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Kritik an Studienrechtsnovelle

Studierendenvertreter_innen fordern verbesserte Studierbarkeit statt unnötiger Barrieren im Studium

Graz (OTS) - Im Zuge der geplanten Novelle des Universitätsgesetzes sollen große Teile des Studienrechts überarbeitet werden. Studierende erhofften sich von der Novelle vor allem verbesserte Studienbedingungen an den Universitäten, die ihnen das Vorankommen im Studium erleichtern würden. Leider scheinen die geplanten Maßnahmen aber eine deutlich andere Richtung einzuschlagen. Aus Sicht der Hochschüler_innenschaft an der TU Graz sind dabei besonders die geplante Mindeststudienleistung, die Reduktion der Prüfungstermine sowie die strengeren Zulassungsfristen problematisch.

Durch die geplante Mindeststudienleistung sollen Studierende pro Studium und Jahr mindestens 16 ECTS erbringen müssen, um nicht dauerhaft von dem entsprechenden Studium gesperrt zu werden. “Gerade die erschwerten Bedingungen unter COVID-19 zeigen die zahlreichen Missstände auf, die Studierende am geforderten Studienfortschritt hindert - seien es nicht angebotene Lehrveranstaltungen, fehlende Prüfungstermine oder Probleme bei der Studienorganisation. Diese Personen nun einfach aus dem Studium zu werfen ist ein Fausthieb ins Gesicht der Betroffenen.”, so Simon Malacek, Vorsitzender der HTU Graz.

Vorwiegend berufstätigen Studierenden wird dadurch das Studium massiv erschwert: Laut der Studierendensozialerhebung 2019 sind 65 % aller Studierenden erwerbstätig. Um sich ihr Studium überhaupt finanzieren zu können, arbeiten diese durchschnittlich 20,5 Stunden pro Woche. “Die Vereinbarkeit von Beruf und Studium führt bereits jetzt zu Schwierigkeiten. Die geplanten Maßnahmen werden berufstätige Studierende zusätzlich belasten und erschweren die Finanzierung des Studiums enorm - besonders trifft es diejenigen, die keine (finanzielle) Unterstützung erhalten.”, so Carina Mazelle vom Vorsitzteam der HTU Graz.

Zusätzlich kommt hinzu, dass eine Reduktion der angebotenen Prüfungstermine geplant ist, was die Vereinbarkeit des Studiums mit anderen Verpflichtungen blockiert. Besonders in Prüfungsphasen finden viele Prüfungstermine in kürzester Zeit statt, sodass nicht alle gleichzeitig wahrgenommen werden können. Durch die Reduktion der Prüfungstermine sinken somit Vorbereitungszeit, Lernqualität und der Studienerfolg. Es ist der HTU Graz daher nicht ersichtlich, wie mit diesem Vorgehen eine Steigerung der Studienleistungen erzielt werden soll.

Auch die Abschaffung der Nachfrist erschwert die Planung des Studiums und schafft unter anderem eine überflüssige Hürde zwischen Bachelor- und Masterstudium. Anstatt Studierenden weitere Steine in den Weg zu legen, sollte es endlich an der Zeit sein, den Studienfortschritt auch strukturell zu ermöglichen: “mehr Laborplätze und Prüfungsmöglichkeiten, bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf, digitale Lehrangebote, der Abbau rechtlicher Barrieren sowie Voraussetzungsketten sind dringende Maßnahmen, damit Studierende ihr Studium in der Regelzeit abschließen können.”, so Simon Malacek, David Schöggl und Carina Mazelle aus dem HTU-Vorsitz unisono.

Rückfragen & Kontakt:

Simon Malacek
Vorsitzender der HTU Graz
+43 664 60 873 5100
vorsitz@htugraz.at

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