Anschober: Anpassung des Leitfadens zur Prüfung von BlutspenderInnen. Diskriminierungsfreie Blutspende soll möglich sein.

Wien (OTS) - Aktuell wird im Vorfeld einer Blutspende individuelles Risikoverhalten abgefragt, das in bestimmten Fällen zum Ausschluss von Personen führt. Darunter fallen gemäß des vom Gesundheitsministerium herausgegebenen Leitfadens für Fragen zur Anamnese auch Männer, die innerhalb der letzten 12 Monate Sex mit Männern hatten. Begründet wird dies mit der Qualitätssicherung von Blutprodukten im Hinblick auf die Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten.

Während Blutspenden im Vereinigten Königreich für homo- und bisexuelle Männer bereits ohne Einschränkung möglich ist, hat Dänemark die Befristung für den Ausschluss in diesem Jahr auf 4 Monate gesenkt. Auch in Deutschland wird eine Senkung der Befristung bereits diskutiert. "Im Mittelpunkt sollte die Qualität der Blutprodukte stehen und diese wird durch das individuelle Verhalten der Spenderinnen und Spender beeinflusst und nicht durch deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Deshalb habe ich die Blutkommission beauftragt, die Ausschlusskriterien zu überprüfen und Vorschläge zu erarbeiten, wie die Blutspende – unter Maßgabe der Sicherheit für die Empfängerinnen und Empfänger – in Österreich künftig vollständig diskriminierungsfrei ermöglicht werden kann", bekräftigt Gesundheitsminister Anschober seinen Willen, die derzeitig geltenden Regelungen zu ändern.

Im Rahmen einer Petitionsbeantwortung wurde das Thema kürzlich nochmals medial diskutiert. Dazu bleibt festzuhalten, dass die Petition auf eine Änderung der Blutspendeverordnung abzielt. Aus Sicht des BMSGPK wäre eine Änderung der Verordnung nicht erforderlich, um die zweifellos bestehende Diskriminierung im Blutspendewesen zu beenden. Wesentlich wäre eine Anpassung des Leitfadens, in dem das in der Verordnung nicht näher ausgeführte Risikoverhalten bestimmt wird. Ziel ist es, die Anpassung noch in diesem Jahr vorzunehmen.

"Blut spenden heißt Leben retten – niemand soll aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität davon ausgeschlossen werden", schließt Anschober.

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