- 12.11.2020, 13:34:24
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Rendi-Wagner und Hammerschmid warnen vor Schulschließungen: „Wenig Nutzen, aber viel Schaden“
Rendi-Wagner: „Regierung kapituliert vor Virus“ – „Für Wirksamkeit von Schulschließungen fehlt Datengrundlage“ - „Hammerschmid: „Faßmann muss Verantwortung nachkommen“
Utl.: Rendi-Wagner: „Regierung kapituliert vor Virus“ – „Für
Wirksamkeit von Schulschließungen fehlt Datengrundlage“ -
„Hammerschmid: „Faßmann muss Verantwortung nachkommen“ =
Wien (OTS/SK) - SPÖ-Parteivorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner
und SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid haben heute,
Donnerstag, bei einer Pressekonferenz vor Schulschließungen in
Österreich gewarnt und Konzepte für einen sicheren Schulunterricht in
der Pandemie vorgestellt. „Angesichts der steigenden Neuinfektionen
braucht es zielgerichtete, wirksame Maßnahmen, die bei den größten
Infektionstreibern ansetzen. Dafür braucht es Daten vom Contact
Tracing - es ist die wirksamste Waffe im Kampf gegen die Epidemie“,
so Rendi-Wagner. Derzeit seien laut Gesundheitsministerium aber nur
mehr 7,5 Prozent aller Fälle nachvollziehbar. „Das ist eine
Kapitulation der Bundesregierung vor dem Corona-Virus“, kritisiert
die SPÖ-Chefin, dass das Contact Tracing monatelang nicht ausgebaut
wurde von der Regierung. Klar sei: „Schulschließungen sind das
Gegenteil von Treffsicherheit und Wirksamkeit. Denn dafür fehlt aus
Sicht vieler ExpertInnen jegliche Datengrundlage und Begründung“,
betont Rendi-Wagner. Die AGES bestätigt, dass Schulen keine wichtige
Rolle bei der Virusverbreitung spielen. Auch die meisten westlichen
Länder halten die Schulen offen. „Schulen zuzusperren ist eine
Maßnahme mit wenig Nutzen, aber viel Schaden“, so Rendi-Wagner.
Hammerschmid betonte: „Man kann vieles tun, um Schulschließungen zu
verhindern“, denn die Schäden für die Kinder seien immens. ****
Die Folgen von Schulschließungen seien nicht nur Bildungslücken,
sondern auch gesundheitliche Schäden. Die Wirtschaft wiederum warnt
vor finanziellen Folgeschäden. Und: Wenn über 700.000
betreuungspflichtige Kinder zuhause bleiben müssen, müssen auch die
Eltern – meist sind es Frauen – zur Betreuung zuhause bleiben,
darunter auch Gesundheitspersonal. „Das verschärft das personelle
Versorgungsdilemma in Spitälern, das ist fahrlässig“, warnte
Rendi-Wagner. „Zusperren kann jeder. Kluge, effektive
Covid-Sicherheitskonzepte für einen sicheren Unterricht erfordern
mehr gemeinsame Anstrengung. Die Bundesregierung sollte in dieser
Krise dem Virus mit sicheren, wirksamen Maßnahmen die Tür versperren,
aber den Kindern die Tür zur Schule offenhalten.“
SPÖ-Bildungssprecherin Hammerschmid betonte, dass viele aktuelle
Studien belegen, dass Schulschließungen nicht zur Eindämmung des
Coronavirus beitrügen. Die AGES z.B. habe bestätigt, dass die Schulen
und unter 14-Jährige keine Infektionstreiber sind. Der Anteil der
Infektionen bei Kindern bis 14 Jahre am Gesamtinfektionsgeschehen ist
seit dem Schulstart sogar gesunken. Viele ExpertInnen warnen daher
eindringlich vor Schulschließungen. „Wie viel Evidenz braucht es
noch, damit Minister Faßmann seiner Verantwortung nachkommt und sich
mit Vehemenz dafür einsetzt, dass Schulen offenbleiben?“, fragt
Hammerschmid. Erst gestern habe der Bildungsminister gesagt, dass
Schulschließungen nicht seine Entscheidung alleine seien. Das sei, so
Hammerschmid, „schwer erträglich“, denn „wir im Parlament haben
Minister Faßmann breite Möglichkeiten für Verordnungen gegeben. Er
ist in der Verantwortung“, so die SPÖ-Abgeordnete.
Hammerschmid erinnerte an das SPÖ-Schul-Konzept vom Sommer, zu dem
eine umfassende Teststrategie gehört: „PädagogInnen müssen ins
Screeningprogramm aufgenommen und regelmäßig getestet werden – auch
mit Antigentests.“ Gestern haben Rendi-Wagner und Hammerschmid eine
Videokonferenz mit dem deutschen Virologen Drosten abgehalten und
sich auch über Sicherheitskonzepte für offene Schulen ausgetauscht.
Die SPÖ-Bildungssprecherin spricht sich des Weiteren für
Schutzmaßnahmen an den Schulen wie eine Ausweitung der Maskenpflicht
für PädagogInnen und ausreichend FFP2-Masken für den Unterricht aus.
Weiters müsse alle 20 Minuten gelüftet werden, Raumluftreiniger
können verwendet und die SchülerInnen „ausgedünnt“ werden, indem etwa
Räume angemietet werden. Im Sommer sei die Zeit dafür ungenützt
verstrichen. Und auch die Digitalisierung sei nicht vorangeschritten:
„Unsere Schulen sind nicht besser als im Frühling für das
Homeschooling gerüstet. 140.000 Kinder sind ohne eigenes Endgerät
zuhause.“ Computer seien erst mit nächstem Schuljahr im Budget
veranschlagt. (Schluss) bj/ls
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