ORF-„matinee“ am 15. November: „Proben mit Franz Welser-Möst“, „Belcanto – Die Tenöre der Schellackzeit“ über Caruso und Gigli

Weiters: „Museum für Zwei“ mit Julia Gschnitzer im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Wien (OTS) - Wie wird man Dirigent? Dieser Frage geht die von Martin Traxl präsentierte „matinee“ am Sonntag, dem 15. November 2020, um 9.05 Uhr in ORF 2 mit der neuen Dokumentation „Proben mit Franz Welser-Möst“ nach, für die Regisseur Robert Neumüller den oberösterreichischen Stardirigenten und Leiter des Cleveland Orchestra bei der Erarbeitung und Einstudierung von Richard Strauss’ „Elektra“ bei den Salzburger Festspielen 2020 filmisch begleitet hat. Danach steht die erste Folge des Doku-Zweiteilers „Belcanto – Die Tenöre der Schellackzeit“ (9.50 Uhr) auf dem Programm, die sich mit Sängergrößen wie Enrico Caruso und Beniamino Gigli befasst. Zum Abschluss des ORF-Kulturvormittags folgt schließlich eine weitere Ausgabe der neuen, 16-teiligen Miniaturenreihe „Museum für Zwei“ (10.55 Uhr), in der die aus Film und Theater bekannte Schauspielerin Julia Gschnitzer im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum eine Privatführung von Direktor Peter Assmann bekommt.

„Proben mit Franz Welser-Möst“ (9.05 Uhr)

Im Sommer 2020 feierte der österreichische Dirigent Franz Welser-Möst seinen 60. Geburtstag. Im selben Sommer erarbeitete er bei den Salzburger Jubiläums-Festspielen gemeinsam mit Regisseur Krzystof Warlikowski, den Wiener Philharmonikern und einem hochkarätigen Sänger-Ensemble, dem auch die litauische Sopranistin Asmik Grigorian angehörte, Richard Strauss‘ „Elektra“. Regisseur Robert Neumüller hat Franz Welser-Möst bei der Einstudierung der Oper begleitet. Eingebettet in die Beobachtungen dieses künstlerischen Prozesses wird die Lebensgeschichte des Maestros erzählt, der sich bereits im zarten Kindesalter zur Musik hingezogen fühlte. Seine erste Erinnerung an Musik ist eng mit seiner Mutter verbunden, die, als Franz drei Jahre alt war, für ihn Schuberts einprägendes Ges-Dur-Impromptu spielte. Ein weiterer prägender Moment war der Tod seiner kleinen Schwester:
„Sie hat nur acht Monate gelebt und dieses Leben von diesem kleinen Wesen, das eben schwer behindert war, hat eine große Ruhe und Stille in unsere Familie gebracht, so habe ich das erlebt, als Kind.“ Mit 18 Jahren hatte Franz Welser-Möst einen Autounfall, der seine beginnende Karriere als Geiger mit einem Schlag beendete. Den Unfall und den Tod seiner Schwester verbindet er mit dem Erleben einer tiefen Stille, die ihn seither beschäftigt: „Das sind ganz wesentliche Momente in meinem Leben und das sind auch Empfindungen, die ich immer wieder suche“. In der Arbeit mit dem Orchester bemüht sich der Oberösterreicher darum, jener Intensität nahe zu kommen, die er in den Ausnahmesituationen seines Lebens kennengelernt hat. Im Fall von „Elektra“ heißt das für ihn, die Essenz zu finden und nachzuvollziehen, wie Richard Strauss die Figuren musikalisch konzipiert und charakterisiert hat. In der Probenarbeit mit den Solistinnen und Solisten geht es um das Ausloten der Emotionen. Gefühle müssen erklärt, gefunden und ausgedrückt werden. Die Interventionen des Dirigenten helfen nicht nur den Musikern, sondern auch den Zuseherinnen und Zusehern zu einem besseren und klareren Verständnis der Oper: „Das Leben ist voller Überraschungen und so ist auch die Musik. Man glaubt ein Stück zu kennen … und auf einmal fällt es einem wie Schuppen von den Augen“, so Welser-Möst.

„Belcanto – Die Tenöre der Schellackzeit: Von Caruso bis Gigli“ (9.50 Uhr)

Die Tenöre der Schellackzeit können es, was ihren Ruhm angeht, ohne Weiteres mit den Startenören von heute aufnehmen. Aber was macht die Tenöre der Schellackzeit so besonders? Die zweiteilige Dokumentation geht dieser Frage auf den Grund und zeigt die Entwicklung des Belcantos im 20. Jahrhundert mit den besten Ton- und Bildaufnahmen. Folge eins der Produktion thematisiert Regisseur Jan Schmidt-Garre die Zeit von Enrico Caruso bis Beniamino Gigli und besuchte dazu in den 1990er Jahren die letzten damals noch lebenden Weggefährten der Sänger. Enrico Caruso gilt als der vielleicht größte Tenor der Geschichte. Er revolutionierte den klassischen Belcanto in einer Weise, die für das gesamte 20. Jahrhundert stilprägend sein sollte. Mit seinen mehr als 400 Schallplattenaufnahmen trug er entscheidend dazu bei, die Schallplatte als Massenmedium zu etablieren. Mit dem Aufkommen des Tonfilms in den 1930er Jahren wurden Sänger wie Joseph Schmidt oder Beniamino Gigli zu Kinostars.

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