- 01.10.2020, 10:00:44
- /
- OTS0059
ÖAMTC: Unfallrisiko im Herbst und Winter erhöht – vor allem Fußgänger gefährdet
Jeder zweite tödliche Fußgänger-Unfall geschah 2019 bei Dämmerung und Dunkelheit – erhöhte Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer unerlässlich
Utl.: Jeder zweite tödliche Fußgänger-Unfall geschah 2019 bei
Dämmerung und Dunkelheit – erhöhte Vorsicht aller
Verkehrsteilnehmer unerlässlich =
Wien (OTS) - Im Herbst und Winter wird auch der tägliche Arbeits-
bzw. Schulweg in die Dämmerung bzw. Dunkelheit verlegt. "Die
schlechten Sichtverhältnisse, teils noch verschlimmert durch Nebel
oder Regen, läuten herausfordernde Monate für alle Verkehrsteilnehmer
ein", sagt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin. "Die
Unfallstatistik bestätigt, dass in den Monaten Oktober bis März
deutlich mehr Unfälle bei Dämmerung und Dunkelheit geschehen." Das
liegt auch daran, weil sich die "Stoßzeiten" des Berufsverkehrs in
die dunklen Stunden verlagern. Fußgänger als ungeschützte
Verkehrsteilnehmer sind dann besonders gefährdet, auch weil die
Unfallfolgen oft drastisch sind: Knapp jeder zweite tödliche
Fußgänger-Unfall geschah 2019 bei Dämmerung und Dunkelheit. Und auch
für Fahrradfahrer ist das Unfallrisiko erhöht, die Folgen fatal:
Jeder vierte tödliche Fahrradunfall ereignete sich 2019 bei Dämmerung
bzw. Dunkelheit. Der Mobilitätsclub appelliert daher an die erhöhte
Rücksichtnahme und Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer.
56 Schulweg-Unfälle bei Dämmerung und Dunkelheit 2019 –
Vorsicht an neuralgischen Punkten
Die schlechteren Sichtverhältnisse können insbesondere auch für
Kinder zur Gefahr werden: 2019 ereigneten sich in Österreich 56
Unfälle mit Personenschaden auf dem Schulweg bei Dämmerung und
Dunkelheit (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung
ÖAMTC-Unfallforschung). Die Kinder waren dabei am häufigsten als
Fußgänger oder Radfahrer unterwegs. Alle Verkehrsteilnehmer sind bei
schlechter Sicht herausgefordert – u. a. wird die
Reaktionsschnelligkeit durch die spätere Wahrnehmung bei Dunkelheit
beeinträchtigt. Auch deshalb ist die gegenseitige Rücksichtnahme
aller gefragt. "Lenker sind angehalten, bei schlechten
Sichtverhältnissen vorsichtig und vorausschauend zu fahren und ihre
Geschwindigkeit anzupassen", sagt die Expertin des Mobilitätsclubs.
"Besonders aufmerksam sollten Autofahrer im Kreuzungsbereich, im
Freiland am Fahrbahnrad und im Haltestellenbereich auf Fußgänger und
Radfahrer achten." Dämmerungs- u. Nachtfahrten werden zudem von
Lenkern als anstrengender empfunden, da die allgemeine Konzentration
und die Leistungsfähigkeit der Augen besonders beansprucht werden.
Wie Fußgänger und Radfahrer sicherer unterwegs sind –
Reflektoren sinnvoll
Die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern lässt sich erhöhen,
indem sie dafür sorgen, besser sichtbar zu sein. "Reflektoren sind
dabei eine sinnvolle Investition. Sie sorgen dafür, dass man von
einem Autolenker bereits auf eine Entfernung von 130 bis 150 Metern
erkannt wird", erklärt ÖAMTC-Expertin Seidenberger. "Ist man ohne
Reflektoren, dunkel gekleidet bzw. ohne Beleuchtung am Rad oder
Roller unterwegs, wird man bei schlechter Sicht erst ab etwa 25 bis
30 Metern wahrgenommen. Dann kann es für den Autofahrer bereits zu
spät sein, rechtzeitig und richtig zu reagieren." Fußgänger und
Radfahrer im ländlichen Bereich sollten zudem möglichst weit am
Fahrbahnrand gehen bzw. fahren, sofern es keine andere Möglichkeit
gibt. Besser ist es jedoch, einen abseitigen Geh- bzw. Radweg zu
nutzen – auch, wenn dadurch kleinere Umwege entstehen, dient es der
eigenen Sicherheit. "Mögliche Ablenkungen, z. B. durch Kopfhörer oder
Smartphone stellen ein zusätzliches Risiko dar. Daher gilt besser die
volle Konzentration dem Gehen bzw. Radfahren", rät die Expertin.
"Hundebesitzer sollten auch auf eine 'kurze Leine' achten – vor allem
Radfahrer könnten die dünne Laufleine im Dunkeln leicht übersehen und
Stürze die Folge sein."
Auch seitens Infrastruktur erkennt Seidenberger Handlungsbedarf. So
sollten schadhafte Laternen, Straßenbeleuchtungen oder beschädigte
Ampeln sofort ausgetauscht werden. Auch Verkehrszeichen gehören
regelmäßig kontrolliert und bei Verschmutzung rasch gereinigt.
Hilfsmittel zur Erhöhung der Sichtbarkeit, wie das
Kindersicherheitsset mit reflektierenden Stickern, gibt es an allen
Stützpunkten des Mobilitätsclubs. Viele Produkte aus den ÖAMTC-Shops,
wie einen Fahrradhelm mit inkludierter Beleuchtung, kann man auch per
Click & Collect bestellen und abholen – Infos unter
www.oeamtc.at/shop.
Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial zur Aussendung steht im
ÖAMTC-Presseportal zur Verfügung unter www.oeamtc.at/presse.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCP






