• 05.11.2020, 14:23:17
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  • OTS0147

„dokFilm“-Premiere „Alain Delon, persönlich“ zum 85. Geburtstag am 8. November in ORF 2

Wien (OTS) - Am Sonntag, dem 8. November 2020, wird Schauspielikone
Alain Delon 85. Diesen Anlass würdigt der ORF am Geburtstag mit dem
Filmporträt „Alain Delon, persönlich“, das als „dokFilm“-Premiere um
23.05 Uhr in ORF 2 zu sehen ist. Darin versucht Regisseur Philippe
Kohly, dem Geheimnis des Kinomagiers auf die Spur zu kommen.

Mehr zum Inhalt:

Augen, die etwas zu verbergen scheinen, die Aura des wortkargen
Unnahbaren und seine fast unwirkliche Schönheit haben Alain Delon zur
Ikone des europäischen Films gemacht. Er hat mit Regiegrößen wie
Luchino Visconti, Michelangelo Antonioni oder Jean-Luc Godard
zusammengearbeitet. Abseits der Leinwand machte der Franzose als
Womanizer und Geschäftsmann sowie mit seinen Verbindungen zur
Unterwelt von sich reden.

Die Einsamkeit, die Alain Delon anhaftet, ist nicht gespielt. Sie
steht ihm nicht im Weg, er sucht sie sogar. Doch woher kommt diese
Melancholie in seinem berühmten Blick? Im Alter von drei Jahren
ließen sich Delons Eltern scheiden, Alain landete zunächst bei
Pflegeeltern, danach in ständig wechselnden Internaten. Mit 14 schien
seine Zukunft besiegelt: Er machte bei seinem Stiefvater eine Lehre
zum Fleischhauer. Doch anstatt Fleischteile gekonnt zu zerlegen,
meldete er sich zur Marine und zog in den Krieg gegen Indochina.
Seinen 20. Geburtstag verbrachte Delon im Militärgefängnis, weil er
betrunken einen Militär-Jeep gestohlen und in einen Graben gefahren
hatte.

Das Image des Bad Boy und seine Schönheit standen ihm nicht im Weg –
sie öffneten ihm Türen. Eine um Vieles ältere Geliebte war mit einem
Produzenten verheiratet und verschaffte ihm seine erste Filmrolle. Im
neuen Metier fühlte er sich sofort „wie ein Fisch im Wasser“, bewegte
sich darin mit größter Selbstverständlichkeit. Und dann kam Romy
Schneider. Die „Sissi“ und der böse Bube wurden für die
Schnitzler-Adaption „Christine“ zusammengespannt. Sie fand ihn
„uninteressant“, er sie „zum Kotzen“. Doch bei den Dreharbeiten
funkte es, vier Jahre blieben die beiden dauerverlobt und die Yellow
Press konnte sich an ihnen nicht sattsehen.

Alain Delon wuchs an neuen Aufgaben. Von René Clément, unter dessen
Regie er „Nur die Sonne war Zeuge“ drehte, erlernte er „die
Wissenschaft des Schauens“, all seine Emotionen in seinen Blick zu
legen. Luchino Visconti brachte ihm und Schneider bei, wie man sich
auf einer Bühne bewegt. Dann endete die Beziehung mit Schneider und
Delon heiratete Nathalie. Sohn Anthony komplettierte das auf Ewigkeit
ausgelegte Familienglück, das zerbrach, als das Kind knapp vier Jahre
alt war. So wiederholt sich Delons Geschichte.

Abgesehen von einem wenig glückhaften Intermezzo in Hollywood, eilte
Delon von Erfolg zu Erfolg – auch in der Rolle des Produzenten seiner
eigenen Filme. Mit seiner neuen Gefährtin Mireille Darc richtete er
sich auf einem 58 Hektar umfassenden Anwesen ein. Bis zu 25 Hunde
nahm der Künstler bei sich auf. Kurz geriet seine Karriere wegen
seiner Bekanntschaft zu dem wegen Mordes angeklagten korsischen
Ganoven François Marcantoni in Schieflage, der jedoch aus Mangel an
Beweisen freigesprochen wurde. Ab den 1990er Jahren wurde Alain Delon
zum erfolgreichen Geschäftsmann, vermarktete Champagner, Brillen,
Parfums und Uhren unter seinem Namen. 1985 erhielt er endlich
Frankreichs prestigeträchtigsten Filmpreis, den César.

Je älter Delon wurde, desto jünger waren seine Frauen. Mit der um 30
Jahre jüngeren Rosalie van Breemen bekam er im Alter von 60 Jahren
eine Tochter, ein paar Jahre später einen zweiten Sohn. Heute lebt
Delon weitgehend zurückgezogen auf seinem Anwesen. 35 Hunden hat er
auf seinem Grundstück Grabmale errichtet. Dahinter steht eine
Kapelle. In der möchte er dereinst bestattet werden.

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