Wiener Gesundheitsverbund mit neuem COVID-Versorgungsplan: Gemeinnützige Wiener Ordensspitäler unterstützen Pandemie-Bewältigung

Spitalsbetrieb soll auch unter COVID-Bedingungen voll aufrecht bleiben

Wien (OTS) - Der Wiener Gesundheitsverbund hat seit dem Ausbruch der Pandemie alle in Wien spitalspflichtigen COVID-Erkrankten versorgt – bis dato waren dies weit über 1.000 Patientinnen und Patienten. Der zugrundliegende COVID-Versorgungsplan wurde im abgelaufenen Sommer adaptiert und verbessert. Um in den kommenden Monaten noch besser durch die Gesundheitskrise zu kommen, wird der Gesundheitsverbund künftig auch von den gemeinnützigen Wiener Ordensspitälern* unterstützt.

550 Betten sofort für COVID-PatientInnen verfügbar – Verdoppelung möglich

Nach einer stabilen Entwicklung der Neuinfektionen auf relativ niedrigem Niveau während des Sommers, steigen die Zahlen in den letzten Wochen wieder stärker an. Angesichts der erfolgten Lockerungen der COVID-Beschränkungen ist dies keine überraschende Entwicklung. „Wir haben damit gerechnet und uns entsprechend darauf vorbereitet“, sagt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker „Grundlegendes Ziel des adaptierten COVID-Versorgungsplans ist es, trotz steigender Anzahl von spitalspflichtigen COVID-Erkrankten den Normalbetrieb möglichst lange aufrecht zu erhalten. Bis dato waren 550 Betten in den Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes sofort verfügbar. Steigt der Bedarf, kann die Anzahl verdoppelt werden“, so Hacker. Die Ausweitung der Kapazitäten wird ermöglicht durch die Kooperation mit anderen Krankenhäusern. „Die Ordensspitäler unterstützen uns in der Betreuung von COVID-PatientInnen. So bleibt die Gesundheitsversorgung in Wien trotz Pandemie möglichst lange ohne Einschränkungen aufrecht.“

COVID als gemeinsame Kraftanstrengung

Die Versorgung von Akutfällen war und ist trotz Pandemie zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. „Das ist uns aber nicht genug“, so Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes. „Wir wollen auch den regulären Spitalsbetrieb so lange wie möglich voll aufrechterhalten. Gemeinsam mit unseren Partnern wie den Wiener Ordensspitälern wird uns das auch gelingen“, so Kölldorfer-Leitgeb weiter. Noch im März mussten angesichts vieler unbekannter Variablen österreichweit die Spitäler auf „Notbetrieb“ heruntergefahren werden. Oberste Priorität hatte die Vorhaltung einer maximal möglichen Anzahl von COVID-Betten bei gleichzeitiger Gewährleistung der Akutversorgung. „Nach Monaten der Pandemie können wir das besser“, so die Generaldirektorin. Eine vorausschauende Planung der Spitalskapazitäten kombiniert mit einem laufenden Monitoring der Auslastung der COVID-Versorgungsbereiche erlaubt es, bei steigendem Bedarf ausreichend Kapazitäten rasch zur Verfügung zu stellen. Und umgekehrt auch nach Möglichkeit wieder für die Regelversorgung frei zu machen. Und es sind sehr viele Erkenntnisse aus der ersten Pandemiephase in die Ausarbeitung des neuen COVID-Versorgungsplans mit eingeflossen. „Wir haben im Frühjahr sehr viel an Aufbauarbeit geleistet, die sich jetzt bezahlt macht“, sagt Kölldorfer-Leitgeb. „Das beginnt bei der Infrastruktur zum Schutz unserer Einrichtungen, geht über Prozesse und Strukturen im Bereich des PatientInnen-Handlings und der Testung bis hin zur Therapie. All das können wir als solide Grundlage für ein neuerliches Aufflammen des Infektionsgeschehens mitnehmen.“ Ehe planbare aber nicht zeitkritische Operationen zeitlich verschoben werden müssen, springen ab sofort die kooperierenden Häuser ein und übernehmen Patientinnen und Patienten. Das wird gewährleisten, dass Operationen erst dann auch zeitlich verschoben werden müssen, wenn dies aufgrund sehr hoher Fallzahlen unbedingt notwendig wird.

Gemeinnützige Ordensspitäler zuverlässiger Gesundheits- und Versorgungspartner

„Die sieben gemeinnützigen, nicht gewinnorientierten Wiener Ordensspitäler sind auch in der aktuellen Phase der Pandemie ein zuverlässiger Gesundheits- und Versorgungspartner der Stadt Wien und in das COVID-Management und den Krisenplan der Stadt eingebunden“, unterstreicht Primarius Dr. Manfred Greher, Sprecher der gemeinnützigen Wiener Ordensspitäler. Seit vergangener Woche nimmt das Göttlicher Heiland Krankenhaus COVID-Patientinnen und Patienten auf. Im Rahmen des COVID-Krisenplans stellen Wiens Ordensspitäler Normalbetten, Intensivbetten und Nachsorgebetten zur Verfügung. Jetzt weiten die Ordensspitäler das Bettenangebot für Menschen mit COVID kontinuierlich aus.

