Ernst-Dziedzic zum 20jährigen Bestehen der UN-Resolution 1325

Grüne: Österreich muss internationaler Mittler bei Friedensprozessen sein

Wien (OTS) - Heute feiert die UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden, Sicherheit“ ihren 20-jährigen Bestand. „Diese Resolution ist eine politische Errungenschaft und ein historischer Meilenstein hinsichtlich der Bestrebungen bezüglich der Gleichstellung von Frauen bei globaler Konfliktbewältigung. Sie hat in der Zeit ihres Bestehens in vielen Ländern reiche Früchte getragen“, sagt dazu Ewa Ernst-Dziedzic, Sprecherin für Außenpolitik und Menschenrechte der Grünen.

Ziel der UN-Resolution 1325 ist es, die Teilhabe unterschiedlicher Gruppen der Gesellschaft durch bewusste Einbindung zum zentralen Bestandteil von Außen- und Sicherheitspolitik zu machen. Ausgewiesene Schwerpunkte dabei sind eine aktive und starke Repräsentation von Frauen in friedens- und sicherheitspolitischen Prozessen, der Schutz aller Menschen vor sexualisierter Gewalt in Kriegen und bewaffneten Konflikten, die Miteinbeziehung der Bevölkerung in die Konfliktprävention und die geschlechtersensible Berücksichtigung der Bedürfnisse im Rahmen von Hilfs-, Wiederaufbau- und Reintegrationsmaßnahmen.

Die UN-Resolution 1325 wurde in den Folgejahren durch mehrere weiterführende Resolutionen konkretisiert und immer weiter ausgebaut. In Österreich wurde auf dieser Basis bereits vor acht Jahren ein nationaler Umsetzungsplan in die Wege geleitet. Trotz der unbestrittenen Fortschritte sei das Ziel der Resolution aber noch immer nicht erreicht und die derzeitige politische Realität voller Herausforderungen, meint Ernst-Dziedzic: „Frauen sind im nach wie vor männerdominierten Sicherheitsbereich weitestgehend unterrepräsentiert, ihre Rechte werden beschnitten, ihre Belange werden ignoriert. Gleichzeitig sind sie aber stärker von Gewalt, Krieg und Konflikten betroffen.“ Gleichzeitig gibt es auch positive Entwicklungen: Der Kampf der Frauen an der Spitze der Oppositionsbewegung in Belarus würde dies ebenso offenbaren wie der Mut der Frauen im Sudan, die im vergangenen Jahr einen wichtigen Anteil daran hatten, dass die Diktatur von al-Baschirs gestürzt wurde. Es sei daher von besonders großer Bedeutung, meint Ernst-Dziedzic, dass sich Österreich weiterhin und auf internationaler Ebene für die Kernidee von 1325 - den dauerhaften gesellschaftlichen Frieden und dessen gleichberechtigte Gestaltung - einsetze.

„Wir haben uns auf Regierungsebene darauf geeinigt, hinsichtlich der Stärkung von Frauenrechten in der Außenpolitik insbesondere auch bei der UN-Resolution 1325 anzusetzen. Gerade ein neutrales Land wie Österreich kann innerhalb der internationalen Gemeinschaft eine besondere Mittlerrolle in diesem Zusammenhang wahrnehmen“, sagt die Vizeklubchefin der Grünen. Um diplomatische Bemühungen in diesem Bereich zu stärken, sei allerdings eine höhere finanzielle Ausstattung der UN-Organisation "UN Women" notwendig. Zudem sei es erforderlich, sich gezielt mit gleichgesinnten Staaten zusammenzuschließen, um die entsprechende Agenda voranzutreiben. Zum Jubiläum hat die Grüne Abgeordnete zum Europaparlament, Hannah Neumann, eine Online-Kampagne unter dem Hashtag #SHEcurity entwickelt, mit dem Ziel, jene Frauen in den Vordergrund zu rücken, die in diesem Bereich aktiv sind, aber auch, um Licht auf immer noch bestehende strukturelle Probleme zu werfen.


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