• 10.11.2020, 13:13:46
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Der „Salzburger Stier 2021“ geht an Thomas Stipsits

Wien (OTS) - ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN (FERNSEHEN, RADIO,
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NOVEMBER 2020, 05.00 UHR BEACHTEN!

Die Gewinner des „Salzburger Stier 2021“ stehen fest:
Österreichischer Preisträger ist der Kabarettist und Schauspieler
Thomas Stipsits, für Deutschland wird der Stand-Up-Künstler,
Bühnenliterat und Kabarettist Moritz Neumeier ausgezeichnet und für
die Schweiz die Slam-Poetin Lara Stoll. Der „Ehrenstier“ als
Auszeichnung fürs Lebenswerk geht an den Schweizer Kabarettisten
Joachim Rittmeyer. Der renommierte Radio-Preis für deutschsprachiges
Kabarett wird beim großen „Stier“-Event von 7. bis 8. Mai 2021 im
„Tollhaus“ in Karlsruhe überreicht. Gastgeber ist der SWR in
Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Radiosendern von ARD,
ORF, SFR und RAI Südtirol. Der „Salzburger Stier“ ist mit je 6000
Euro dotiert und wird bereits zum 40. Mal verliehen.

Der „Salzburger Stier 2021“ für Österreich geht an den 37-jährigen
Kabarettisten, Schauspieler und Autor Thomas Stipsits. Obwohl
Stipsits das Publikum buchstäblich im Sturm eroberte, blieb er
bescheiden und zitierte in den ersten Jahren auf der Bühne gern Josef
Hader: „Als junger Kabarettist hast Du beim ersten Verkehrsunfall
mehr Zuschauer als beim ersten Soloprogramm“. Mittlerweile hat er
fünf Soloprogramme, zwei satirische Kleinkunststücke und eine
Werkschau hinter sich gebracht. Stipsits ist Steirer mit familiären
Wurzeln im burgenländischen Stinatz. Eine Herkunft, die zur Satire
verpflichtet: stammt doch der österreichische Altmeister des
Kabaretts, Lukas Resetarits, ebenfalls aus dieser
burgenlandkroatischen Gemeinde im Südosten Österreichs. Eine Gegend,
die sowohl von der kroatischen Kultur als auch von starken
Traditionen bestimmt ist. Stipsits ist ein Geschichtenerzähler der
neuen Generation: Er entwickelt sehr komplex konstruierte
Handlungsabläufe, die von persönlichen Erfahrungen geprägt sind und
gleichzeitig der Tradition des „Schmähführens“ eine zeitgemäße
Dimension verleihen. Als bekennender Freund von Massenszenen
entwickelt er in seinen Programmen sehr einprägsame Charaktere, die
gleichsam das Sittenbild des österreichischen Mikrokosmos
widerspiegeln. Scheinbar harmlose Zeitgenossen, deren emotionale
Basisausstattung auf naive Weise Charme, Niedertracht und
Unbedarftheit vereint. Diese spezifische Gemengelage versteht der
Kabarettist mit viel Witz und Geschick auf der Bühne umzusetzen. In
den vergangenen Jahren hat sich Stipsits als vielseitig begabter
Künstler erwiesen. Er wirkte in Filmen wie „Baumschlager“ oder „Love
Machine“ ebenso mit, wie im ORF-Tatort oder in der ORF-Serie
„Vorstadtweiber“. Gemeinsam mit dem Schauspieler Manuel Rubey
entwickelte Stipsits die beiden Stücke „Triest“ und „Gott und Söhne“,
die im gleichen Maße von anspruchsvoller Handlung, Massenszenen und
satirischen Elementen geprägt sind. Sein erster Krimi
„Kopftuchmafia“, der das dramatische Ende einer Hochzeit in Stinatz
zum Inhalt hat, ist bisher 50.000 Mal verkauft worden. Und im
Spätherbst 2020 erscheint bereits sein zweiter Stinatz-Krimi namens
„Uhudler Verschwörung“. In seiner aktuellen Werkschau „Stinatzer
Delikatessen“ hat sich Thomas Stipsits nicht nur mit dem Alltag in
der kleinen burgenlandkroatischen Gemeinde beschäftigt, sondern auch
mit der jüngeren Popgeschichte. Seine Vorliebe für dieses Genre und
seine parodistische Begabung bescheren dem aktuellen Programm eine
Reihe sehr bemerkenswerter Musik-Medleys.

