• 13.11.2020, 08:53:16
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  • OTS0027

ÖAMTC: Am 15. November ist Welt-Gedenktag für Straßenverkehrsopfer

Über 85.000 Verkehrstote in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961

Utl.: Über 85.000 Verkehrstote in Österreich seit Beginn der
Aufzeichnungen im Jahr 1961 =

Wien (OTS) - Seit 1993 wird an jedem dritten Sonntag im November
aller Menschen, die im Straßenverkehr ihr Leben lassen mussten,
gedacht. Laut Schätzungen der WHO sterben jährlich weltweit noch
immer 1,5 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Verkehrsunfälle sind
somit die global achthäufigste Todesursache. In Österreich geht die
Zahl der Verkehrstoten kontinuierlich zurück: "Für 2020 erwarten wir
einen neuerlichen Tiefstand bei tödlichen Unfällen im Straßenverkehr
– erstmals könnten es unter 400 Verkehrstote am Jahresende sein",
erklärt ÖAMTC Unfallforscher David Nosé. Bis zum 8. November 2020
verunglückten in Österreich laut Innenminesterium (BMI) 301 Menschen
bei Verkehrsunfällen. "Es lässt sich deutlich erkennen, dass die
Maßnahmen, die bei uns über die Jahre gesetzt wurden, zu einem
Rückgang der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr geführt haben. Klar
ist aber, dass es noch eine Menge zu tun gibt, denn jeder
Verkehrstote ist einer zu viel", so Nosé.

Positive Entwicklungen im Bereich der Verkehrssicherheit –
Maßnahmen zeigen Wirkung

Während in Österreich im Jahr 1972 ein trauriger Spitzenwert von
2.948 Verkehrstoten verzeichnet wurde, verunglückten im Jahr 2019 416
Menschen tödlich – und das bei steigenden Bevölkerungs- und
Kfz-Bestandszahlen sowie deutlich gesteigerter Mobilität. Seit 1961
sind über 85.000 Menschen im Zuge von Verkehrsunfällen in Österreich
ums Leben gekommen – rund 13.000 davon seit der Jahrtausendwende.
"Hier zeigt sich ganz deutlich, dass die vielfältigen Maßnahmen, die
seit dem Negativrekord in den 70er Jahren ergriffen worden sind,
Wirkung zeigen", erklärt Nosé und ergänzt: "So trugen z. B. die
Einführung der Gurtpflicht im Jahr 1976, die verpflichtende Nutzung
von Kindersitzen ab 1994, die Senkung des Alkohollimits auf 0,5
Promille im Jahr 1998 sowie die generelle Effizienzsteigerung der
Rettungskette und die deutlich verbesserte Notfallmedizin dazu bei,
den Verkehrsraum sowie die Mobilität sicherer zu machen."

Auch im Bereich der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit hat sich
nicht zuletzt aufgrund akribischer Tests, wie den seit 1997
durchgeführten EuroNCAP Crashtests, vieles verbessert. Nosé: "Dank
intensiver Bemühungen sind umfangreiche Airbag-Systeme, hochfeste
Stähle, aber auch aktive Fahrsicherheitssysteme wie ABS, ESP und
aktive Notbremsassistenten in aktuellen Fahrzeugen Teil der
Serienausstattung."

Im Bereich der Straßeninfrastruktur erfolgten über die Jahre
ebenfalls Verbesserungen: So wurden unter anderem schlecht einsehbare
Kreuzungen entschärft, die seitliche Absicherung ortsfester
Hindernisse verbessert, Geh- und Radwege ausgebaut sowie
Geschwindigkeitslimits adaptiert und die Kontrolldichte durch die
Exekutive erhöht. Auch in die Lenkerausbildung wurde investiert: Mit
der Einführung der Mehrphasenausbildung im Jahr 2003 startete eine
intensive Schulungs- und bewusstseinsbildende Maßnahme für
Führerscheinneulinge mit dem Ziel, die Folgen von riskantem Verhalten
im Straßenverkehr aufzuzeigen und die Unfallzahlen in dieser
Risikogruppe zu senken – mit nachhaltigem Erfolg.

Ziel "Vision Zero" noch lange nicht erreicht – Innovationen
als Hoffnungsträger

Innovationsträchtige Maßnahmen, wie (teil-)autonomes Fahren sowie die
Vernetzung von Fahrzeugen mit der Straßeninfrastruktur (Car2X),
können dabei helfen, die Anzahl der Verkehrstoten weiter zu senken.
Zudem muss der Faktor Mensch weiterhin verstärkt in den Fokus gerückt
werden. Schätzungen gehen davon aus, dass zumindest 90 Prozent aller
Verkehrsunfälle aufgrund menschlicher Fehler passieren. In Zeiten
moderner Kommunikationstechnologien sowie neuerster
Infotainmentsysteme in Fahrzeugen steigt die Gefahr von Ablenkungen –
ganz gleich womit oder wie man unterwegs ist. Um Leben zu schützen
muss diesbezüglich noch mehr in Aufklärungsarbeit investiert werden.
"Das Um und Auf für ein sicheres Miteinander auf Österreichs Straßen
ist und bleibt ein rücksichtsvolles und vorausschauendes Verhalten",
so der ÖAMTC-Unfallforscher abschließend. "Nur so kann uns eine
weitere Reduktion tödlicher Verkehrsunfälle gelingen."

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