- 23.10.2020, 12:01:33
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„Orientierung“: Evangelischer Reformationsempfang (fast) ohne Begegnung
Außerdem am 25. Oktober um 12.30 Uhr in ORF 2: Kämpfe um Bergkarabach: Ein „eingefrorener Konflikt“ eskaliert
Utl.: Außerdem am 25. Oktober um 12.30 Uhr in ORF 2: Kämpfe um
Bergkarabach: Ein „eingefrorener Konflikt“ eskaliert =
Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 25. Oktober 2020, um 12.30 Uhr in ORF
2 folgende Beiträge:
Neue Töne: Papst für rechtlichen Schutz gleichgeschlechtlicher Paare
„Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft
(für homosexuelle Paare) möglich macht“, dieser Satz von Papst
Franziskus, zu hören und zu sehen im Dokumentarfilm „Francesco“ des
russischen Regisseurs Jewgeni Afinejewski, sorgt seit Mittwoch
weltweit für Aufsehen. Liberale Katholikinnen und Katholiken zeigen
sich erfreut, konservative Kräfte sind irritiert und rufen nach
Klarstellung. Auch darüber, warum dieses Interview – von einem
mexikanischen TV-Sender 2019 aufgezeichnet – erst jetzt zur
Ausstrahlung kommt, wird gerätselt. Ebenso wie darüber, ob mit dieser
Aussage von Papst Franziskus nun auch eine Grundhaltung der
römisch-katholischen Kirche gegenüber gelebter Homosexualität – „das
ist Sünde“ – ins Wanken gerät. Bericht: Cornelia Vospernik, Christian
Rathner.
Im „Orientierung“-Studiogespräch: Paul M. Zulehner, Pastoraltheologe
und Religionssoziologe
Kämpfe um Bergkarabach: Ein „eingefrorener Konflikt“ eskaliert
In den vergangenen Wochen ist der Konflikt um den „gebirgigen
schwarzen Garten“ – so die Übersetzung des Namens Bergkarabach –
wieder entflammt. Trotz eines mittlerweile geschlossenen
Waffenstillstands beschießen einander aserbaidschanische und
armenische Soldaten. Bergkarabachs Hauptstadt Stepanakert wird
bombardiert, gleichzeitig schießen armenische Streitkräfte weit ins
Kernland von Aserbaidschan. Es gibt Hunderte – auch zivile – Opfer
auf beiden Seiten. Zur Erinnerung: Bergkarabach (von den Armeniern
Arzach genannt) wird fast ausschließlich von christlichen
Armenierinnen und Armeniern bewohnt. Bis Ende der 1980er Jahre war es
eine autonome Region innerhalb der mehrheitlich muslimischen Republik
Aserbaidschan. Nach einem verlustreichen Krieg Anfang der 1990er
Jahre spaltete es sich von Aserbaidschan ab. Die selbsternannte
„Republik Arzach“ wurde allerdings international nie anerkannt.
Aserbaidschan hat aufgerüstet und hofft nun, diesen Teil des eigenen
Staatsgebiets gewaltsam zurückzuerobern. Die „Orientierung“ war bei
Kundgebungen von in Wien lebenden Armenierinnen und Armeniern und
Aserbaidschanerinnen und Aserbaidschanern dabei und sprach mit
Mitgliedern armenischer und aserbaidschanischer Gemeinden. Im Bericht
kommen auch die soeben aus Jerewan zurückgekehrte Armenien-Expertin
Jasmine Dum-Tragut sowie der Historiker Philipp Ammon zu Wort.
Bericht: Klaus Ther.
Tradition einmal anders: Evangelischer Reformationsempfang (fast)
ohne Begegnung
Es sei eine gute evangelische Tradition, „Vorreiter und nicht
Nachzügler zu sein“. Mit diesem Anspruch haben der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka, der reformierte
Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der methodistische
Superintendent Stefan Schröckenfuchs zum „Reformationsempfang“ in die
Wiener Auferstehungskirche geladen. In den Mittelpunkt wurde diesmal
das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ gerückt. Normalerweise ist der
„Reformationsempfang“ ein Get-together des evangelischen Lebens in
Österreich und eine Begegnungsmöglichkeit zwischen Konfessionen und
Religionen. Doch diesmal durften nur wenige live dabei sein und
mussten weit voneinander entfernt, in einer fast leeren Kirche Platz
nehmen. Die Covid-19-Pandemie war auch hier einschneidend zu spüren,
sollte aber auf eine wohl noch größere, drohende Katastrophe
verweisen: den dramatischen Klimawandel. Die evangelischen Kirchen
wollen hier Taten setzen und mit gutem Beispiel vorangehen. Als
Festrednerin war Umweltministerin Leonore Gewessler geladen. Sie
betonte, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften viel Potenzial
hätten, Menschen in der Klimakrise dazu zu bewegen, Verantwortung zu
übernehmen. Die notwendigen Schritte, der fortschreitenden
Erderwärmung Einhalt zu gebieten, seien bekannt. Nun gehe es darum,
„Mut aufzubringen und die Antworten in Taten umzusetzen“, so
Gewessler. Bericht: Marcus Marschalek.
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