- 09.10.2020, 11:17:43
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„Orientierung“-Interview mit Caritas-Bischof Benno Elbs: „Brauchen intelligente Reduktion“
Außerdem am 11. Oktober um 12.30 Uhr in ORF 2: Ethikunterricht – Vom Schulversuch zum Regelbetrieb
Utl.: Außerdem am 11. Oktober um 12.30 Uhr in ORF 2: Ethikunterricht
– Vom Schulversuch zum Regelbetrieb =
Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 11. Oktober 2020, um 12.30 Uhr in ORF
2 folgende Beiträge:
Enzyklika: Päpstliches Lehrschreiben trägt „Züge einer Sozialutopie“
Es ist seine dritte Enzyklika, und das fünf Jahre nach der bislang
letzten: Am vergangenen Samstag hat Papst Franziskus in Assisi seine
neue Sozialenzyklika „Fratelli tutti“ unterzeichnet. Sie entstand
während der Corona-Krise, als auch der Papst im Lockdown in der
Erkenntnis bestärkt wurde, dass sich globale Probleme nur gemeinsam
lösen lassen würden. Seine neue Enzyklika ruft zu einer Kultur der
Geschwisterlichkeit auf, nicht nur im Zusammenleben, sondern auch in
der Politik und den internationalen Beziehungen. Papst Franziskus
entwirft ein Ideal oder auch die Utopie einer Welt, wie er sie
schaffen würde. ORF-Vatikan-Korrespondentin Cornelia Vospernik war
für die „Orientierung“ bei der Unterzeichnung in Assisi. Bericht:
Cornelia Vospernik.
Caritas-Bischof Benno Elbs: „Brauchen intelligente Reduktion“
Papst Franziskus bezeichnet die Covid-19-Pandemie als „globale
Tragödie“ und fordert zu einem radikalen Umdenken auf. Im Interview
mit der „Orientierung“ greift der Diözesanbischof von Feldkirch,
Benno Elbs, die Leitsätze des Papstes auf: „Die große Grundfrage ist,
was hält die Welt aus – an Konsum, an Umweltzerstörung?“ Elbs, der in
der Österreichischen Bischofskonferenz für die Agenden der Caritas
zuständig ist, spricht sich für eine „intelligente Reduktion aus“.
Die Lebensqualität solle dabei nicht verringert werden, vielmehr gehe
es um Themen wie „gerechten Lohn“, nachhaltige und klimaneutrale
Bildungsprojekte. Benno Elbs erzählt außerdem über seine Erfahrungen
während des sogenannten Lockdowns. Diese Zeit hat er bei seiner
Mutter verbracht. Angesichts der Coronavirus-Pandemie ist auch sein
jüngstes Buch erschienen. In „Werft Eure Zuversicht nicht weg“
(Verlag Tyrolia) möchte Elbs ein „Zuversichts-Trainingscamp“ anbieten
und erläutert die „Grundnahrungsmittel“ – wie er es nennt – der
Zuversicht: Zuwendung, Zeit, Zärtlichkeit. Elbs hat in den 1980er
Jahren Theologie und Psychologie studiert, er ist ausgebildeter
Psychotherapeut. Am 16. Oktober feiert er seinen 60. Geburtstag. Im
Hinblick darauf ist für Elbs „Dankbarkeit“ – in Anlehnung an den
Benediktinermönch David Steindl-Rast – ein besonders wichtiges Thema.
Interview: Sandra Szabo.
„Das ganze Interview“ mit Bischof Benno Elbs ist am Sonntag, dem 18.
Oktober, ab 9.45 Uhr in ORF III zu sehen.
Ethikunterricht: Vom Schulversuch zum Regelbetrieb
Es ist keine unendliche Geschichte, aber doch etwas, das vielen über
Jahre hinweg Geduld abverlangt hat: Die Einführung des
Ethikunterrichts als „Regelschulbetrieb” in Österreich. Seit 23
Jahren gibt es nun den Schulversuch Ethik als verpflichtende
Alternative zum Religionsunterricht an mittlerweile rund 230 Schulen.
Man wollte auf eine sich ändernde, pluraler werdende Gesellschaft
reagieren. Kinder und Jugendliche ohne religiöses Bekenntnis oder
Bindung zu einer Glaubensgemeinschaft sollten statt Religion keine
Freistunde haben, sondern den Ethikunterricht besuchen, vorerst im
Testbetrieb. Im November soll es nun dafür, nach mehr als zwei
Jahrzehnten, die gesetzliche Verankerung im Parlament geben. Ab dem
Schuljahr 2021/22 soll dann Ethik, beginnend mit der 9. Schulstufe –
und jährlich um einen Jahrgang erweitert – als Regelschulbetrieb
etabliert werden, so der Plan der Regierungsparteien. Warum es so
lange gedauert hat: Verschiedene Modelle wurden begutachtet und
diskutiert und bis heute verstummen die Diskussionen dazu nicht. So
fordert etwa die Initiative „Ethik für alle” nach wie vor eine
verpflichtende Einführung eines Fachs Ethik für alle Schülerinnen und
Schüler. Aber auch innerhalb der Religionsgemeinschaften ist man sich
nicht ganz einig, wie sich ein alternativer Ethikunterricht auf den
Religionsunterricht auswirken wird. Der langjährige Schulversuch
offenbart jedenfalls keinen eindeutigen Trend, sondern zeigt von
Schule zu Schule sehr unterschiedliche Auswirkungen. Die
„Orientierung“ hat mit Religionsvertretern, Pädagogen und „Ethik für
Alle“-Befürwortern gesprochen und mit dem bilingualen Gymnasium in
der Wiener Draschestraße eine Schule besucht, die mit zu den ersten
gehörte, an denen der Ethikunterricht als Schulversuch eingeführt
wurde. Bericht: Marcus Marschalek.
„University for Refugees“: Humanitäre Korridore an Unis in Italien
Sie kommen aus Eritrea, aus dem Sudan, aus dem Südsudan und der
Demokratischen Republik Kongo und sie können in Italien studieren, um
ihren Master abzuschließen. Eine neue und außergewöhnliche
Möglichkeit für junge Männer und eine junge Frau, die in Äthiopien
als Flüchtlinge anerkannt sind und dort ein Studium beginnen konnten.
Möglich macht es ein neues Projekt des Flüchtlingshochkommissariats
UNHCR, das erfolgreichen Studentinnen und Studenten die Einreise über
humanitäre Korridore erlaubt. Voriges Jahr konnten so sechs aus
Eritrea stammende Flüchtlinge nach Italien zum Masterstudium
gelangen. Und auch heuer wurde das Projekt – trotz Corona-Krise –
fortgesetzt. Federführend ist dabei die Universität in Bologna. Die
Studienmöglichkeit für Flüchtlinge ist vor allem auf die
Hartnäckigkeit und das Engagement einer Professorin für Mikrobiologie
zurückzuführen. Mittlerweile nimmt ein Dutzend italienischer
Universitäten Studentinnen und Studenten auf. Das Ziel: Die
humanitären Korridore für studierende Flüchtlinge sollen für weitere
Universitäten in ganz Europa eingerichtet werden. Bericht: Katharina
Wagner.
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