Hacker/Berner/Bauer/Löhlein: Erstmals 24-Stunden-Betrieb im Winterpaket der Stadt Wien

900 zusätzliche Plätze bis Ende April – 24/7-Betrieb erstmals von Beginn an

Wien (OTS) - Das bereits 11. Winterpaket der Stadt Wien bringt aufgrund der Corona-Situation eine grundlegende Neuerung. Erstmals bietet es allen von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen nicht nur eine warme Übernachtungsmöglichkeit, sondern auch die Möglichkeit zum Tagesaufenthalt in den Notquartieren.

Insgesamt stehen von 28. Oktober 2020 bis 28. April 2021 rund 900 zusätzliche Plätze unter Einhaltung der notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen zur Verfügung. Die Plätze im niederschwelligen Bereich der Wiener Wohnungslosenhilfe werden damit auf 1.600 aufgestockt. Zusätzlich gibt es wieder die KälteApp, mit der alle WienerInnen einfach und schnell Unterstützung anzufordern können.

„Der Winter ist die härteste Jahreszeit für obdachlose Menschen. Mit dem Coronavirus kommt eine zusätzliche Belastung dazu. Sozialer Zusammenhalt ist da gefragter denn je, deshalb intensivieren wir mit unseren Partnern die Anstrengungen und setzen von Beginn an und in allen Notquartieren auf einen 24-Stunden-Betrieb. Das hat sich bereits im Frühjahr bewährt“, sagt Sozialstadtrat Peter Hacker. Trotz der notwendigen Maßnahmen rund um Abstands- und Hygieneregeln werden auch im 11. Winterpaket ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen. „Unser Ziel bleibt unverändert: In Wien soll während der kalten Jahreszeit niemand auf der Straße übernachten müssen“, so Hacker.

Ursula Berner, Sozialsprecherin der Grünen Wien, führt weiter aus: „Niemand darf auf Wiens Straßen (er)frieren. Das ist einer reichen mitteleuropäischen Stadt nicht würdig. Vor mehr als einem Jahrzehnt wurde gemeinsamen mit dem Koalitionspartner die Versorgung aller wohnungslosen Menschen im Wiener Winter besiegelt. Die Vorzeichen für den Corona-Winter 2020/21 sind aber besondere: Erstmals gab es heuer für besonders verletzliche und bedürftige Menschen Plätze in speziellen Notunterkünften, auch über den Sommer hinweg. Wir wissen, dass Obdachlosigkeit mit einer besonders schlechten Gesundheit der Betroffenen einhergeht. Diese besonders vulnerable Gruppe gilt es gut, sicher und gesund durch den Corona-Winter zu bringen. Beeindruckt bin ich von den MitarbeiterInnen, die trotz der Herausforderungen ihren Beruf im Sinne der Solidarität weiterhin mit großer Sorgfalt ausüben."

Zusatzangebot in der kalten Jahreszeit

„Wir haben bereits im Frühjahr rasch ein Bündel an Maßnahmen gesetzt, um die Versorgung wohnungs- und obdachloser Menschen sicherzustellen und gleichzeitig allen notwendigen Abstands- und Hygieneauflagen Rechnung zu tragen. Diesen Weg setzen wir auch im diesjährigen Winterpaket fort, um das Ansteckungsrisiko für MitarbeiterInnen und NutzerInnen so gering wie möglich zu halten. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen gibt es 900 zusätzliche Plätze und auch die KälteApp steht wieder zur Verfügung. So kann die Straßensozialarbeit obdachlosen Menschen noch zielgerichteter helfen“, erklärt Anita Bauer, Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien (FSW).

Das Winterpaket im Zeitraum von 28. Oktober 2020 bis 28. April 2021 wird vom FSW koordiniert und gemeinsam mit Obdach Wien, Wiener Rotes Kreuz, Caritas der Erzdiözese Wien, Samariterbund Wien, Volkshilfe Wien, Johannitern und der St. Elisabeth-Stiftung umgesetzt. Die rund 900 Schlafplätze des Winterpakets ergänzen die mehr als 600 niederschwelligen Plätze im Regelangebot, die ganzjährig zur Verfügung stehen. Zusätzlich stehen Plätze für 20 Familien zur Verfügung. Insgesamt stehen somit 1.600 Plätze im niederschwelligen Bereich zur Verfügung. Drei zusätzliche Wärmestuben bieten neben dem 24-Stunden-Betrieb in den Notquartieren Raum für 125 Personen und ergänzen die Plätze in den bestehenden acht Tageszentren.

Auftakt in Samariterbund-Quartier

Vorgestellt wurde das 11. Winterpaket der Stadt am Freitag in einem Samariterbund-Notquartier in Wien-Floridsdorf. „Besonders in Krisenzeiten muss eine Gesellschaft darauf achten, dass Menschen in einer Notlage geschützt werden. Als Samariterbund ist es uns wichtig, dass Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, auch während der Corona-Pandemie unterstützt werden und wir ihnen einen sicheren Rückzugsort bieten können", sagt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens. Die Einrichtung bietet aufgrund ihrer Ausstattung mit vorwiegend Einzelzimmern auch in Corona-Zeiten besonders viel Sicherheit. Insgesamt stehen dort 65 Plätze zur Verfügung. In der Unterkunft wird, wie auch in allen anderen Quartieren des Winterpakets, auf die Hygienevorkehrungen und notwendigen Abstandsregelungen geachtet. So sind etwa Desinfektionsspender aufgestellt und an die BewohnerInnen werden Masken verteilt.

Neben der Möglichkeit sich ganztägig in der Einrichtung aufzuhalten, erhalten die BewohnerInnen Hygieneartikel sowie warme Getränke. Alle BewohnerInnen in den Einrichtungen der unterschiedlichen Partnerorganisationen werden zudem mit Frühstück und Abendessen versorgt. Der Samariterbund Wien beteiligt sich mit rund 140 Notquartiersplätzen am heurigen Winterpaket.

Kostenloser Download der KälteApp

Von den WienerInnen erfolgreich angenommen wurde die im vergangenen Winter erstmals eingesetzte KälteApp. Die digitale Anwendung wurde 4.900 Mal heruntergeladen und es wurden 850 Meldungen abgesetzt. Wenn Obdachlose in Wien in den Wintermonaten Hilfe brauchen, kann man mit der KälteApp StraßensozialarbeiterInnen von Obdach Wien verständigen. So sorgen Sie dafür, dass so bald wie möglich Profis vor Ort helfen. Im vergangenen Winter wurden auf Basis der Meldungen über 1.000 Plätze in der ganzen Stadt aufgesucht. Die SozialarbeiterInnen informieren über Angebote des Winterpakets, teilen Schlafsäcke aus oder vermitteln in Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe.

Die KälteApp steht mit Start des Winterpakets am 28. Oktober wieder zum kostenlosen Download bereit. Alle Infos finden Sie unter www.kaelteapp.wien.

Über die Wiener Wohnungslosenhilfe des FSW

In Wien bekommen Menschen ohne Obdach oder Wohnung bestmögliche Unterstützung und Betreuung. Die im FSW verankerte Wiener Wohnungslosenhilfe bietet gemeinsam mit 30 Partnerorganisationen Beratung und Betreuung sowie passende Aufenthalts-, Schlaf- und Wohnplätze an. 2019 nutzten 12.590 Personen die vielfältigen Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe. Die Stadt Wien hat dafür im Vorjahr rund 88 Mio. Euro aufgewendet. Insgesamt finanziert der FSW im Regelangebot ganzjährig rund 6.800 Wohn- und Betreuungsplätze (exkl. Winterpaket-Maßnahmen).

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