unmittelbar an der Tatausführung beteiligten Täter ausgegangen. Hinsichtlich möglicher Mit- oder Beitragstäter laufen umfangreiche Ermittlungen.

• Es wurden bislang über 60 Zeugeneinvernahmen und mehr als 20 Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit der Tat durchgeführt.

• Bislang konnten über 300 Hinweise aus der Bevölkerung überprüft und abgearbeitet werden.

• Die Tatortarbeit ist extrem umfassend und wurde in mehrere Sektoren unterteilt. In die Tatortarbeit fließt die Überprüfung verschiedener Spuren (DNA, Projektile usw.) ein.

• Derzeit sind auch chemische Untersuchungen diverser Gegenstände in Arbeit, deren Auswertung aus chemisch-technischen Gründen mehrere Wochen in Anspruch nimmt.

• Bei den sichergestellten Schusswaffen handelt es sich um ein Sturmgewehr AK47 sowie eine halbautomatische Pistole des Typs Tokarev. Zumindest Teile der Munition der Langwaffe stammen aus China. Die Pistolen-Munition wurde in Serbien hergestellt.

Weitere Vorgehensweise:
• Oberste Priorität hat die Ausforschung aller Personen, die als Mittäter den unmittelbaren Täter unterstützt haben könnten.

• Vorhandene und sichergestellte Spuren, Spurenträger und Datenträger befinden sich derzeit in Auswertung.

• Weiterhin intensive Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerdiensten, um weitere Erkenntnisse gewinnen zu können.

Sobald es weitere gesicherte Erkenntnisse gibt, deren Veröffentlichung die weiteren laufenden Ermittlungsschritte nicht gefährdet, wird die Ermittlungsgruppe zu weiteren Medienterminen einladen.

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Medienstelle

Staatsanwältin
Mag. Nina Bussek
Telefon: 0676 8989 2 3300

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