ÖH Uni Wien: Studierende stehen zu Semesterstart vor Ungewissheit

Das neue Semester beginnt zwar heute, wie der Unibetrieb funktionieren soll bleibt aber unklar

Wien (OTS) - Mit dem 1. Oktober startet heute das neue Semester für 90.000 Studierende an der Universität Wien. Die Studierenden vermissen aber weiterhin Klarheit was den Betrieb an den Hochschulen angeht. "Einen Monat nach dem Schulanfang starten auch die Universitäten heute ins neue Semester, die Situation scheint aber ähnlich chaotisch zu werden.", meint die Vorsitzende der ÖH Uni Wien, Hannah Lea Weingartner. "Es gibt zwar einen 'Leitfaden für den gesicherten Hochschulbetrieb' vom Ministerium, in der Realität wissen die Studierenden aber noch immer nicht, wie das Wintersemester funktionieren wird. Eindeutige Richtlinien für den Lehrveranstaltungsbetrieb sucht man vergeblich. Ziel ist zwar eine hybride Lehre - unter welchen Bedingungen Lehrveranstaltungen in Präsenz oder online abgehalten werden wissen wir jedoch nicht.", kritisiert Weingartner

"Stark divergierende Lehrveranstaltungsqualität und Unsicherheit vor allem bei allen Studierenden der sogenannten Risikogruppe und deren Konatkpersonen sind die Konsequenzen jener Unklarheit!", so die Vorsitzende. Die rechtliche Situation ist ohnehin vollkommen unklar, da die alte Verordnung zu Lehrveranstaltungen und Prüfungen nur für das Sommersemester gelten sollte. "Durch die rechtliche Unsicherheit schaffen sich die Universitäten unverhältnismäßige Freiheiten und können über die Köpfe der Studierenden hinweg Regelungen vorgeben, ohne die notwendigen Garantien auszusprechen, auf die sich die Studierenden berufen können.

Mitbestimmung der Studierenden kommt aktuell leider auch viel zu kurz, wie Weingartner aufzeigt: "Im Krisenmanagement der Universität Wien sucht man vergeblich nach studentischen Vertreter_innen. Auf allen Ebenen werden die Studierenden vergessen, während Großkonzerne von Beginn der Krise oberste Priortät haben. Zehntausende Studierende haben durch die Krise ihren Job verloren, die türkis-grüne Bundesregierung schaut jedoch weg und ist nicht einmal dazu bereit, die Studiengebühren rückzuerstatten. Dass die einzigen, von denen die Studierenden in der Krisensituation Geld bekommen die ÖH selbst ist, die diesen Aufwand niemals stemmen kann, ist in unseren Augen eine Schande!"

Aber selbst das kann das Wissenschaftsministerium noch toppen: Statt die derzeitige Unberechnbarkeit und die anstehenden Herausforderungen anzuerkennen, möchte Türkis-Grün die geplante UG-Novelle trotz Covid-19 Pandemie durchdrücken. "Während uns Covid-19 zeigt, dass Studienverläufe schnell durch veränderte Bedingungen durchkreuzt werden können, möchte das Ministerium alle über einen Kamm scheren, die Prüfungsantritte reduzieren, Prüfungsaktivität verpflichten und alles dem neoliberalen Mantra der 'Effizienz' unterordnen", so Babsi Ordinaireteur, Pressesprecherin des KSV-LiLi.

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