PRO-GE Frauen: Backlash verhindern – Frauen am Arbeitsmarkt halten

Equal-Pay-Day 2020 – Regierung muss Frauen in der Corona-Krise besonders unterstützen

Wien (OTS) - Die letzten Monate haben gezeigt, dass Frauen für die Corona- Krise bezahlen. Der massive Verlust von Arbeitsplätzen, Kurzarbeit, Mehrfachbelastungen aufgrund von Schließungen der öffentlichen Schul- und Betreuungseinrichtungen und Existenzsorgen prägen derzeit das Leben von Frauen. „Besonders besorgniserregend ist – neben dem Anstieg der arbeitslos gemeldeten Personen – die immer höher werdende Zahl an Menschen im erwerbsfähigen Alter, die nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Vor allem Frauen ziehen sich vom Arbeitsmarkt zurück“, betont die Bundesvorsitzende der PRO-GE Frauen, Klaudia Frieben.++++

„Die Regierung muss hier gegensteuern und endlich Maßnahmen beschließen, die Frauen in dieser Krise nachhaltig entlasten“, sagt Frieben. Dazu gehört beispielsweise ein Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit, sollten Schule oder Kindergarten aufgrund von Corona-Infektionen ausfallen. Priorität müsse aber sein, dass dort, wo es möglich ist, eine Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt wird. „Es zeigt sich, dass es meist die Frauen sind, die die Bildungs- und Betreuungsarbeit übernehmen und dadurch im Berufsleben benachteiligt sind. Es muss vermieden werden, dass durch die Corona-Krise wieder ein Backlash für die Frauen erfolgt. Das Zurückdrängen an den Herd führt direkt in Abhängigkeiten und Armut“, sagt Frieben.

„Gerade Frauen haben in der Krise das Land am Laufen gehalten, und dies oft in Branchen, in denen die Löhne und Gehälter gering sind. Der Equal-Pay-Day ist daher eine gute Gelegenheit, die Forderung nach dem Corona-Tausender zu erneuern“, unterstreicht Frieben. „Wir haben gemeinsam geklatscht und die Leistungen der Menschen in systemrelevanten Berufen während der ersten schwierigen Wochen der Corona-Krise bewundert. Im Gegensatz zur Regierung haben die Gewerkschaften aber stets eingemahnt, dass es auch eine entsprechende finanzielle Abgeltung braucht. Bis dato ist die Regierung untätig geblieben“, kritisiert Frieben.

Anlässlich des Equal Pay Day 2020 fordern die PRO-GE Frauen Wirtschaft und Politik auf, die ökonomische Absicherung von Frauen in den Vordergrund zu stellen und für Qualifizierung, Weiterbildung mit den notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen. Weiters müssen Arbeitsplätzen geschaffen werden, damit Frauen für ihre eigene Existenz sorgen können.

In diesem besonderen Jahr fordern die PRO-GE Frauen:

  • Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent
  • Finanzielle Anerkennung mit dem „Corona-Tausender“
  • Rechtsanspruch auf die Sonderbetreuungszeit für den Ausfall der Kinderbetreuungs- und Schuleinrichtungen mit hundertprozentiger Bezahlung durch den Staat
  • Keine Abwälzung der Betreuungs- und Bildungspflicht an die Eltern bei Covid 19 – bei Schließung von Schulen oder Kindergärten muss die Betreuung gesichert werden
  • den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr
  • mindestens die Hälfte der Mittel aus der „Corona Arbeitsmarktstiftung“ für Frauen

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