Moritz Neumeier, Poetry-Slammer, Stand-Up-Comedian und
Kabarettist, spricht gern über das Leben, die eigene Ehe, Kinder, das
ständige Scheitern an selbstgesetzten Ansprüchen. Er tut dies mit
provozierendem Humor, das Lachen bleibt einem zuweilen im Halse
stecken. Wie leben wir eigentlich zusammen? Die Frage zieht sich
durch – und das Politische ist immer nur einen Gedankensprung
entfernt. 1988 geboren und gemeinsam mit sieben Geschwistern in
Schleswig-Holstein aufgewachsen, nahm Neumeier seit 2008 an
Poetry-Slams in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. 2012
hatte sein Bühnenprogramm „Satire macht frei“ Premiere. Sein
wöchentlicher Videoblog „Auf eine Zigarette mit Moritz Neumeier“,
seit der 100. Folge und auf Wunsch seiner Frau unter dem Namen „Auf
einen Kaffee mit Moritz Neumeier“, wurde unter anderem von ZEITonline
und FUNK, dem jungen Medienangebot von ARD und ZDF, präsentiert. In
ihm redet Neumeier vorrangig über gesellschaftliche Themen wie
Fremdenhass und Sexismus. Seit 2017 präsentiert er zudem gemeinsam
mit Till Reiners den Satire-Podcast „Talk ohne Gast“. Respekt- und
tabulos, unbeeindruckt von den Fragen des guten Geschmacks, talken
und scherzen sich die beiden durch alle Themen ihres Lebens, der
Politik und Gesellschaft. Neumeier scheut sich nicht, auch Themen
aufzugreifen, die nicht lustig sind, wie etwa die Benachteiligung von
Frauen. Dass er es mit den Grenzen politischer Korrektheit nicht
immer genau nimmt, gehört dazu. Es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören,
wie er zu weit geht. Denn Moritz Neumeier ist ehrlich. Und lustig.
Jedenfalls meistens. Nur manchmal tut es weh. Wie das Leben eben. Was
die Stand-Up-Comedy vor allem im angloamerikanischen Raum schon seit
Jahrzehnten ausmacht, bringt Neumeier in die deutsche Kabarett-Szene
ein: eine selbstverständliche Mischung von Privatem und Persönlichem,
gepaart mit politischen Unkorrektheiten und einem unverkrampften
Umgang mit heiklen Themen. Er hat eine entwaffnende Art, sie
anzusprechen und beim Namen zu nennen. Für Probleme, die er aufs Korn
nimmt, bietet er keine Lösungen an. Aber wie er sie präsentiert,
hintersinnig, provokant, zum Nachdenken herausfordernd – das ist von
ungeheurer Lässigkeit, die alles andere als eine bloße Attitüde des
deutschen Preisträgers des „Salzburger Stieres 2021“ ist.

Lara Stoll gilt als die Punkerin der Schweizer Poetry-Slam-Szene.
Diesen Ruf genießt sie, weil sie es liebt, auf der Bühne laut und
anarchistisch zu sein. Ihre Texte sind oft ein einziges, kunstvoll
gebautes Crescendo. Doch dann, plötzlich und unerwartet, zeigt die
Exzentrikerin ihre Zerbrechlichkeit. Diese spannungsvolle Mischung
macht die 1987 in Schaffhausen geborene Stoll zu einer
unverwechselbaren Figur auf den deutschsprachigen Bühnen. Dass sie
neben ihren Bühnen-Programmen auch mit Filmen und Musik von sich
reden macht, rundet das Bild dieser vielfach begabten Künstlerin ab.
Stoll zog es schon früh auf die Bühne und so wurde sie 2006
Poetry-Slam-Schweizermeisterin in der Kategorie U20. Im gleichen Jahr
bestätigte sie diesen Erfolg mit dem Gewinn der Deutschsprachigen
Meisterschaft in derselben Kategorie. 2010 gewann sie die
Slam-Poetry-Schweizermeisterschaft und die ersten
Slam-Europameisterschaften. Nachdem sie als Slam-Poetin alles
erreicht hatte und erfolgreich mit ihrem ersten Bühnen-Solo „Hanni,
Nanni & ich“ auf Tournee war, absolvierte sie von 2011 bis 2015 ein
Filmstudium an der Zürcher Hochschule der Künste. Mit dem Kollektiv
„Bild mit Ton“ produziert sie seit 2013 experimentelle Videos und
Kinofilme, 2015 gründete sie die Punkband „Pfffff“, aus der später
das Synth-Pop-Techno-Projekt „Stefanie Stauffacher“ entstand. Aktuell
spielt Lara Stoll in der TV-Krimi-Komödie „Advent, Advent!“ eine
Hauptrolle. Stoll bleibt sich selbst immer und überall treu und setzt
dem Publikum schonungslos vor, was ihre schräge Fantasie ihr zuträgt.
Ihre Geschichten beginnen oft im Alltäglichen, Privaten und Banalen.
Sie wartet vergeblich auf den Pizza-Lieferdienst oder kämpft mit dem
Staubsauger, der nicht mehr in den Schrank passen will. Alles keine
Tragödien, eigentlich, doch dann nimmt Lara Stolls Performance Fahrt
auf, sie beginnt zu zetern, zu schäumen und zu poltern und schon
driften ihre Alltagsgeschichten ab ins Apokalyptische oder werden
einfach nur wunderbar grotesk. Auf dem Höhepunkt der Eskalation hilft
oft der Griff zur Gitarre oder zu irgendeinem absurden Requisit. An
diesen schrägen Blödeleien hat Lara Stoll eine ungeniert kindliche
Freude – schließlich weiß sie genau, wann der Moment da ist, um
wieder ernst zu werden. Nach ihren Bühnen-Programmen „Krisengebiet“
und „Krisengebiet 2 – Electric Boogaloo“ trägt ihr jüngstes und
viertes Solo-Programm den scheinbar ungetrübten Titel „Gipfel der
Freude“. Als hätte sie geahnt, dass sie dafür und für ihr bisheriges
Schaffen den „Salzburger Stier 2021“ für die Schweiz gewinnt.

