Studierende in Notlage: ÖH Uni Wien fordert Mindestunterstützung statt Mindeststudienleistung!

Studierendenvertretung der Uni Wien kritisiert Pläne zur Novellierung des Universitätsgesetzes

Wien (OTS) - Vergangene Woche wurden mehrere tiefgreifende Änderungen für die Studierenden an allen österreichischen Universitäten angekündigt: Die geplanten Verschlechterungen im Zuge der Novellierung des Universitätsgesetzes sowie die Rückkehr zur digitalen Lehre im Rahmen des zweiten Lockdowns. Die gravierendsten Maßnahmen der UG-Novelle stellen die verpflichtende Prüfungsaktivität für neu inskribierte Studien dar, die eine Exmatrikulation bei weniger als 16 ECTS Mindeststudienleistung pro Studium pro Jahr bedeutet, sowie der Ausschluss auf Lebenszeit für Studierende, die die STEOP nicht bestehen. Weiters soll die Nachfrist für die Meldung der Fortsetzung des Studiums weitestgehend gestrichen werden und die Rektorate noch mehr Macht bekommen (Stichwort Richtlinienkompetenz bei Curricula). “Diese Maßnahmen sind für alle, aber besonders für berufstätige Studierende, Studierende mit Betreuungspflichten oder Doppelstudium und auch Studienanfänger_innen eine unhaltbare Zumutung.”, merkt Hannah-Lea Weingartner (GRAS), Vorsitzende der ÖH Uni Wien an.

Der Umstieg auf rein digitalen Unterricht stellt ebenfalls eine Herausforderung für Studierende dar: “Auch wenn der Umstieg auf rein digitale Unterrichtsformate beim derzeitigen Infektionsgeschehen richtig und wichtig ist, hätten wir uns ein proaktiveres und vorausschauenderes Auftreten von Universitätsleitung und Ministerium gewünscht. Auf Sorgen und Bedenken der Studierenden wurde nur ungenügend Rücksicht genommen und es gab keine transparenten Konzepte, wie die Uni mit steigenden Infektionszahlen umgeht, beziehungsweise in welchen Fällen (Teil-)Schließungen der Uni angedacht wären.”, so Magdalena Taxenbacher, Referentin für Bildung und Politik. Außerdem hat das Sommersemester schwerwiegende Probleme offenbart, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der ÖH Uni Wien zeigte: die Hälfte der Studierenden berichtete von höherem Aufwand, jede zweite Person erlebte eine Onlineprüfung mit zu wenig Zeit, viele Studierende beklagten unklare Leistungsbeurteilungen und ungenügende Adaptierung an die Situation, Audio- und Videokonferenztools waren zum Ende des Sommersemesters immer noch nicht die Regel. “Kurzum: es gibt keine Qualitätsstandards für digitale Lehre - zulasten der Studierenden! Viele Studierende befürchten Studienzeitverzögerungen durch die aktuelle Situation - in diesen Zeiten und unter diesen Umständen ist die geplante Mindeststudienleistung einfach ein Hohn”, schließt Taxenbacher ab.

Insgesamt bewertet die ÖH Uni Wien die Entwicklungen der letzten Monate ausgesprochen kritisch: “Die Regierung hat die Studierenden nicht nur weitestgehend sich selbst überlassen, anstatt für ihre soziale Absicherung zu sorgen, sondern sie zudem während einer globalen Krise mit Schikanen im Namen der Effizienz konfrontiert. Es zeigt sich, dass das Ministerium sich nicht dafür interessiert, was Studierende brauchen und was ihre Lebensrealitäten sind.” Die ÖH Uni Wien fordert Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der Studierenden, wie zum Beispiel die Aussetzung der Studiengebühren und einen Krisenfonds. “Die UG-Novelle sollte für eine demokratischere, fairere und bessere Universität sorgen, anstatt sie noch mehr zur Verwertungsmaschinerie umzuformen”, schließt Zissi Fritsche, Pressesprecherin des KSV-LiLi ab.

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