Verdopplung von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung

Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark veröffentlichte die jüngsten Zahlen rund um Diskriminierung in der Steiermark.

Die Fälle haben zudem eine bedenkliche Dimension erreicht – auch was die sexualisierte Gewalt in der Öffentlichkeit betrifft
Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark

Graz (OTS) - Auffallend im aktuellen Jahresbericht der Antidiskriminierungs­stelle Steiermark ist vor allem ein Anstieg: Die Fälle von ­Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität haben sich im Vergleichszeitraum zum Vorjahr beinahe verdoppelt. Betroffen davon sind vor allem Transgender-Personen. „Die Fälle haben zudem eine bedenkliche Dimension erreicht – auch was die sexualisierte Gewalt in der Öffentlichkeit betrifft“, sagt die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, Daniela Grabovac. Präsentiert wurde der Jahresbericht 2019 am Mittwoch Vormittag im Medienzentrum in Graz gemeinsam mit der steirischen Landesrätin für Soziales, Arbeit und Integration, Doris Kampus, sowie dem Grazer Stadtrat für Bildung, Soziales und Integration, Kurt Hohensinner.

Berichtet wird von bürokratischen Hürden für Transgender-Personen bei Aufenthalten in Gesundheitseinrichtungen bis hin zu sexuellen Übergriffen und Gewalt im öffentlichen Raum. Mit einem Anteil von 6,11 Prozent aller im Berichtsjahr gemeldeten Fälle liegt der Diskriminierungsgrund ­„Sexuelle Ausrichtung“ zwar „nur“ im Mittelfeld, aufgrund der aktuellen Steigerung sieht Grabovac aber dringenden Handlungsbedarf.„Für die betroffenen Personen bedeutet das oft eine große psychische Herausforderung. Hier ist eine umfassende Aufklärungsarbeit notwendig“, so Grabovac.

Einen ersten (kleinen) Teil dazu trägt der aktuelle Jahresbericht der Stelle bei, der sich im ­Rahmen eines Schwerpunkts mit dem Thema Transgender auseinandersetzt. Der steirische Künstler Tom Lohner gestaltete passend dazu die Titelseite des Berichts unter dem Titel „Be all you want to be“. Grabovac: „Genau darum geht es. Transgender-Personen sind Vorbilder für unsere Gesellschaft, weil sie selber über ihre Identität entscheiden. Wir müssen den Menschen Mut machen, zu sich selbst zu stehen und das zu sein, was sie sein wollen. Das ist ein riesiges Zukunftsthema.“

Insgesamt gingen im Berichtsjahr 2019 zusammengerechnet 2538 Anfragen und Meldungen bei der Antidiskriminierungsstelle Steiermark ein. Auf der einen Seite stehen 712 Anfragen, die im Jahr 2019 direkt an die Antidiskriminierungsstelle Steiermark gerichtet wurden. Andererseits gingen innerhalb dieses Jahres auch 1826 Meldungen über BanHate ein, also über jene mobile App, mit der Hasspostings plattformunabhängig auf sozialen Netzwerken und anderen Medien gemeldet werden können.

Die häufigsten Diskriminierungsgründe bei den direkten Anfragen sind die ethnische Herkunft (37,96 Prozent), die Religion (14,63 Prozent) sowie das Alter (10,37 Prozent) – gemeinsam machen sie mehr als 60 Prozent aller in der Steiermark gemeldeten Diskriminierungen aus. Tatort Nummer1 für Diskriminierungen und Hass bleibt weiterhin der öffentliche Raum sowie das Internet.

Gesamte Presseaussendung mit politischen Statements sowie Bilddownload: www.dreamshappen.at/adss-bericht1/
Download Jahresbericht als PDF: www.antidiskriminierungsstelle.steiermark.at/link/jb2019

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www.antidiskriminierungsstelle.steiermark.at

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