• 11.11.2020, 12:39:54
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ORF-„matinee“ am 15. November: „Proben mit Franz Welser-Möst“, „Belcanto – Die Tenöre der Schellackzeit“ über Caruso und Gigli

Weiters: „Museum für Zwei“ mit Julia Gschnitzer im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Utl.: Weiters: „Museum für Zwei“ mit Julia Gschnitzer im Tiroler
Landesmuseum Ferdinandeum =

Wien (OTS) - Wie wird man Dirigent? Dieser Frage geht die von Martin
Traxl präsentierte „matinee“ am Sonntag, dem 15. November 2020, um
9.05 Uhr in ORF 2 mit der neuen Dokumentation „Proben mit Franz
Welser-Möst“ nach, für die Regisseur Robert Neumüller den
oberösterreichischen Stardirigenten und Leiter des Cleveland
Orchestra bei der Erarbeitung und Einstudierung von Richard Strauss’
„Elektra“ bei den Salzburger Festspielen 2020 filmisch begleitet hat.
Danach steht die erste Folge des Doku-Zweiteilers „Belcanto – Die
Tenöre der Schellackzeit“ (9.50 Uhr) auf dem Programm, die sich mit
Sängergrößen wie Enrico Caruso und Beniamino Gigli befasst. Zum
Abschluss des ORF-Kulturvormittags folgt schließlich eine weitere
Ausgabe der neuen, 16-teiligen Miniaturenreihe „Museum für Zwei“
(10.55 Uhr), in der die aus Film und Theater bekannte Schauspielerin
Julia Gschnitzer im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum eine
Privatführung von Direktor Peter Assmann bekommt.

„Proben mit Franz Welser-Möst“ (9.05 Uhr)

Im Sommer 2020 feierte der österreichische Dirigent Franz Welser-Möst
seinen 60. Geburtstag. Im selben Sommer erarbeitete er bei den
Salzburger Jubiläums-Festspielen gemeinsam mit Regisseur Krzystof
Warlikowski, den Wiener Philharmonikern und einem hochkarätigen
Sänger-Ensemble, dem auch die litauische Sopranistin Asmik Grigorian
angehörte, Richard Strauss‘ „Elektra“. Regisseur Robert Neumüller hat
Franz Welser-Möst bei der Einstudierung der Oper begleitet.
Eingebettet in die Beobachtungen dieses künstlerischen Prozesses wird
die Lebensgeschichte des Maestros erzählt, der sich bereits im zarten
Kindesalter zur Musik hingezogen fühlte. Seine erste Erinnerung an
Musik ist eng mit seiner Mutter verbunden, die, als Franz drei Jahre
alt war, für ihn Schuberts einprägendes Ges-Dur-Impromptu spielte.
Ein weiterer prägender Moment war der Tod seiner kleinen Schwester:
„Sie hat nur acht Monate gelebt und dieses Leben von diesem kleinen
Wesen, das eben schwer behindert war, hat eine große Ruhe und Stille
in unsere Familie gebracht, so habe ich das erlebt, als Kind.“ Mit 18
Jahren hatte Franz Welser-Möst einen Autounfall, der seine beginnende
Karriere als Geiger mit einem Schlag beendete. Den Unfall und den Tod
seiner Schwester verbindet er mit dem Erleben einer tiefen Stille,
die ihn seither beschäftigt: „Das sind ganz wesentliche Momente in
meinem Leben und das sind auch Empfindungen, die ich immer wieder
suche“. In der Arbeit mit dem Orchester bemüht sich der
Oberösterreicher darum, jener Intensität nahe zu kommen, die er in
den Ausnahmesituationen seines Lebens kennengelernt hat. Im Fall von
„Elektra“ heißt das für ihn, die Essenz zu finden und
nachzuvollziehen, wie Richard Strauss die Figuren musikalisch
konzipiert und charakterisiert hat. In der Probenarbeit mit den
Solistinnen und Solisten geht es um das Ausloten der Emotionen.
Gefühle müssen erklärt, gefunden und ausgedrückt werden. Die
Interventionen des Dirigenten helfen nicht nur den Musikern, sondern
auch den Zuseherinnen und Zusehern zu einem besseren und klareren
Verständnis der Oper: „Das Leben ist voller Überraschungen und so ist
auch die Musik. Man glaubt ein Stück zu kennen … und auf einmal fällt
es einem wie Schuppen von den Augen“, so Welser-Möst.

„Belcanto – Die Tenöre der Schellackzeit: Von Caruso bis Gigli“ (9.50
Uhr)

Die Tenöre der Schellackzeit können es, was ihren Ruhm angeht, ohne
Weiteres mit den Startenören von heute aufnehmen. Aber was macht die
Tenöre der Schellackzeit so besonders? Die zweiteilige Dokumentation
geht dieser Frage auf den Grund und zeigt die Entwicklung des
Belcantos im 20. Jahrhundert mit den besten Ton- und Bildaufnahmen.
Folge eins der Produktion thematisiert Regisseur Jan Schmidt-Garre
die Zeit von Enrico Caruso bis Beniamino Gigli und besuchte dazu in
den 1990er Jahren die letzten damals noch lebenden Weggefährten der
Sänger. Enrico Caruso gilt als der vielleicht größte Tenor der
Geschichte. Er revolutionierte den klassischen Belcanto in einer
Weise, die für das gesamte 20. Jahrhundert stilprägend sein sollte.
Mit seinen mehr als 400 Schallplattenaufnahmen trug er entscheidend
dazu bei, die Schallplatte als Massenmedium zu etablieren. Mit dem
Aufkommen des Tonfilms in den 1930er Jahren wurden Sänger wie Joseph
Schmidt oder Beniamino Gigli zu Kinostars.

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