• 13.11.2020, 13:38:35
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  • OTS0153

Medieninformation zur „Ermittlungsgruppe 2. November“

Zeit: 13.11.2020, 11:00 Uhr Ort: Landespolizeidirektion Wien, 1010 Wien, Schottenring 7-9 (Festsaal)

Utl.: Zeit: 13.11.2020, 11:00 Uhr Ort: Landespolizeidirektion Wien,
1010 Wien, Schottenring 7-9 (Festsaal) =

Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Ermittlungen rund um den
Terroranschlag in Wien am 02.11.2020 fand am heutigen Tag in der
Landespolizeidirektion Wien eine Pressekonferenz statt.

Über den aktuellen Ermittlungsstand berichteten die Mediensprecherin
der Staatsanwaltschaft Wien, Mag. Nina Bussek, sowie der operative
Leiter der „Ermittlungsgruppe 2. November“, Oberstleutnant Michael
Lohnegger.

Die Ermittlungsgruppe wird zukünftig im Sinne größtmöglicher
Transparenz anlassbezogen über die gesicherten Erkenntnisse rund um
den Terroranschlag in Wien informieren. In diesem Zusammenhang wird
auch um Verständnis ersucht, dass darüber hinaus aus
ermittlungstaktischen und strafprozessualen Gründen keine weiteren
Details bekanntgegeben werden können. Auch ist die „Ermittlungsgruppe
2. November“ ausschließlich für die kriminalpolizeilichen
Ermittlungen zuständig. Die Evaluierung der Vorgänge vor dem Anschlag
wird – wie von der Bundesregierung angekündigt – von einer
unabhängigen Untersuchungskommission vorgenommen.

Der operative Leiter der Ermittlungsgruppe, Oberstleutnant Lohnegger,
ist leitender Beamter beim Landeskriminalamt Steiermark und dort für
Ermittlungs- und Assistenzbereiche zuständig. Für die Dauer der
Ermittlungen ist er zum Landesamt für Verfassungsschutz- und
Terrorismusbekämpfung Wien dienstzugeteilt. Die Ermittlungsgruppe
umfasst Ermittler und Experten (z.B. Analysten, Forensiker und
Techniker) aus ganz Österreich und aller relevanter Dienststellen.

Zum Ermittlungsstand:
• Den Täter mit eingeschlossen wird gegen 21 namentlich bekannte
Beschuldigte ermittelt, von denen sich insgesamt zehn aufgrund der
vorliegenden rechtlichen Gründe in Untersuchungshaft befinden.

• Es wird nach wie vor – auch aufgrund der über 20.000 Videos und
Fotos, die ausgewertet werden konnten – von einem unmittelbar an der
Tatausführung beteiligten Täter ausgegangen. Hinsichtlich möglicher
Mit- oder Beitragstäter laufen umfangreiche Ermittlungen.

• Es wurden bislang über 60 Zeugeneinvernahmen und mehr als 20
Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit der Tat durchgeführt.

• Bislang konnten über 300 Hinweise aus der Bevölkerung überprüft und
abgearbeitet werden.

• Die Tatortarbeit ist extrem umfassend und wurde in mehrere Sektoren
unterteilt. In die Tatortarbeit fließt die Überprüfung verschiedener
Spuren (DNA, Projektile usw.) ein.

• Derzeit sind auch chemische Untersuchungen diverser Gegenstände in
Arbeit, deren Auswertung aus chemisch-technischen Gründen mehrere
Wochen in Anspruch nimmt.

• Bei den sichergestellten Schusswaffen handelt es sich um ein
Sturmgewehr AK47 sowie eine halbautomatische Pistole des Typs
Tokarev. Zumindest Teile der Munition der Langwaffe stammen aus
China. Die Pistolen-Munition wurde in Serbien hergestellt.

Weitere Vorgehensweise:
• Oberste Priorität hat die Ausforschung aller Personen, die als
Mittäter den unmittelbaren Täter unterstützt haben könnten.

• Vorhandene und sichergestellte Spuren, Spurenträger und Datenträger
befinden sich derzeit in Auswertung.

• Weiterhin intensive Zusammenarbeit mit ausländischen
Partnerdiensten, um weitere Erkenntnisse gewinnen zu können.

Sobald es weitere gesicherte Erkenntnisse gibt, deren
Veröffentlichung die weiteren laufenden Ermittlungsschritte nicht
gefährdet, wird die Ermittlungsgruppe zu weiteren Medienterminen
einladen.

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