„Derzeit stellen die Wiener Ordensspitäler rund 90 COVID-Betten zur Verfügung, in weiterer Folge werden es über 160 Betten sein. Falls sich darüber hinaus ein weiterer Bettenbedarf ergeben wird, werden wir in Abstimmung mit der Stadt Wien weiter aufstocken und weitere Ordensspitäler mit einbeziehen“, so Primarius Greher. „Die Ordensspitäler waren von Anfang an in die entsprechenden Planungen eingebunden.“

Daher ist es jetzt von größter Wichtigkeit, auch für die kommenden Jahre für eine solide finanzielle Planbarkeit und mehrjährige Absicherung zu sorgen – insbesondere, da die Jobs in Krankenanstalten aktuell krisensicher sind und das auch für die Zukunft im Sinne der PatientInnen und der Volkswirtschaft bleiben sollen.

Finanzierung der Ordensspitäler wichtig

Die Herausforderungen an die Wiener Ordensspitäler sind dieses Mal wesentlich größer als während des Lockdown im Frühjahr, weil sie parallel zum Freihalten von Ressourcen für COVID-Patienten auch ihren Routinebetrieb aufrechterhalten. „Das erfordert ein sehr flexibles und dynamisches Agieren und Reagieren, bringt aber auch wirtschaftliche Unsicherheiten mit sich“, so Prim. Greher.

Umso wichtiger ist für Wiens Ordensspitäler die finanzielle Absicherung. „Die bewährte und erfolgreiche vierjährige Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt läuft zu Jahresende aus, wir brauchen also eine Vereinbarung für die Zeit ab Jänner 2021. Diese wird gegenwärtig zwischen den Ordensspitälern und der Stadt Wien verhandelt“, sagt Primarius Greher. „Diese Finanzierungsvereinbarung muss nicht nur unsere Kosten abdecken, damit wir auch weiterhin unsere Leistungen wie bisher erbringen können. Sondern auch zumindest einen Zeitraum von zwei Jahren umfassen, also die Jahre 2021 und 2022. Längerfristigkeit ist unabdingbar für eine seriöse Planung im Sinne unserer Patientinnen und Patienten und unserer Mitarbeitenden“, schließt Primarius Greher.

Große Fortschritte in allen Bereichen

Das Wiener Gesundheitssystem ist im Vergleich zu anderen Metropolen der Welt sehr gut durch die erste Pandemie-Phase gekommen. Das liegt an einigen sehr guten Entscheidungen, die zu Beginn der Pandemie getroffen wurden. „Wir haben im Wiener Gesundheitsverbund große Fortschritte im Umgang mit COVID gemacht“, erklärt Kölldorfer-Leitgeb. „Insbesondere in der Therapie von COVID-Patientinnen und Patienten haben wir enorm viel gelernt: Der heutige Therapiestandard hat die Heilungschancen schwer Erkrankter massiv erhöht und die Aufenthaltsdauer im Spital verkürzt. Wir können etwa Patientinnen und Patienten am Normalstationsbett mittels HFOT-Methode (Gabe von Hochfluss-Sauerstoff) beatmen und so in vielen Fällen eine Intensivbehandlung vermeiden.“

Schutz der Gesundheits-und Pflegeeinrichtungen nach wie vor zentrales Ziel

Mit dem steigenden COVID-Betreuungsbedarf in den Spitälern steigt auch das Risiko von Infektionen innerhalb der Gesundheitseinrichtungen wieder an. Der Schutz der Spitäler und Pflegeeinrichtungen als zentraler Anker in der Pandemie nimmt also wieder an Bedeutung zu. „Wir bitten alle Wienerinnen und Wiener, sich in den kommenden Wochen und Monaten wieder besonders achtsam zu verhalten – zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz anderer,“ so Kölldorfer-Leitgeb abschließend. „Bitte beachten Sie auch weiterhin die Hygieneregeln, besonders beim Besuch im Spital oder bei Ihren Angehörigen im Pflegewohnhaus. Und haben Sie Verständnis für die bestehenden Besuchseinschränkungen – es geht um die Gesundheit besonders verletzlicher Personengruppen.“

* Barmherzige Brüder Krankenhaus (2. Bezirk), Franziskus Spital Landstraße (3. Bezirk) und Franziskus Spital Margareten (5. Bezirk), Herz-Jesu Krankenhaus (3. Bezirk), Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien (6. Bezirk), Orthopädisches Spital Speising (13. Bezirk), St. Josef Krankenhaus (13. Bezirk), Göttlicher Heiland Krankenhaus (17. Bezirk)


Über den Wiener Gesundheitsverbund

Der Wiener Gesundheitsverbund ist Österreichs größter Gesundheitsdienstleister und das Rückgrat des Wiener Gesundheitswesens. In seinen acht Kliniken und neun Pflegehäusern (acht in der Stadt Wien und das Therapiezentrum Ybbs in Niederösterreich) arbeiten rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr an der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Wiener Bevölkerung. Das Unternehmen ist der wichtigste Ausbildner Wiens im medizinischen und pflegerischen Bereich. In den Kliniken und Pflegehäusern des Wiener Gesundheitsverbundes werden Kranke und Pflegebedürftige unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Herkunft oder ihrem Einkommen versorgt. Spitzenmedizin nach internationalen Standards und Pflegekonzepte am aktuellen Stand der Wissenschaft sind unser Anspruch.

Über die Wiener Ordensspitäler

In den sieben gemeinnützigen, nicht gewinnorientierten Wiener Ordensspitälern steht jedes fünfte Wiener Spitalsbett und wird jeder vierte stationäre Patient behandelt. 2019 wurden fast 500.000 Patientinnen und Patienten betreut und fast 70.000 Operationen durchgeführt. Mit mehr als 5.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Wiener Ordensspitäler auch ein wichtiger Arbeitgeber.

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