- 21.10.2020, 10:04:06
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Österreichs Frauen arbeiten ab 22.10. „gratis“: Heldinnen der kommen nicht mit ihrem Einkommen aus
Equal Pay Day: ÖGB und AK fordern Millionärssteuer, kürzere Arbeitszeit und 1.700 Euro Mindestlohn im Kollektivvertrag
Utl.: Equal Pay Day: ÖGB und AK fordern Millionärssteuer, kürzere
Arbeitszeit und 1.700 Euro Mindestlohn im Kollektivvertrag =
Wien (OTS) - Am 22. Oktober ist in Österreich Equal Pay Day. Ab
diesem Tag arbeiten Frauen in Vollzeit aufs Jahr hochgerechnet
gratis, weil sie um 19,3 Prozent weniger verdienen als Männer. Das
heißt: Österreichs Frauen arbeiten heuer im Verhältnis zu den Männern
71 Tage „gratis“.
Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern in
Österreich bei 53.153 Euro liegt, verdienen Frauen durchschnittlich
42.880 Euro brutto im Jahr. Daraus ergibt sich ein Minus von 19,3
Prozent. Frauen verdienen im Durchschnitt um mehr als 10.000 Euro (im
Jahr 2020 sind es exakt 10.273 Euro) pro Jahr weniger als Männer.
In der Corona-Krise hat sich gerade die Arbeit der Frauen als
„systemrelevant“ herausgestellt: Zwei Drittel der
Leistungsträger*innen der Corona-Krise sind Frauen. Doch 76 Prozent
der Reinigungskräfte und 70 Prozent der Kassakräfte und
Regalbetreuer*innen kommen mit ihrem Einkommen nur knapp oder nicht
aus.
Von elf als „systemrelevant“ eingestuften Berufsgruppen haben
ausgerechnet jene fünf Gruppen, in denen der Frauenanteil am höchsten
ist, Einkommen unter dem österreichischen Durchschnittslohn. Am
unteren Ende befinden sich damit Reinigungskräfte und
Einzelhandelsangestellte – sie verdienen im Schnitt weniger als 1.300
Euro netto pro Monat. In diesen Berufen ist der Frauen- und
MigrantInnen-Anteil besonders hoch. Die geringeren Arbeitsstunden
erklären die geringeren Einkommen nur zum Teil. ÖGB, Arbeiterkammer
und die Frauenbeauftragten der österreichischen Städte fordern daher
die Umsetzung von 1.700 Euro in allen Kollektivverträgen.
ÖGB-Frauenvorsitzende Korinna Schumann: „Die Krise hat ein helles
Licht darauf geworfen, wie unverzichtbar die Arbeit dieser Frauen für
die Gesellschaft ist. Gerade sie, die das Land am Laufen gehalten
haben, müssen von ihrem Einkommen auch gut leben können. Die
Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass die Arbeit dieser
Leistungsträgerinnen zu niedrig bewertet ist und es bessere
Arbeitsbedingungen braucht.“
Faire Entlohnung und faire Arbeitszeiten für die wahren
Leistungsträgerinnen!
Die meisten dieser beklatschten Heldinnen in der Krise sind Frauen.
Daher ist das Motto zum Equal Pay Day heuer: „Frauen sind
Leistungsträgerinnen und halten das Land am Laufen. Sie verdienen
mehr!“ Mit dieser Kampagne setzen die Frauenbeauftragten der Städte
gemeinsam mit Arbeiterkammer und ÖGB Frauen einen Schwerpunkt. Der
Infostand am Equal Pay Day am 22.10. auf der Mariahilfer Straße (Höhe
Nr. 45, zwischen 10 – 12.30 Uhr) steht ganz im Zeichen der
Leistungsträgerinnen.
„Die Corona-Krise hat gezeigt: Die Doppelbelastung durch Home Office
und Home Schooling traf und trifft Frauen stärker als Männer. Frauen
leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit. Wir
müssen aufpassen, dass die Corona-Krise nicht zu einer Krise der
Frauen wird. In den Krankenhäusern, in den Supermärkten, in
Kindergärten und Schulen halten Frauen unserer Gesellschaft am Laufen
und sind Leistungsträgerinnen!“, so Frauenstadträtin Kathrin Gaal.
„Ein gerechter Lohn zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein
selbstbestimmtes Leben und für eine faire Pension. Das Ziel ist:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“
Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine gute soziale
Infrastruktur ist. Diese wirkt sich auch günstig auf Fraueneinkommen
aus: Dank dem guten Angebot an Kinderbetreuung und Co. sind die
Berufschancen für Frauen in der Hauptstadt entsprechend günstig. Der
Wiener Equal Pay Day am 11. November ist daher österreichweit der
späteste, der Einkommensunterschied in Vollzeit liegt bei 13,7
Prozent.
Die Corona-Krise hat die Einnahmen der Gemeinden massiv einbrechen
lassen. Sie brauchen jetzt ausreichende Unterstützung, um ihren
Aufgaben nachkommen zu können. Die Kosten dafür können nicht die
Arbeitnehmer*innen alleine schultern. Daher fordern die
Frauenbeauftragten der Städte, der ÖGB und die AK eine
Millionärssteuer.
Frauen sind die Hauptbetroffenen von der Corona-Arbeitslosigkeit, auf
der anderen Seite stöhnen die beschäftigten Frauen unter der hohen
Arbeitsbelastung im Job wie auch unter der Doppelbelastung durch
Familie und Beruf. AK Präsidentin Renate Anderl: „Jetzt ist es Zeit,
die Arbeitszeit zu verkürzen! AK, ÖGB und die Frauenbeauftragten der
Städte fordern kürzere Arbeitszeiten. So schaffen wir Arbeitsplätze,
eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, höhere Einkommen
für Teilzeitkräfte und mehr Lebensqualität. Gerade in
systemrelevanten Berufen, wie in der Pflege ist der Arbeitsdruck oft
hoch. Mit kürzeren Arbeitszeiten können wir Burnout oder
unfreiwilligem Berufswechsel begegnen.“
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