„Ehrenstier“ an Joachim Rittmeyer

Der „Ehrenstier“ - er wird in unregelmäßigen Abständen vergeben
und gilt als Auszeichnung für das Lebenswerk – geht 2021 an den
Großmeister der skurrilen Rituale und wunderlichen Denkmanöver, den
Schweizer Kabarettisten Joachim Rittmeyer. Der 1951 in St. Gallen
geborene Rittmeyer wird verehrt für seinen ebenso subversiven wie
liebenswürdigen Humor, sein virtuoses Spiel mit Schweizer Macken und
Dialekten, seine Musikalität und seinen Mut zur kompromisslosen
Entschleunigung. Nach seiner Erstausbildung als Lehrer und zwei
Jahren Journalismus brachte Joachim Rittmeyer 23-jährig sein erstes
Solo-Programm „Lachen und Pfützen“ zur Uraufführung. Es folgten,
meistens im 2-Jahres-Rhythmus, 20 weitere Solo-Programme. Sein Genre
ist das detailgenaue Figuren-Kabarett. Mit verblüffender Leichtigkeit
wechselt er auf der Bühne von einer Rolle in die andere. Was all
seine Figuren verbindet, ist die Gewissheit, dass ein einfaches Ja
oder Nein keine Antwort ist, egal auf welche Frage. Rittmeyers
Figuren können nicht anders, als in den absonderlichsten Volten und
Variationen über Hartschaumzehenspreizer, Katzenkratzschutzkragen
oder die Trennstäbe an der Kasse im Supermarkt zu philosophieren.
Parallel zu seinem aktuellen Solo-Programm „Neue Geheimnische“ spielt
Joachim Rittmeyer zurzeit zusammen mit Patrick Frey die Duo-Komödie
„Der letzte Piepser“, in der die beiden Fast-Siebziger mit viel
Selbstironie ein mögliches Sterben auf der Bühne inszenieren.

Der „Salzburger Stier“ ist mit jeweils 6000 Euro dotiert und wird
seit 1982 jedes Jahr an Kabarettistinnen und Kabarettisten aus
Österreich, Deutschland und der Schweiz verliehen - 2021 bereits zum
40. Mal. Er ist nicht nur einer der begehrtesten Kabarettpreise,
sondern auch die größte Radio-Koproduktion im Bereich Unterhaltung.
Nicht weniger als zehn Radiostationen arbeiten für den „Salzburger
Stier“ eng zusammen: ORF, SFR, sechs ARD-Sender sowie der
Deutschlandfunk und RAI Südtirol.

Den Auftakt des Kabarettforums „Salzburger Stier 2021“ im
Karlsruher „Tollhaus“ werden am 7. Mai 2021 die
Stierpreisträgern/innen des Jahres 2020 bestreiten – Florian Scheuba,
Sarah Bosetti und Renato Kaiser – und Ehrenstier-Preisträger Joachim
Rittmeyer. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 8. Mai 2021
statt. An diesem Abend unterhalten die „Stier“-Preisträgerinnen 2021
mit Auszügen aus ihren aktuellen Programmen. Ö1 überträgt den
Eröffnungsabend live ab 20.00 Uhr, ausführliche Porträts der
Ausgezeichneten sind ab 16. Mai 2021 im Kleinkunstmagazin „Contra“ zu
hören - immer sonntags um 19.05 Uhr in Ö1. Weitere Informationen sind
abrufbar unter https://oe1.orf.at/salzburgerstier und
www.salzburgerstier.org.

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