• 12.11.2020, 10:54:22
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„Universum History“ dokumentiert den Mythos Frankenstein und seine Bezüge zur Gegenwart

In „Mythos Frankenstein – Vision und Warnung“ am 13. November in ORF 2

Utl.: In „Mythos Frankenstein – Vision und Warnung“ am 13. November
in ORF 2 =

Wien (OTS) - Mary Shelleys Roman von Frankenstein und seinem Monster
ist heute so aktuell wie nie. Handelt die Geschichte vordergründig
von einer künstlich erschaffenen mordenden Kreatur, geht es in
Wahrheit um die Grenzen wissenschaftlichen Strebens, um Fragen der
Moral und Ethik. „Universum History“-dokumentiert in Oliver
Halmburgers Film „Mythos Frankenstein – Vision und Warnung“ am
Freitag, dem 13. November 2020, um 23.05 Uhr in ORF 2 die
Entstehungsgeschichte des Romans, porträtiert die visionäre
Jungautorin Mary Shelley und zeigt auf, was der 200 Jahre alte Stoff
mit moderner Genforschung und Robotern zu tun hat. Auch heute wird
weltweit an menschenähnlichen Maschinen und Robotern mit künstlicher
Intelligenz geforscht. Hochwertige Reenactments, aktuelle Experimente
und die Analysen renommierter Wissenschafter/innen zeigen Geschichte
und Gegenwart eines Mythos auf, der die Menschheit seit der Antike
beschäftigt. Und belegen: Mary Shelleys Roman ist nicht nur ein
visionärer Blick in die Zukunft, sondern auch eine Warnung an die
Menschheit.

An einem düsteren Abend des Jahres 1816 trifft sich am Genfer See
eine Gruppe englischer Schriftsteller/innen. Unter ihnen: die
18-jährige Mary Godwin und spätere Mary Shelley. Draußen herrscht
apokalyptisches Wetter – die Aschewolke eines Vulkanausbruchs in
Indonesien verdunkelt ganz Europa. Es ist das sogenannte „Jahr ohne
Sommer“, in dem Frankensteins Monster erschaffen wird. Mary Godwin
hat in jener Genfer Gewitternacht einen verstörenden Traum, den sie
am nächsten Tag ihren Kollegen als Horrorgeschichte präsentiert. Es
ist die Geschichte des Schweizer Naturforschers Victor Frankenstein,
der das „Elixier des Lebens“ finden möchte. Der Rest hat
Literaturgeschichte geschrieben: Frankenstein bastelt aus den
Körperteilen eines Toten einen neuen Menschen, der tatsächlich zu
leben beginnt. Doch mit dem Aussehen eines Monsters verbreitet die
Kreatur Angst und Schrecken – und will doch nur eins: geliebt und
akzeptiert werden.

Anfang des 19. Jahrhunderts verschwimmt in Europa die scharfe Grenze
zwischen Leben und Tod immer mehr. Anatomen beginnen das katholische
Tabu zu brechen und sich mit dem Innenleben des menschlichen Körpers
zu beschäftigen. Sie untersuchen nicht nur die Funktionsweisen des
Körpers, sondern sie treibt vor allem die Frage nach der Quelle des
Lebens, einer Seele, an. Diese Suche greift Mary Shelley in ihrem
Roman auf: Ihr Protagonist will ein neues Wesen schaffen: groß, stark
und schön. Einen Supermenschen. In der Kluft zwischen der Vision
Frankensteins und dem Resultat, seinem Monster, besteht die Tragik
von Mary Shelleys weltberühmtem Roman: Aus verschiedenen Körpern
setzt Victor Frankenstein Stück für Stück sein menschliches Gebilde
zusammen – und zu seiner Überraschung erwacht das Wesen tatsächlich.
Nun hat Frankenstein keine Kontrolle mehr: Seine Kreatur ist eine
Bedrohung, sie macht ihm Angst.

Was vor rund 200 Jahren eine verstörende Zukunftsvision war, ist
heute Realität: Transplantationen, steuerbare Prothesen und
Reanimation gehören zum medizinischen Alltag. Zahlreiche Forschungen
beschäftigen sich bis heute mit der Frage, ob es möglich ist, einen
Menschen künstlich zu erschaffen. Weltweit arbeiten Wissenschaft und
Technologie mit Hochdruck daran, menschenähnliche Roboter und
„denkende Maschinen“ mittels künstlicher Intelligenz zu entwickeln.
Dabei beginnen die Grenzen des wissenschaftlichen Strebens und
moralisch-ethischer Fragestellungen immer mehr zu verschwimmen.

Die Autorin Mary Shelley war ihrer Zeit weit voraus. Die „Universum
History“- Dokumentation zeigt mit Hilfe von szenischen
Rekonstruktionen, aktuellen Experimenten, Interviews mit Fachleuten
und dokumentarischen Elementen die Geschichte des Mythos Frankenstein
und seine Bezüge zur Gegenwart. Es ist ein Wunsch und eine Vision,
die Menschen seit der Antike hegen: künstlich neues Leben zu
schaffen. Möglicherweise ist Mary Shelleys Schauerliteratur ein
visionärer Blick in unsere Zukunft und eine Warnung an die Menschheit
zugleich.

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