- 31.10.2020, 09:02:05
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Landwirtschaftliche Fachschule Mistelbach testet Anbau von Hülsenfrüchten bereits im Herbst
LR Teschl-Hofmeister: Alternative Anbaumethode schont den Boden und erzielt frühere Reife
Utl.: LR Teschl-Hofmeister: Alternative Anbaumethode schont den
Boden und erzielt frühere Reife =
St. Pölten (OTS/NLK) - An der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS)
Mistelbach laufen seit drei Jahren Versuche zum Anbau von
Hülsenfrüchten bereits im Herbst. Die ersten Ergebnisse sind
vielversprechend, denn die sogenannten Winterformen bedecken den
Boden in der kalten Jahreszeit, reduzieren die Bodenerosion und
punkten mit einer früheren Reife.
„Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen oder Sojabohnen spielen bei
der ausgewogenen Ernährung eine immer wichtigere Rolle, weil sie
einen hohen Eiweißgehalt besitzen und reich an Ballaststoffen sind.
Aufgrund des geänderten Ernährungsbewusstseins steht das gesunde
Gemüse immer öfter am Speiseplan und die Nachfrage steigt
dementsprechend“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane
Teschl-Hofmeister. „An der Landwirtschaftlichen Fachschule Mistelbach
trägt man diesem nachhaltigen Ernährungstrend Rechnung und forscht zu
alternativen Anbaumethoden bei Hülsenfrüchten, die den Boden schonen
und früher reif sind als konventionelle Sorten“, so
Teschl-Hofmeister.
„Durch den Herbstanbau ist der Boden den gesamten Winter über mit den
Pflanzen bedeckt und gut durchwurzelt. Die Winterfeuchte und
Nährstoffe können von den Leguminosen, wie die Hülsenfrüchte auch
genannte werden, optimal ausgenutzt werden. Und durch die Begrünung
wird die Bodenerosion verhindert“, betont Direktorin Veronika
Schreder. „Im Frühjahr haben die Winterformen einen entscheidenden
Wachstumsvorsprung gegenüber den konventionellen Sommerformen und
blühen schon viel früher. Noch vor den hohen Temperaturen im Sommer
können etwa Wintererbsen oder Winterlinsen schon im April oder Mai
geerntet werden. Zudem verbessern Leguminosen die Bodenfruchtbarkeit,
weil sie den Stickstoff im Boden binden und für die Pflanzen
verfügbar machen“, so Schreder. Die Versuchsergebnisse der LFS
Mistelbach zu den Winterarten von Erbse, Ackerbohne, Sojabohne,
Lupine, Linse und Kichererbse sind online auf www.lako.at/versuche
abrufbar.
„Da die Fachschule Poysdorf in zwei Jahren an die LFS Mistelbach
übersiedelt, bereitet man sich bereits jetzt auf eine gelingende
Zusammenführung vor. Als erstes Projekt der Schulkooperation stehen
die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten der Hülsenfrüchte auf
dem Programm“, betont Direktorin Feichtinger-Ziniel. „Derzeit wird
mit den Schülerinnen und Schülern im praktischen Unterricht an
verschiedenen Produktvariationen getüftelt. Kichererbsen als
Humusgrundlage, Linsen für Eintöpfe, Strudel und Aufstriche lassen
sich perfekt in der Küche einsetzen“, so Feichtinger-Ziniel. „Aus
Hülsenfrüchten lassen sich viele schmackhafte Gerichte wie Eintöpfe
und Salate zubereiten. Auch als Beilagen sind sie sehr beliebt.
Jedoch gilt es zu beachten, dass die meisten Hülsenfrüchte - mit
Ausnahme von Zuckererbsen - vor dem Verzehr gekocht werden müssen,
weil sie das unverdauliche Gift Phasin sowie Bitterstoffe enthalten“,
so der Tipp der beiden Direktorinnen.
Genaugenommen sind Hülsenfrüchte gar keine Früchte, sondern die Samen
der sogenannten Hülsenfrüchtler (auch Leguminosen genannt). Botanisch
gesehen handelt es sich nicht um Früchte, sondern um Gemüse. Sie
wachsen in Fruchtblättern, die sich bei der Reife öffnen, sodass die
Samen geerntet werden können. Diese werden dann je nach Sorte
getrocknet, gegart oder gleich frisch gegessen. Hülsenfrüchte zählen
zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Bereits vor 8000 Jahren
wurden in der asiatischen Küche Hülsenfrüchte verwendet.
Weitere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter
Kraus, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail [email protected].
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