- 09.10.2020, 19:21:01
- /
- OTS0191
Van der Bellen traf Bischof Marketz in Klagenfurt
Erste offizielle Begegnung seit der Bischofsweihe stand im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung von 1920 - Dankbarkeit für entstandenes Klima des Respekts und der Wertschätzung zwischen den Volksgruppen
Utl.: Erste offizielle Begegnung seit der Bischofsweihe stand im
Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums der Kärntner Volksabstimmung
von 1920 - Dankbarkeit für entstandenes Klima des Respekts und
der Wertschätzung zwischen den Volksgruppen =
Klagenfurt (KAP) - Der Kärntner Bischof Josef Marketz ist am
Freitagnachmittag mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen
zusammengetroffen. Die Begegnung fand in Klagenfurt im Vorfeld der
Feiern zum 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung vom 10.
Oktober 1920 statt und war die erste seit Amtsantritt von Marketz an
der Spitze der Diözese Gurk-Klagenfurt. Im Zentrum des in überaus
wertschätzender Atmosphäre stattfindenden Gesprächs, an dem auch der
evangelische Superintendent Manfred Sauer teilnahm, stand das
Zusammenleben der deutschsprachigen und slowenischsprachigen
Volksgruppe und das ökumenische Zueinander der Kirchen in Kärnten.
Bischof Marketz, der selbst Kärntner Slowene und Cousin der
Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap ist,
berichtete dem Bundespräsidenten aus seiner persönlichen
Lebensgeschichte über Erfahrungen gelungenen Zusammenlebens, aber
auch, wie bestehende Probleme gemeinsam gemeistert werden konnten.
Van der Bellen wie auch Marketz stimmten darin überein, dass man in
Kärnten den Jahrestag der Volksabstimmung deutlich besser gemeinsam
als noch vor wenigen Jahren begehen könne, zumal die einst
konfliktreiche Atmosphäre heute von wechselseitigem Respekt und
Wertschätzung geprägt sei.
Zu diesem positiven Klima konnte die Kirche viel beitragen, erklärte
der Bischof, der hier auf die Diözesansynode von 1971/72 verwies, die
er als Jugendlicher selbst miterlebte. Von diesem "Meilenstein" für
die Versöhnung der beiden Volksgruppen und für ihren gemeinsamen Weg
seien zahlreiche Impulse ausgegangen, die bis in die Gegenwart
wirkten. Slowenisch ist beispielsweise in der Kirche in Kärnten
genauso offizielle Sprache wie Deutsch. In vielen Südkärntner Pfarren
wird der Gottesdienst auf Slowenisch gefeiert, zudem gibt es mit
"Nedelja" auch eine eigene slowenischsprachige Kirchenzeitung, die
bis heute ein wichtiges Kommunikationsmittel der Diözese
Gurk-Klagenfurt ist.
Ein weiterer Faktor des Gemeinsamen ist auch das gute ökumenische
Klima in Kärnten durch das konkrete Zusammenwirken der katholischen
und evangelischen Kirche, konnten Marketz und Superintendent Sauer
dem Bundespräsidenten bestätigen.
Der Bischof und der Superintendent dankten dem Bundespräsidenten
ausdrücklich dafür, dass dieser seinen slowenischen Amtskollegen
Borut Pahor zu den am Samstag stattfindenden Feierlichkeiten zum
Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung eingeladen hatte. Es sei dies
ein "starkes Zeichen, wie weit wir bereits gekommen sind und was auf
dem Weg zur Versöhnung und zu einem guten Miteinander bereits
gelungen ist", betonten die beiden Kirchenmänner.
Van der Bellen war es seinerseits bei der Begegnung auch wichtig,
Dank auszusprechen für die "vorbildlichen Bemühungen" der Kirchen im
Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Ihm sei wohl bewusst, dass dies
auch zu teils drastischen Einschränkungen für die Kirchen und ihre
Gläubigen geführt habe. Umso dankbarer sei er, dass durch das aktive
Mitwirken an den Maßnahmen ein wesentlicher Beitrag zur Eindämmung
der Verbreitung von Covid-19 geleistet werde.
Marketz hatte sich vor der Begegnung mit dem Bundespräsidenten und
seinen zahlreichen öffentlichen Auftritten im Rahmen der
Jubiläumsfeiern einem freiwilligen Corona-Test unterzogen, um
"Klarheit und Sicherheit betreffend einer möglichen Infektion zu
haben", wie die Diözese Gurk am Freitagnachmittag mitteilte. Der Test
stand auch in Zusammenhang mit der kurz zuvor bekannt gewordenen
Covid-19-Erkrankung des Gurker Generalvikars Johann Sedlmair. Das
Testergebnis bei Marketz, der zuletzt am Mittwoch der Vorwoche
persönlichen Kontakt mit Sedlmair hatte, verlief negativ.
Am Samstagvormittag findet im Klagenfurter Dom um 8 Uhr auf Einladung
der Kärntner Landesregierung ein von Bischof Marketz und
Superintendent Sauer geleiteter ökumenischer Gottesdienst mit den
Spitzen des Landes statt. Die Feier wird live auf der Facebook-Seite
des Landes sowie auf kaernten.tv übertragen.
(Service: Honorarfreie Fotos der Begegnung stehen unter
www.kathpress.at/fotos zum Download bereit)
((ende)) PER
Copyright 2020, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT






